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100 Jahre deutscher Handball

Montag, 30. Oktober 2017

Am 29. Oktober 2017 feierte der deutsche Handball seinen 100. Geburtstag. Umrahmt wurde dies mit jeweils zwei Länderspielen der Frauen- und Männer Nationalmannschaften.

Oberturnwart Max Heiser rief 1915 seine Turnerinnen zusammen, um mit ihnen ein neues körperloses Spiel „Torball“, eine Mischung aus Hockey und Ballspielen, auszuprobieren. Am 29. Oktober 1917 wurde dieses Spiel in „Handball“ umbenannt und es wurden Regeln festgelegt. Zwei Jahre später entwickelte der Berliner Turnlehrer Carl Schelenz dieses Spiel auch für Männer attraktiv, indem er Zweikämpfe erlaubte und den Ball verkleinerte. Damit entstand der Handballsport, den wir heute kennen.

Die Länderspiele

Rund um den 100-jährigen Geburtstag fanden nun am vergangenen Wochenende vier Länderspiele in Magdeburg und Berlin statt.

Zunächst trafen die Männer (Bad Boys) am Samstag in der ausverkauften Magdeburger Getec-Arena auf Spanien. Unter Bundestrainer Christian Prokop gab es in der Neuauflage des EM-Finals von 2016 eine 24:26-Niederlage.

Die Frauen (Ladies) spielten danach gegen die Niederlande. Das Team von Bundestrainer Michael Biegler gewann mit 23:18 das Spiel.

Geglückte Revanche

Die zweiten Spiele fanden in der Max Schmeling Halle in Berlin statt. Wieder begannen die Männer den Spieltag. Pünktlich zum Jubiläum gewannen die Bad Boys nun mit 28:24. Das lag auch daran, da sie nun gute Abwehrleistungen zeigten und auch stärker in den Zweikämpfen agierten. Aber auch Tormann Silvio Heinevetter hatte einen hervorragenden Tag. Er zeigte wunderbare Paraden. Kapitän Uwe Gensheimer war mit acht Treffern der beste deutsche Spieler. Es war ein guter Abschluss für die erste längere Zeit mit dem neuen Bundestrainer Christian Prokop. Der hatte wiederum die Möglichkeit seine Spieler einzusetzen, und sich so einen Überblick über die Aufstellung für die Europameisterschaft in Kroatien im Januar 2018 zu gewinnen.

Gute Voraussetzung für die Heim-WM

Die deutschen Frauen konnten auch ihr zweites Spiel gegen die Vize-Weltmeisterinnen aus den Niederlanden gewinnen. Diesmal fiel der Sieg mit 36:26 noch deutlicher aus, als am Vortag. Beste Werferin war Kim Naidzinavicius mit 6 Treffern und Emily Bölk mit 4 Toren. Bevor die Frauen am 1. Dezember in die Weltmeisterschaft starten, werden sie am 24. November noch ein Spiel in der Slowakei und am 25. November in Dresden gegen Island absolvieren.

Die WM findet vom 1. bis 17. Dezember 2017 in Hamburg, Oldenburg, Magdeburg, Leipzig, Trier und Bietigheim-Bissingen statt.

Die Aufstellungen:

Bad Boys:

Tor: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Andreas Wolff (THW Kiel)
Linksaußen: Uwe Gensheimer (Paris St. Germain HB/FRA), Yves Kunkel (SC DHfK Leipzig)
Rückraum links: Finn Lemke (MT Melsungen), Julius Kühn (MT Melsungen), Philipp Weber (SC DHfK Leipzig)
Rückraum Mitte: Paul Drux (Füchse Berlin), Steffen Fäth (Füchse Berlin), Tim Kneule (Frisch Auf Göppingen)
Rückraum rechts: Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf), Steffen Weinhold (THW Kiel), Fabian Wiede (Füchse Berlin)
Rechtsaußen: Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Tim Hornke (TBV Lemgo)
Kreis: Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar), Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Wiencek (THW Kiel)

Ladies

Tor: Dinah Eckerle (Thüringer HC), Katja Kramarczyk (TSV Bayer 04 Leverkusen), Clara Woltering (BVB 09 Dortmund)
Linksaußen: Lone Fischer (Buxtehuder SV), Angie Geschke (VfL Oldenburg)
Rückraum links: Emily Bölk (Buxtehuder SV), Saskia Lang (Thüringer HC), Nadja Månsson (BVB 09 Dortmund), Shenia Minevskaja (TuS Metzingen)
Rückraum Mitte: Anna Loerper (TuS Metzingen), Kim Naidzinavicius (SG BBM Bietigheim), Kerstin Wohlbold (Thüringer HC)
Rückraum rechts: Jennifer Rode (TSV Bayer 04 Leverkusen), Alicia Stolle (HSG Blomberg-Lippe)
Rechtsaußen: Svenja Huber (BVB 09 Dortmund), Stella Kramer (BVB 09 Dortmund), Alexandra Mazzucco (Thüringer HC)
Kreis: Julia Behnke (TuS Metzingen), Antje Lauenroth (SG BBM Bietigheim), Meike Schmelzer (Thüringer HC)

Perspektive 2020+

Diesen Titel trägt der Umgestaltungsplan des Deutschen Handballbundes. Es gibt künftig einen hauptamtlichen Vorstand. Neben sportlichem Erfolg soll eine weitere Professionalisierung stattfinden sowie das Augenmerk auch auf die Mitgliederentwicklung richten. Ein weiteres Projekt ist die Ausrichtung der Männer-Europameisterschaft 2024. Die Bewerbungsunterlagen übermittelt der DHB am heutigen Montag dem europäischen Verband (EHF).



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