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Sportland Nordrhein-Westfalen - Im Westen treffen sich die Besten
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NRW-Sportler erfolgreich bei den Paralympics in Rio

Montag, 19. September 2016

Die paralympischen Spiele 2016 sind beendet. Vom 7. bis 18. September wurden diese Spiele für die Brasilianer zu einem großen Volksfest und die Sportler gefeiert. Für die 44 Athleten aus NRW werden diese Spiele in guter Erinnerung bleiben.

Das International Olympic Committee (IOC) hatte mit seiner Senkung der Eintrittspreise der Bevölkerung von Rio den Besuch der Spiele leichter gemacht. So kamen ganze Familien in den Genuss, die paralympischen Athleten zu sehen und zu unterstützen. Besonders beeindruckend war die Szene, als der dänische Rennrollstuhlfahrer Ebbe Blichfeldt noch einige 100-Meter vor sich und der Sieger Marcel Hug diesen Vorlauf über 5.000 Meter schon gewonnen hatte. Die Cariocas - so werden die Einwohner von Rio genannt - merkten, dass der schon lange überrundete Däne noch weiterfuhr. Da erhob sich das ganze Stadion und klatschte, bis der Sportler das Ziel erreicht hatte. Aber auch die deutschen Sportler zeigten viel Herz. Kugelstoßer Sebastian Dietz lud Straßenkinder zum Wettkampf ein. Die Goalballer sammelten Spenden und brachten sie in die Kindertagesstätte Santa Clara, die mitten in der Favela Vidigal liegt.

Doch leider ereignete sich auch Trauriges. Der iranische Radfahrer Bahman Golbarnezhad stürzte am Samstag, 17.09.16 auf einer Abfahrt. Er schlug mit dem Kopf auf einen Stein und wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Dort erlag der 48-Jährige seinen Verletzungen. Bei der Abschussfeier gab es eine Gedenkminute für den Asienmeister.

Sportliche Erfolge der Leverkusener

Insgesamt gewannen die deutschen Athleten 18 Gold-, 25 Silber- und 14 Bronzemedaillen. Einen großen Anteil an diesem Erfolg hatten die NRW-Sportler.

Für Markus Rehm war schon die Eröffnungsfeier ein großer Tag. Als Fahnenträger schritt er der Mannschaft ins legendäre Maracana-Stadion voran. Doch es gab noch weitere. Mit seinen Leverkusener Kollegen David Behre, Felix Streng und Johannes Floors lief er bei der 4x100-Meter-Staffel der Klasse T42-47 zunächst zu Silber. Da jedoch die USA wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert wurde, rückte das Quartett auf den ersten Platz und gewann damit Gold. Nur eine Stunde und 51 Minuten später holte David Behre über 200m mit 21,41 Sekunden die Bronzemedaille. Johannes Floors lief mit 21,81 Sekunden seine persönliche Bestleistung. Für David Behre kam noch eine Silber-Medaille hinzu, als er ein paar Tage später die 400 Meter der Klasse T44 in Europarekordzeit von 46,23 Sekunden gewann. Damit hatte er nun Gold, Silber und Bronze. Gold gab es am letzten Wettkampftag auch noch einmal für Markus Rehm. Diesmal gelang es ihm im Weitsprung der Klasse T44 mit 8,21m im sechsten Versuch. Damit stellte er einen paralymischen Rekord auf. Felix Streng gewann in dieser Disziplin mit 7,13m die Bronzemedaille. Gold und einen paralympischen Rekord stellte auch Heinrich Popow mit 6,70m im Weitsprung der Klasse T42 auf.

Die Frauen standen den Männern in nichts nach. Bereits am 10.09. gewann Vanessa Low (TSV Bayer 04 Leverkusen) im dritten Versuch mit 4,93 Meter Gold im Weitsprung der Klasse T42 und verbesserte damit ihren eigenen Weltrekord um 14 Zentimeter. Die Leverkusener Athletinnen blieben erfolgreich. Irmgard Bensusan gewann im 400-Meter-Rennen der Klasse T44 mit 59,62 Sekunden Silber, ihre erste Paralympics-Medaille. Doch auch über 200 Meter der Klasse T44 mit 26,90 Sekunden holte sie Silber und damit ihre zweite Medaille. Die dritte Silbermedaille folgte über 100 Meter der Klasse T44 in 13,04 Sekunden. Am gleichen Tag sichert sich auch Vanessa Low die Silbermedaille über 100 Meter der Klasse T42 in 15,17 Sekunden. Franziska Liebhardt, die beim TSV Bayer 04 Leverkusen von Steffi Nerius trainiert wird, gewann Gold im Kugelstoßen der Klasse F37. Sie stieß die Kugel mit Weltrekord auf 13,96 Meter. Danach gewann sie im Weitsprung der Klasse T37 mit 4,42m die Silbermedaille. Weiteres Gold und einen paralymischen Rekord erreichte Birgit Kober am 17.09. mit 11,41m im Kugelstoßen. Die 45-Jährige wird nach den Spielen Leverkusen verlassen und in ihre Heimat zu 1860 München wechseln.

Für die Sitzvolleyballer lief es nicht so gut. Nach einer 1:3 Niederlage gegen Gastgeber Brasilien, mussten sie ihre Medaillenträume begraben. Und auch für die Schwimmer lief es nicht so erfolgreich. Tobias Pollap beendete mit seiner persönlichen Bestzeit über 50 Meter Freistil mit 32,13 Sekunden und dem Einzug ins Finale den Wettbewerb. Sein Teamkollege Hannes Schürmann verpasste in dieser Disziplin den Einzug ins Finale.

Die sehbehinderte Katrin Müller-Rottgardt (TV Wattenscheid 01) gewann mit ihrem Begleitläufer Sebastian Fricke über 100m die Bronzemedaille.

