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Sportland Nordrhein-Westfalen - Im Westen treffen sich die Besten
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DHB-Sieg in wunderbarere Atmosphäre

Sonntag, 20. Januar 2019

Die deutschen Handballer haben vor 19.250 Zuschauern in der Kölner Lanxess Arena mit 24:19 gegen ambitionierte Isländer gewonnen. Sie wurden von einem  begeisterten Publikum angefeuert und gefeiert.

Den emotionalsten Moment gab es in der Halbzeitpause. Handballlegende Joachim „Jo“ Deckarm*, Weltmeister von 1978, feierte gestern seinen 65. Geburtstag im Kreise seiner Handballfreunde, darunter viele, die sich seit seinem schrecklichen Unfall um ihn kümmern. Nun wurde er auf das Spielfeld begleitet und 19.250 Zuschauer sangen „Happy Birthday“. Ein Gänsehautmoment.

Diesen gab es auch nach Ende des Spiels. Die Spieler wurde gefeiert, allen voran Torhüter Andreas Wolf und Kapitän Uwe Gensheimer. Innerhalb des Spiels konnte man das Gefühl bekommen, dass der gebürtige Gummersbacher Paul Drux ein Heimspiel gab und auflebte. Mit vier sehenswerten Toren war er am Erfolg des Teams beteiligt. Zum „Man of the Match“ wurde Steffen Fäth gewählt, der mit sechs Toren eine großartige Leistung zeigte.

Ein Auftakt zum Schwärmen

Von Beginn an trug die Kulisse das Team von Trainer Christian Prokop durch das Spiel.  Island galt zwar als schwächster der noch folgenden Gegner Kroatien und Spanien, aber die Nordmänner sind willensstark und geben nicht auf. Ihr Star Aron Pálmarsson zeigte von Beginn an, was ihn auszeichnet: einen Blick für seine Mitspieler und eine großartige Wurftechnik. Dennoch führte das DHB Team nach vier Minuten schon mit 3:1. Christian Prokop hatte eine Veränderung vorgenommen. Europameister und Joker Kai Häfner kam für den jungen Franz Semper ins Spiel. In der 12. Minute hatte Island zum 5:5 ausgeglichen. Vorausgegangen waren fragwürdige Entscheidungen der tschechischen Unparteiischen. Sechs Minuten später ging Island erstmals in Führung. Doch bis zur Halbzeitpause hatten Gensheimer, Fäth und Pekeler die Führung mit 14:10 wiederhergestellt.

Nach der Pause warf Drux aus ca. 40 Metern ins leere isländische Tor. Danach gab es einen Aussetzer des deutschen Teams. Ihr Glück war, dass Pálmarsson sich verletzt hatte und nun auf der Bank saß. Torhüter Andreas Wolff zeigte einmal mehr seine erstklassigen Paraden und in der 43. Minute hielt er einen Siebenmeter. Die Arena bebte und die Unterstützung wurde immer stärker und das brachte Paul Drux zu zwei weiteren wichtigen Toren und Wolff zu einer weiteren unglaublichen Parade. Am Ende stand es 24:19.

Fazit:

In ihrem „Wohnzimmer“ werden die deutschen Nationalspieler durch das Publikum lautstark unterstützt. Dennoch kann das Spiel gegen Island kein Gradmesser sein, denn mit Kroatien am Montag und Spanien am Mittwoch stehen andere Teams an. Es zeigten sich speziell in der zweiten Hälfte Fehler, die gefährlich werden können.

Joachim Deckarm*

Der am 19. Januar 1954 in Saarbrücken geborene Handballspieler zählte zu den besten Handballspielern seiner Zeit. Deckarm spielte für den VfL Gummersbach und wurde mit dem oberbergischen Klub dreimal Meister. Zweimal holte er den Europacup und konnte 1978 die Weltmeisterschaft feiern.

Am 30. März 1979 stand er mit Gummersbach im Halbfinale des Europapokals in Tatabány/Ungarn auf dem Spielfeld. Im Spiel stieß er so unglücklich mit einem ungarischen Spieler zusammen, dass er ungebremst mit dem Kopf auf den wenig geschützten Betonboden prallte. Er erlitt einen doppelten Schädelbasisbruch und schwere Hirnquetschungen. Er lag über 100 Tage im Koma und musste danach alle motorischen Fähigkeiten und auch das Sprechen neu erlernen. Dabei zeigte er einen unglaublichen Lebenswillen. Bis heute an seiner Seite ist sein ehemaliger Teamkollege und Ex-Bundestrainer Heiner Brand. 2018 zog Joachim Deckarm von Saarbrücken nach Gummersbach.

2013 wurde er in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen. In Saarbrücken wurde eine Sporthalle nach ihm benannt.



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