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Sportland Nordrhein-Westfalen - Im Westen treffen sich die Besten
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Die Kölner Haie – ein Gespräch mit Trainer Niklas Sundblad

Montag, 24. August 2015

Im Laufe der letzten Saison hatte Niklas Sundblad die Kölner Haie von Uwe Krupp übernommen. Nun konnte er ein neues Team aufbauen. Für eine Teilnahme an der Champions Hockey League hatte sich der KEC diesmal nicht qualifizieren können. Daher konnte er in diesem Jahr am Lehner Cup teilnehmen, der in der Schweiz ausgespielt wird. Dort sicherte sich das Team mit einem 3:2 Sieg gegen den EV Zug und einem 2:0 Erfolg gegen Ambri Piotta den ersten Pokal.

Am Samstag, 22. August, wurde das Team bei strahlendem Sonnenschein auf der Fläche zwischen dem Kölner Schokoladenmuseum und Deutschen Olympia Museum ca. 4000 Fans offiziell vorgestellt.

Du hast die letzte Saison nicht so abschließen können, wie Du es dir vorgestellt hast...
Niklas Sundblad: Ich glaube der ganze Verein war enttäuscht, dass wir die Playoffs nicht erreicht haben, aber wir haben daraus viel gelernt. Wir haben gesagt, dass wir die Mannschaft unbedingt umbauen müssen, um einen neuen Start machen zu können. Das haben wir jetzt getan.

Woran lag es 2014/15 aus deiner Sicht?
N. Sundblad: Es waren viele verschiedene Faktoren. Vielleicht ein bisschen zu langsam, zu alt geworden und die vielen Verletzungen Anfang der Saison. Aber das war letzte Saison, jetzt schauen wir nach vorne.

Du sprachst gerade das Alter an. Bei den Neuverpflichtungen gibt es mit Jason Williams (35) auch einen älteren Spieler...
N. Sundblad: Ja, aber wir haben auch viele junge Spieler. In dieser Position suchten wir einen erfahrenen Spieler. Für diese Position ist es nicht einfach einen 28-jährigen Spieler aus der NHL zu finden. Die kommen nicht nach Deutschland. Man hätte einen Jüngeren verpflichten können und hoffen, dass er gut spielt. Aber ich wollte einen erfahrenen, fitten Spieler haben, der uns helfen kann. Jason Williams war mit Ausnahme des letzten Jahres wegen eines Handgelenkbruchs der beste Torjäger der Schweiz. Aber wir haben sonst kaum ältere Spieler im Team, mit Sebastian Uvira (22), Nick Latta (21), Maximilian Faber (22), Pascal Zerressen (22) stehen jetzt junge Spieler im Kader. Das ist das perfekte Alter. Dann wir haben Spieler im fortgeschrittenen Alter zwischen 25 und Anfang 30. Eine gute Altersstruktur.

Du hast dich bei den Neuverpflichtungen sehr stark in Schweden umgesehen?
N. Sundblad: Die Nationalität ist mir egal, wir könnten auch einen Japaner verpflichten. Ich schaue mir sehr viele Eishockeyspiele an und mir sind diese Spieler aufgefallen. Ich wollte aber nicht mehr als sechs schwedische Spieler haben, das reicht. Ich wollte insgesamt gute Eishockeyspieler haben.

Wie bist du auf Per Åslund aufmerksam geworden?
N. Sundblad: Ich hatte im November von einem Agenten gehört, dass er interessiert sei. Ich habe ihn viel beobachtet und mit ihm geredet. Ich glaube es wollten ihn fünf verschiedene schwedische Clubs haben, aber er hat sich im Endeffekt für uns entschieden. Er hat sehr hohe technische Fähigkeiten und ist ein sehr guter Schlittschuhläufer. Normalerweise geht solch ein Spieler lieber in die Schweiz, in die KHL oder bleibt in Schweden. Ich bin froh, dass er sich für uns entschieden hat.

Wie kam es dazu, dass Gustaf Wesslau sich für Köln entschied. Er war 2013 der beste Torhüter der 1. schwedischen Liga?
N. Sundblad: Ich habe ihn viel gesehen. Unser Torhütertrainer Jonas Forsberg kennt ihn besser, denn er hat zwei Jahre mit ihm zusammengearbeitet. Ich glaube er ist der Hauptgrund dafür, dass Wesslau nach Köln kam. Er wollte wieder mit ihm zusammenarbeiten. Daniar Dshunussow kam für Danny aus den Birken. Mit ihm bekommen wir einen weiteren sehr guten Torhüter. Ich habe ihn viel in Wolfsburg beobachtet. Wir haben diese Saison ein starkes Torduo.