Tischtennis aus Düsseldorf

Thomas Schmidberger hieß hier der große Gewinner. Schon am 11.09. gewann er Silber im Einzel-Tischtennis Wettbewerb der Wettkampfklasse 3. Im Finale unterlag er dem alten und neuen Paralympics-Sieger Feng Panfeng aus China mit 1:3. Im Tischtennis-Doppel mit Thomas Brüchle und einem 2:0 Sieg über die Schweden Alexander Ohgren/Victor Sjoqvist zog er ins Halbfinale ein. Dort bezwangen sie Gastgeber Brasilien mit einem klaren 2:0-Sieg und standen im Finale. Dort mussten sie sich den Chinesen mit 1:2 geschlagen geben und hatten sich aber die Silbermedaille gesichert. Für Jochen Wollmert war im Doppel mit Valentin Baus (Duisburg) im Viertelfinale schon Ende. Im Einzel konnte sich der bei der BSG Duisburg spielende Baus dann Silber in der Wettkampfklasse 5 sichern. Im Finale unterlag er der Nummer 1 der Weltrangliste, Cao Ningning aus China, knapp in drei Sätzen. Und auch Stephanie Grebe gewann im Tischtennis in der Wettkampfklasse 6 die Silbermedaille. Im Finale musste sie sich der Kroatin Paovic geschlagen geben.

Gold für die Radprofis und Sebastian Dietz

Die 45-jährige Handbikerin Andrea Eskau und der 58-jährige Hans-Peter Durst waren erfolgreich. Gold gewann der Dortmunder Radprofi im Zeitfahren in der Klasse T1-2 in 22:57,34 Minuten. Dabei fuhr er fast 14,5 der 15 Kilometer mit einem lockeren Sattel. Als erster deutscher Athlet bei diesen Paralympics erhielt er später zum zweiten Mal Gold. In 50:57 Minuten über 30 km kam er mit drei Sekunden Vorsprung auf den Briten Davis Stone ins Ziel. Andrea Eskau gewann im Zeitfahren der Klasse H4-5 die Silbermedaille. Die deutsche Dorothee Vieth kam 40 Sekunden früher ins Ziel. Gold holte Eskau im Doppel-Straßenrennen mit Christiane Reppe.

Sebastian Dietz stieß seine Kugel auf 14,84m. Neben einem paralymischen Rekord gab es auch die Goldmedaille.

Mannschaftssiege

Die Rollstuhlbasketball-Damenmannschaft gewann im Viertelfinale gegen Frankreich mit 76:28 und zog ins Halbfinale ein. Dort sicherte sie sich mit einem 55:45-Erfolg gegen die Niederlande den Einzug ins Finale. Eine Medaille war sicher. Da sie den USA mit 45:62 unterlag wurde es Silber. Die Herren unterlagen bereits im Viertelfinale mit 66:70 den Spaniern.

Die deutsche Reiter-Équipe mit Carolin Schnarre (Sportfreunde Lotte) gewann in der Teamwertung Silber.

Die NRW-Athleten

Alle aufgeführten Sportler trainieren in einem NRW-Verein oder beim OSP Rheinland.

TSV Bayer 04 Leverkusen

Leichtathletik:

  • Markus Rehm – 2xGold
  • David BehreGold, Silber, Bronze
  • Johannes Floors - Gold
  • Birgit KoberGold
  • Franziska LiebhardtGold, Silber
  • Vanessa Low - Gold, Silber
  • Heinrich Popow - Gold
  • Felix Streng – Gold, 2x Bronze
  • Irmgard Bensusan – 3x Silber
  • Matthias Mester
  • Leon Schäfer
  • Frank Tinnemann


Sitzvolleyball

  • Dominik Albrecht
  • Stefan Hähnlein
  • Lukas Schiwy
  • Jürgen Schrapp
  • Stefan Schu
  • Mathis Tigler


Schwimmen (SG Bayer)

  • Tobias Pollap
  • Hannes Schürmann


TV Wattenscheid 01 (Leichtathletik)

  • Katrin Müller-Rottgardt – Bronze
  • Juliane Mogge
  • Dennis Rill
  • Uta Streckert


Borussia Düsseldorf (Tischtennis)

  • Thomas Schmidberger – 2xSilber
  • Stephanie Grebe - Silber
  • Jochen Wollmert
  • Sandra Mikolascheck


Leichtathletik:

  • Sebastian Dietz (BSG Bad Oeynhausen) – Gold
  • Frederike Charlotte Koleiski (Eintracht Duisburg von 1848 e.V.)
  • Dennis Schmitz (OSP Rheinland)


Radsport:

  • Hans-Peter Durst (RuMC 1925 Sturm Hombruch, OSP Rheinland) – 2xGold
  • Andrea Eskau (USC Magdeburg, OSP Rheinland) – Gold, Silber


Reiten:

  • Carolin Schnarre (Sportfreunde Lotte) - Silber


Rennrollstuhl:

  • Alhassan Baldé (SSF Bonn)
  • Marc Schuh (TV Herkenrath 09)


Rollstuhl-Basketball

  • Annika Zeyen (BG Basket Hamburg, OSP Rheinland) – Silber
  • Mareike Miller (RBC Köln 99ers) – Silber
  • Anne Patzwald (BBC Warendorf) - Silber


Sitzvolleyball

  • Heiko Wiesenthal (BSG Emmelshausen, OSP Rheinland)
  • Barbaros Sayilir (BSG Emmelshausen, OSP Rheinland)


Tischtennis

  • Valentin Baus (BSG Duisburg-Bucholz e.V.) - Silber
  • Thomas Rau (RBS Solingen)
  • Holger Nikelis (RSC Köln)


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