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Sportland Nordrhein-Westfalen - Im Westen treffen sich die Besten
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DHB-Team steht im Finale der EHF EURO 2016

Freitag, 29. Januar 2016

In der seit dem 15. Januar stattfindenden Handball Europameisterschaft in Polen hat sich das deutsche Handballteam ins Finale gespielt. Unter den 16 nominierten Nationalspielern sind Torhüter Carsten Lichtlein und Rückraumspieler Simon Ernst (beide VFL Gummersbach). Die Teamkollegen Julius Kühn und Evgeni Pevnov wurden zunächst auf die Reserveliste gestellt.

Bis zu dem spannenden Halbfinale gegen Norwegen, hat das DHB-Team für Überraschungen gesorgt. Der Auftakt am 16. Januar gegen Spanien ging noch verloren, dennoch konnte sich das junge Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson schon Selbstvertrauen erspielen. Sigurdsson hatte sich in diesem Spiel für Torhüter Andreas Wolff vom HSG Wetzlar entschieden, der statt Stammtorhüter Silvio Heinevetter in den Nationalkader rückte. Wolff zeigte sich als großer Rückhalt gegen die starken Spanier. Er konnte aber auch nichts mehr dagegen ausrichten, dass das DHB-Team mit 29:32 unterlag. Pech hatte in dieser Partie der Kieler Steffen Weinhold, der bei einem Freiwurf von Jorge Maqueda ins Gesicht getroffen wurde. Der DHB-Kapitän musste lange behandelt werden, bis er wieder aufs Feld konnte. Maquede erhielt dafür die Rote Karte.

Zwei Tage später traf das DHB-Team erneut in Polens Kulturhauptstadt 2016 Breslau auf Schweden. Erneut stand Wolff im deutschen Tor. Das deutsche Team, das als Underdog gehandelt wurde, machte es den Schweden schwer. Alleine Wolff konnte 13 Würfe abwehren und die Abwehr zeigte sich sehr kämpferisch. Nachdem Schweden eine Zeit führte, kam es in der 10. Minute erstmals zum Gleichstand, doch Schweden baute seine Führung wieder aus. Das DHB-Team gab jedoch nicht auf und in der 36. Minute kam es zum 18:18 Gleichstand. Dann ging es in Führung und gab sie nicht mehr her. Deutschland gewann diese Partie mit 27:26. Der zweite Sieg in der Vorrunde war geschafft und nachdem man auch mit 25:21 gegen Slowenien gesiegt hatte, war die Hauptrunde erreicht.

In der Hauptrunde gegen Ungarn, Russland und Dänemark
Das Team von Dagur Sigurdsson gewann die Partie gegen Ungarn mit 29:19 souverän. Dagegen gestaltete sich die Partie gegen Russland schwieriger. Es dauerte länger, bis das DHB-Team sich richtig ordnete und auch zu guten Würfen kam. In der 21. Minute gingen sie erstmals mit einem Tor in Führung, doch Russland glich aus. Diesmal stand der Gummersbacher Carsten Lichtlein im Tor und er sorgte mit einigen Paraden dafür, dass Russland vorerst kein weiterer Führungstreffer gelang. Dennoch blieb das Spiel bis zu letzten Minute spannend. Als Deutschland Dank der Treffer von Christian Dissinger (THW Kiel) mit fünf Toren Vorsprung (24:19) führte, brachte das Team durch nicht genutzte Chancen die Russen wieder ins Spiel. Acht Minuten vor Spielende stand es 26:26 und alles war wieder offen.

Bei einer sehr guten Abwehrleistung verletzte sich Kapitän Steffen Weinhold, der zuvor noch zwei Treffer erzielen konnte. Als es kurz vor Ende 30:29 stand, folgte ein Ballverlust des DHB-Teams. Doch zu einem Sieg gehört auch manchmal Glück. Dies hatte Deutschland in diesem Spiel. Nachdem Russland im letzten Angriff verworfen hatte, war der vierte Sieg im Gepäck. Allerdings fielen nach dieser Partie Weinhold und Dissinger verletzt aus. Für sie war die EM beendet. Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf) und Julius Kühn (VfL Gummersbach) wurden nachnominiert.

Insgesamt musste Bundestrainer Dagur Sigurdson nun mit Uwe Gensheimer, Patrick Wiencek, Paul Drux, Patrick Groetzki, Michael Allendorf Christian Dissinger und Steffen Weinhold auf sieben Stammspieler wegen Verletzung verzichten. Nun wartete mit Dänemark ein weiterer schwieriger Gegner, der bis dahin auch ungeschlagen war.