Sollte Johannes Salmonsson nicht erst verpflichtet werden, wenn er die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten hat?
N. Sundblad: Ja, das war der erste Plan, da seine Mutter aus Deutschland ist. Aber das spielt jetzt keine Rolle, denn er ist auch ein guter Schlittschuhläufer und Spieler. Wir hoffen zwar immer noch auf den deutschen Pass, aber wenn er den nicht bekommt, dann spielt er mit einer Ausländerlizenz.

Fredrik Eriksson hat ja schon zwei Jahre in Nürnberg gespielt, aber Dragan Umicevic spielte bisher noch nicht in Deutschland.
N. Sundblad: Unser Co-Trainer Petri Liimatainen kennt ihn sehr gut. Er ist ein Techniker, guter Touch, gute Pässe und er macht viele Punkte. Wir brauchten einen guten Rechtsschützen. Dragan ist ein Talent.

Was kannst Du zu Shawn Lalonde sagen?
N. Sundblad: Er ist groß, schießt rechts. Er ist Verteidiger und kann auch hart spielen. Ich habe ihn in Berlin beobachtet und er hat letzte Saison in Färjestad gespielt.

Dann hat er mit Åslund zusammengespielt?
N. Sundblad: Ja. Ebenfalls haben Åslund und Umisevic dort in der gleichen Reihe gespielt und waren dort die Top-Torjäger der Mannschaft. Ich will nicht schlecht über die DEL reden, aber in Schweden, Finnland und der Schweiz wird schneller gespielt. Daher ist es ein Vorteil, wenn Spieler aus einer schnelleren Liga kommen. 

Es gibt aber im neuen Kader mit Patrick Hager und Jean-Francois Boucher auch zwei alte Bekannte aus Ingolstadt
N. Sundblad: Patrick Hager ist ein Top-Center in Deutschland. Er spielt mit viel Herz und Leidenschaft und ist ebenfalls ein guter Schlittschuhläufer. Ich bin froh, dass er zu uns gekommen ist. Boucher ist ein Kämpfer und spielt auch mit Herz und Leidenschaft. Wir brauchen Tiefe im Kader, daher haben wir ihn verpflichtet. Er kann alle Stürmerpositionen spielen. Er ist unangenehm für die Gegner.

Marcel Ohmann macht nun nach seiner starken Verletzung Einzeltraining, wann kommt er zurück?
N. Sundblad: Es geht ihm Schritt für Schritt besser. Er wird in eineinhalb Monaten wieder spielbereit sein.

Ohmann ist ein harter Spieler, er kann viel einstecken
N. Sundblad: Ja, das ist er. Er wurde hier in Köln ausgebildet, spielt mit viel Leidenschaft. Er ist ein sehr guter Spieler.

Mit Maximilian Faber wurde ein ganz junger Spieler verpflichtet  
N. Sundblad: Ja, er ist erst 21 Jahre alt. Er hat auch in Duisburg gespielt und unser Co-Trainer Franz Fritzmeier hat ihn empfohlen. Wir brauchten einen achten Verteidiger fürs Training. Er schießt rechts und schlägt gute Pässe. Er braucht noch etwas Zeit.

Wie sieht dein Trainingsablauf aus?
N. Sundblad: Wir legen den Fokus momentan auf die Fitness. Mit Arne Greskowiak haben wir einen guten Fitnesstrainer. Zu Anfang der letzten Saison hatten wir viele Verletzungen, daher machen wir das Off-Ice-Training jetzt etwas anders. Bis zum Saisonbeginn werden wir noch Testspiele gegen Langenau und Lugano (Schweiz) sowie gegen Malmö/Schweden machen. Das letzte Vorbereitungsspiel wird gegen Krefeld sein. Wir fangen um 9 Uhr an, gehen in den Kraftraum, gehen zwei Stunden aufs Eis, haben anschließend Lunch und gehen dann nachmittags wieder aufs Eis. Ich selber gehe morgens um sechs Uhr mit meinen Hunden raus (lacht), bin dann um 8 Uhr im Trainingszentrum und bereite alles vor.   

Wo siehst Du die NRW-Clubs in der DEL diese Saison?
N. Sundblad: Düsseldorf hat diese Saison eine ältere Mannschaft. Krefeld hat hingegen diese Saison einen jungen Kader. Iserlohn war die Überraschungsmannschaft letzte Saison und hat aktuell viele Kanadier/Deutsch-Kanadier im Team. Ich bin mal gespannt, was sie alle machen. Am stärksten sehe ich aber diese Saison die Adler Mannheim. Sie haben einen tiefen Kader. München, Hamburg und Berlin sehen auch gut aus.    

Vielen Dank für das Gespräch



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