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Sportland Nordrhein-Westfalen - Im Westen treffen sich die Besten
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Auf einem guten Weg

Mittwoch, 22. April 2015

Am 18.04.2015 wurde in Frankfurt am Main einstimmig für die Neufassung der DEB-Satzung gestimmt, sowie die Geschäfts- und Finanzordnungen einstimmig angenommen. Da nun auch  die Clubs der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und der DEL2 als neue Mitglieder im DEB aufgenommen sind, ist die deutsche Eishockey Familie wieder vereint.

Bereits im Januar 1994 wurde unter dem Dach des Deutschen Eishockey Bundes die DEL-GmbH gegründet, die von Franz Reindl als Geschäftsführer verwaltet wurde. Zu den Gründungsmitgliedern zählten damals auch die Kölner Haie. Während der Saison 1996/97 kam es zu erheblichen Differenzen zwischen der DEL und dem DEB. Bernd Schäfer III, Gründungsmitglied der Kölner Haie 1972, war zwischenzeitlich zum DEL-Geschäftsführer erklärt worden und die DEL wurde eigenständig. Das Bosman-Urteil führte in der DEL dazu, dass die Tür ohne jegliche Beschränkung für ausländische Spieler geöffnet wurde. Diesen tiefen Einschnitt in das deutsche Eishockey spürt man noch heute. Bernd Schäfer III verstarb im Januar 2010.

Über den neuen Versuch die DEL und auch die DEL 2 wieder unter dem Dach des DEB zu vereinen, sprach sportland-nrw mit Peter Schönberger, Geschäftsführer der Kölner Haie.

Herr Schönberger, welche Chancen sehen Sie in der neuen Entwicklung?

Peter Schönberger: Zunächst finde ich die Einstimmigkeit, mit der die Neufassung und auch die Mitgliedschaft der DEL und DEL2 beschlossen wurde, sehr positiv. In den vergangenen Jahren herrschte viel Chaos. Mit DEB-Präsident Franz Reindl, Vizepräsident Daniel Hopp, der für die Profiligen verantwortlich ist, sowie den Vizepräsidenten Berthold Wipfler und Marc Hindelang stehen Menschen an der Spitze, denen Eishockey am Herzen liegt.

Gibt es wieder Vertrauen untereinander?

P.S.: Ja, da eine Transparenz besteht und Finanzkonzepte offen gelegt werden. Außerdem haben wir ja auch ein Mitspracherecht.

Wie könnte die neue Zeit für das deutsche Eishockey aussehen?

P.S.: Es wird eine allgemeingültige Struktur seitens des DEB nötig sein, die von den Bambinis bis zu den Profis reicht.

Wie kann die Unterschiedlichkeit der DEL und der DEL2 angeglichen werden?

P.S.: Hier soll die DEL2 an die Strukturen der DEL angeglichen werden. Bisher ist das noch ein großer Unterschied und nicht wie in der Fußballbundes- und 2. Bundesliga. Das wird dann auch wieder einen Auf- und Abstieg möglich machen. Doch zuvor muss dafür gesorgt werden, dass kein DEL2 Club in finanzielle Schwierigkeiten gerät, wenn er aufsteigen würde. Positiv ist hier, dass sie nun in Neuss in einem Haus sitzen.

In einem Interview mit BR sagte Franz Reindl im November 2014, dass Eishockey in Deutschland ein riesiges Potenzial hat.

P.S.: Ja, das sehe ich auch so. Wir haben ein großes Potenzial, das durch entsprechende Strukturen ausgeschöpft werden kann.

Die Neufassung sieht vor, dass die DEL-Clubs eine sechsstellige Summe einbringen?

P.S.: Ja, eine Summe, die durch die 14 DEL Clubs geteilt wird. Das wäre z.B. bei einer Summe von 200.000 Euro ca. 14.000 Euro für jeden.

Ist das keine zusätzliche Belastung für die DEL-Clubs, da vor zwei Jahren Köln und im vergangenen Jahr Düsseldorf große finanzielle Probleme hatten?

P.S.: Wir müssen das anders sehen. Die Jugendarbeit bedeutet natürlich Kosten, ist aber auf lange Sicht ein Gewinn. Wir haben dann eigene Spieler, die auch gerne im Verein bleiben. Es ist eine mittelfristige Investition. Wie wir hier in Köln etwa an den Beispielen Moritz Müller und Marcel Ohmann sehen können. Was die Belastung der Kölner Haie betrifft: Wir müssen die Arena und auch das Trainingszentrum bezahlen. Wir erhalten keine Förderung durch die Stadt Köln. Es wird aber in Zukunft ein Rating-System, ein Fünf-Sterne-System, der DEL-Clubs geben. Da wird die Jugendarbeit, die Mannschaftsausstattung und was noch dazu gehört bewertet. Der Club der fünf Sterne erhält, erhält auch Geld vom DEB zurück. Powerplay 26 ist sehr sinnvoll.

Damit sind wir bei den Kölner Haien. Sind die auch auf einem guten Weg?

P.S.: Wir bekommen mit Patrick Hager einen starken Stürmer, wie man jetzt auch im Finale des ERC Ingolstadt gegen die Adler Mannheim sehen kann. Per Åslund spielte am Wochenende mit der schwedischen Nationalmannschaft in der Vorbereitung zur WM gegen Tschechien. Er ist ebenfalls ein sehr guter Stürmer. In der Verteidigung werden uns Fredrik Eriksson und Shawn Labonde verstärken.

Hatten Sie mit dem Abschied von Danny aus den Birken gerechnet, nachdem Torhüter Gustaf Wesslau verpflichtet wurde?

P.S.: Nein, denn es sah nicht danach aus. Wir waren überrascht, als er uns über seinen Wechselwunsch nach München informierte. (Anm. der Redaktion: Für ihn wurde Daniar Dshunussow verpflichtet)

Wer hat die Spieler ausgesucht?

P.S.: Patrick Hager kommt wegen Niklas „Sunny“ Sundbad. Gustaf Wesslau, weil er bereits mit unserem Torhütertrainer Jonas Forsberg zusammengearbeitet hatte. Sunny hat uns Fredrik Eriksson und Shawn Lalonde vorgeschlagen. Er ist viel unterwegs und berichtet mir regelmäßig von Spielern. Er arbeitet deutlich mehr, als von einem Trainer erwartet wird.

Mit Petri Liimatainen kommt ein weiterer Co-Trainer ins Team. Welche Aufgabe hat nun Franz Fritzmeier?   

P.S.: Er wird sich auch um systematische Dinge kümmern. Gemeinsam mit Sunny Videoanalysen bearbeiten und sich um den Einbau der jungen Spieler ins Team kümmern. Petri ist ein ehemaliger Verteidiger und Franz ein Stürmer. Das passt gut zusammen.

Werden noch weitere neue Spieler ins Team kommen?

P.S.: Wir suchen noch nach einem Flügelstürmer und einem Center. Einer von beiden sollte Rechtsschütze sein. Das ist im Powerplay sehr hilfreich.

Vielen Dank für das Gespräch.



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