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Sportland Nordrhein-Westfalen - Im Westen treffen sich die Besten
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Ein schrecklicher Länderspielabend

Sonntag, 15. November 2015

Am 13. November 2015 war die Mannschaft zu einem EM-Testspiel gegen Frankreich zu Gast in Paris. Leroy Sané (FC Schalke 04) gab an diesem Abend sein Länderspieldebüt. Die Partie endete mit den Toren von Olivier Giroud (45.+1) und André-Pierre Gignac (86.) mit 2:0 für die Gastgeber. Ein Ergebnis, das dann niemanden mehr interessierte.

Das Stade de France liegt im nördlichen Pariser Vorort Saint-Denis. Es hat bei Fußballspielen eine Kapazität von 81.338 Zuschauern. Bevor das Stadion am 28. Januar 1998 im Rahmen eines Länderspiels zwischen Frankreich und Spanien offiziell eröffnet wurde, prägten hauptsächlich Plattenbauten das Bild der Vorstadt.

An diesem 13. November waren knapp 80.000 Besucher zu Gast, darunter der französische Staatspräsident Francois Hollande und der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Er hatte 1.000 französische Helfer für ihren Einsatz nach der Germanwings-Katastrophe mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt und ins Stadion zu diesem Freundschaftsspiel eingeladen. Die Mannschaft lief an diesem Abend erstmals mit den neuen Heimtrikots für die Euro 2016 auf. Im Team standen die NRW-Spieler Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Matthias Ginter (alle BVB), Jonas Hector (1. FC Köln), Debütant Leroy Sané (Schalke), Bernd Leno und Christoph Kramer (beide Leverkusen).

Der Spieltag
Bereits am Morgen des 13. musste das Teamhotel der Mannschaft wegen einer anonymen Bombendrohung geräumt werden. Es wurde jedoch keine Bombe gefunden. So startete die Mannschaft nicht ganz unbelastet am Abend in die Partie, die um 21 Uhr angepfiffen wurde. Das Spiel lief auf Augenhöhe, als man im Stadion in der 17. Minute einen lauten Knall hören konnte. Das Spiel lief unverändert weiter. Deutschland zog sich etwas zurück und ließ so die Franzosen besser in die Partie kommen. Als dann in der 21. Minute ein weiterer, diesmal lauterer Knall zu hören war, wurden zwar ein paar Fans unruhiger, aber das Spiel lief weiter. Mittlerweile hatte der französische Staatspräsident die Ehrentribüne verlassen. Der deutsche Außenminister blieb auf seinem Platz. In der 34. Minute wurde Jonas Hector angeschlagen ausgewechselt. Für ihn kam Emre Can ins Spiel. Das erste Tor für Frankreich fiel in der 1. Minute der Nachspielzeit. Die zweite Halbzeit war gerade drei Minuten alt, als niemand mehr das Stadion verlassen durfte. Warum die Ausgänge geschlossen wurden, wurde nicht bekannt gegeben. Das Spiel lief weiter. In der 86. Minute fiel das zweite Tor für Frankreich. Gignac hatte zum 2:0 Endstand getroffen, doch die Stimmung im Stadion war verhalten.

Da einige Ausgänge geschlossen waren, strömten die Zuschauer nach Ende des Spiels auf den Rasen. Nach einer Zeit wurden sie geschlossen nach draußen begleitet. Die Mannschaft verbrachte aus Sicherheitsgründen die Nacht in den Katakomben des Stade de France. Die französische Mannschaft blieb so lange dabei, bis das DFB-Team das Stadion verlassen konnte. Am Sonntagmorgen landete es wieder in Frankfurt.

Länderspiel gegen die Niederlande
Heute entschied der DFB, dass das Länderspiel am kommenden Dienstag in Hannover gegen die Niederlande stattfinden wird. Bundestrainer Joachim Löw verzichtet dabei auf Manuel Neuer, Jérome Boateng, Jonas Hector, Lukas Podolski, Leroy Sané und Bastian Schweinsteiger.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihr Kommen angekündigt.

Ein verhinderter Anschlag
Die Spieler hatten erst nach dem Spiel von den Anschlägen in Paris erfahren. Die Detonationen, die man während des Spiel hören konnte, stammten von Selbstmordattentätern. Insgesamt waren es drei, von denen mindestens einer eine Eintrittskarte zum Spiel hatte. Ein Wachmann hatte bei ihm eine Sprengstoff-Weste entdeckt. Während dieser floh, zündete er diese.

Laut Medienberichten verlor der französische Nationalspieler Lassana Diarra an diesem Abend seine Cousine bei einem Anschlag in Paris. Bei den insgesamt sechs Anschlägen sind mindestens 129 Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Deutscher. Mehr als 350 Menschen wurden verletzt, viele davon schwer.



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