Doch der Underdog war von Spiel zu Spiel gewachsen und auch der Ausfall der beiden wichtigen Spieler änderte nichts am Spielverlauf. Wieder stand Andreas Wolff im Tor. Die nachnominierten Spieler fügten sich gut ins Team ein und der Gummersbacher Kühn erzielte sein erstes EM-Tor. Zu Beginn verhielt sich das DHB-Team noch sehr zurückhaltend und die Führung wechselte zwischen den Teams. Doch ein herausragenden Torhüter Wolff und eine sehr starke Abwehr hielt Deutschland im Spiel. Als es in der 57. Minute 23:23 stand wurde es sehr spannend. Zuvor hatte der Bundestrainer eine Auszeit genommen und gönnte damit auch dem herausragenden Wolff eine Verschnaufpause. In der Folge gelang Tobias Reichmann mit einem Siebenmeter zweieinhalb Minuten vor Spielende die 24:23 Führung. Als dann auch noch Fabian Wende zum 25:23 traf und von Dänemark nichts mehr kam, sangen die mitgereisten Fans in der Jahrhunderthalle in Breslau „Oh, wie ist das schön“. Erstmals seit 2008 gelang dem DHB-Männerteam der Einzug ins EM-Halbfinale.

Der Halbfinal-Gegner Norwegen
Das Team musste nun Breslau verlassen und nach Krakau reisen. In der Partie gegen Norwegen hüteten Andreas Wolff und Carsten Lichtlein das Tor und es sollte ein Krimi werden. Die Teams begegneten sich auf Augenhöhe, aber als Norwegen in Unterzahl geriet, ging das DHB-Team mit vier Toren in Führung. Wieder zeigte Torwart Andreas Wolff eine sehr gute Leistung und Tobias Reichmann verwandelte vier Strafwürfe. Doch auch der norwegische Torhüter Ole Erevik zeigte gute Paraden und so kam Norwegen zur Pause auf 14:13 heran. Als das DHB-Team in der zweiten Spielhälfte gute Chancen vergab und Erevik immer besser wurde, lag es in der 38. Minute mit 17:19 zurück. Das Team kämpfte, kam auf 19:19 heran und ging mit einem weiteren verwandelten Siebenmeter von Reichmann mit 20:19 in Führung. Doch schon in der 50. Minute lag Norwegen mit zwei Toren vorne. Sieben Minuten vor dem regulären Spielende nahm der Bundestrainer eine Auszeit und wechselte Lichtlein ins Tor. Der Gummersbacher Julius Kühn hatte schon zuvor mehrmals getroffen, mit seinem fünften Tor erzielte er den 26:26 Ausgleich. Als es nach 60 Minuten 27:27 stand, steigerte sich die Spannung ins Unermessliche. Nun musste eine Verlängerung das EM-Halbfinale entscheiden. Das geschah das letzte Mal im Jahr 1994. Bis zur Pause gelang dem DHB-Team ein 31:30. Nach der Pause glich Norwegen erneut aus. In der Minute 69:57 war es der nachnominierte Kai Häfner, der mit seinem Treffer zum 34:33 für den Einzug ins Finale sorgte.

Ganz großen Anteil hatten an diesem Sieg Tobias Reichmann mit zehn Toren (darunter sieben verwandelte Strafwürfe), sowie die beiden nachnominierten Kai Häfner und Julius Kühn, mit jeweils fünf Toren.

Das DHB-Team
Tor: Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach), Andreas Wolff (HSG Wetzlar)
Linksaußen: Rune Dahmke (THW Kiel)
Rückraum links: Steffen Fäth (HSG Wetzlar), Christian Dissinger (THW Kiel) ersetzt durch Julius Kühn (VfL Gummersbach), Finn Lemke (SC Magdeburg)
Rückraum Mitte: Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten), Niclas Pieczkowski (TuS N-Lübbecke), Simon Ernst (VfL Gummersbach)
Rückraum rechts:
Steffen Weinhold (THW Kiel), ersetzt durch Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf), Fabian Wiede (Füchse Berlin)
Rechtsaußen:
Johannes Sellin (MT Melsungen), Tobias Reichmann (KS Vive Tauron Kielce/POL)
Kreis: Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen), Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar), Erik Schmidt (TSV Hannover-Burgdorf)



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