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Begriffe konkret

Bewegung

Regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivität sind unabdingbare Bestandteile eines gesunden Lebensstils. Sie sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Kinder effektiv lernen und sich körperlich und geistig gut entwickeln können, dass Erwachsene aktiv und energievoll ihren Alltag meistern können und ältere Menschen möglichst lange in der Lage sind, mit hoher Lebensqualität ihr Leben selbstbestimmt zu meistern. Neben vielseitiger Bewegung und körperlicher Aktivität sind dabei eine ausgewogene, personengerechte Ernährung sowie ausreichende Entspannungsmöglichkeiten von grundlegender Bedeutung. Genauso bedeutend für die Gesundheitsförderung ist es jedoch auch, im öffentlichen Raum, insbesondere im Wohnumfeld genügend (Frei-) Räume und Gelegenheiten für viel Bewegung, Sinnes- und Körpererfahrungen sowie Sportmöglichkeiten zu schaffen.
(siehe auch Plattform Ernährung und Bewegung e. V. (peb) unter Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.pebonline.de/)

 

Ernährung

Essen und Trinken sind die Basis für die Funktionsfähigkeit des Menschen, da sie Energie liefern und den Körper mit lebensnotwendigen Nährstoffen wie Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen, versorgen. Hinweise für eine gesunde Ernährung gibt es unzählige, die Kernaussage ist jedoch bei fast allen gleich: ausgewogen und abwechslungsreich sollte sie sein und auf die Menge kommt es an. Essen und Trinken sollen in erster Linie Genuss bringen, Spaß machen und gut schmecken. Jedoch gilt wie bei so vielem im Leben: in Maßen, nicht in Massen.

In jeder Lebenslage, ob zu Hause, in Kita, Schule, Beruf, Freizeit etc. gilt: Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ist ein Grundpfeiler für die gesunde körperliche und geistige Entwicklung und das Dasein.

Um ein ausgewogenes Ernährungsverhalten zu erreichen, sind Verbote nicht der richtige Weg. Vielmehr kommt es auf die Vorbildfunktion etwa von Eltern, Erziehern, Lehrern, Partner, Freundeskreisen an. Gemeinsame, ausgewogene Mahlzeiten und die aktive Einbeziehung der Kinder, Erwachsenen und Älteren - wo immer möglich - fördern Esskultur und gesundes Ernährungsverhalten.

Für einen gesunden Lebensstil reicht jedoch ein ausgewogenes Ernährungsverhalten allein nicht aus. Entscheidend ist das Gleichgewicht von Ernährung, Bewegung, Entspannung.
(vgl. peb)

 

Übergewicht und Adipositas

Definition und Entstehung
In der Regel wird Übergewicht in Anlehnung an die Definition der Weltgesundheitsorganisation als ein über der Alters- und Geschlechtsnorm liegendes Körpergewicht definiert (vgl. Warschburger et al., 2005).

In Abgrenzung hierzu wird Adipositas durch einen übermäßigen Anteil der Fettmasse am Körpergewicht mit deutlicher Beeinflussung der Gesundheit und einer psychosozialen Entwicklungsstörung definiert. Adipositas wird heute als chronische Gesundheitsstörung verstanden und gilt ebenso wie Magersucht (Anorexie) und Ess-Brech-Sucht (Bulimie) als Essstörung.

Das Ursachengeflecht für Übergewicht ist komplex - selten greifen einfache Erklärungsmuster. Vielmehr sind die Lebensumstände und der Lebensstil insgesamt entscheidend. Nicht das Ernährungs- oder das Bewegungsverhalten sind alleine verantwortlich.

Genetik, Ernährung, Bewegungsmangel, sozioökonomische Faktoren sowie Einflüsse in der frühen Kindheit sind also Teil des Ursachengeflechts von Übergewicht und dessen Folgeerkrankungen.

Für die Zunahme des Übergewichts ist vor allem ein veränderter Lebensstil verantwortlich, insbesondere die mangelnde Bewegung in Verbindung mit unausgewogener Ernährung: Das Verhältnis zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch ist aus dem Gleichgewicht geraten.

Der Zusammenhang von Ernährung, Bewegung und Übergewicht
Essen und Trinken sind für uns selbstverständlich und lebenswichtig. Essen und Trinken wirken auf das Wohlbefinden, bereiten Genuss, machen Spaß und sind Teil vieler kultureller und religiös geprägter Anlässe und Rituale. Was schmeckt und was nicht schmeckt, Appetit und Sättigung werden im Kindesalter gelernt und kulturell geprägt (vgl. Pudel/Westenhöfer, 2003). Eltern haben dabei eine wichtige Vorbildfunktion. Kinder, die übergewichtige oder adipöse Eltern haben, sind häufiger von Übergewicht betroffen als andere. Dies ist auch auf die familiären Lebensbedingungen und Verhaltensweisen zurückzuführen (KiGGS, 2006).

Durch Essen und Trinken nimmt der Körper die Energie auf, die er für jegliche Art von Bewegung (Arbeitsumsatz) sowie ohne körperliche Aktivität (Grundumsatz) benötigt. Der Energieverbrauch durch Bewegung hat bei den meisten Menschen abgenommen. Die Energiezufuhr ist im Durchschnitt allerdings unverändert geblieben (vgl. NVS II, 2008). Das liegt zum Beispiel daran, dass weniger körperliche Arbeiten verrichtet werden als früher, die Ernährungsmuster jedoch gleich geblieben sind. Dem Körper wird somit mehr Energie zugeführt, als er verbrennt. Die Folge ist eine gestörte Energiebilanz. Dies trifft auf 36 Prozent der Männer und 31 Prozent der Frauen in Deutschland zu (NVS II, 2008)

vgl. Quelle & Download: Öffnet externen Link in neuem FensterArbeitshilfe "Regionen mit peb: Gemeinsam für einen gesunden Lebensstil bei Kindern"

Prävention
Zum Verringern des Einflusses von Risikofaktoren auf die Gewichtsentwicklung eignen sich besonders Maßnahmen der Primärprävention. Frühzeitige Interventionen, gerade auch bezüglich der weitreichenden Folgen von Übergewicht, sind von äußerst hoher medizinischer, sozialer und gesundheitspolitischer Relevanz.

Diese primären Interventionen können sich an Einzelne oder an Gruppen richten, wobei gruppenfokussierte Interventionen von höherem Erfolg und gesamtgesellschaftlichem Nutzen sind.

In diesem Zusammenhang hat sich bislang der Ansatz an den Lebenswelten als besonders effektiv erwiesen. Die lebensweltbezogenen Interventionen können überall dort durchgeführt werden, wo Kinder und Jugendliche leben und lernen. Eine besondere Bedeutung wird hier den Settings Kita und Schule beigemessen, da diese durch nahezu alle Kinder und Jugendlichen in ihrem Leben besucht werden.

Der Lebensweltenansatz ist der Verhältnisprävention zuzuordnen. Hier zielen alle präventiven Maßnahmen darauf, die Lebensbedingungen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen so zu gestalten, dass diese ihrer Gesundheit zuträglich sind.

Im Zuge der Verhältnisprävention ist die Verhaltensprävention, bestehend aus gezielter Weitergabe von Informationen und Gesundheitserziehung, von nicht minderer Bedeutung für die Primärprävention.

Nur eine Kombination von Verhaltensprävention innerhalb der Verhältnisprävention kann größtmögliche positive Effekte hervorbringen. Nach wie vor gilt als wichtige Bestandteile der Präventionskette, dass die Gesundheitspotenziale der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu erkennen und zu fördern sind.
(vgl. peb)

Gesundheitsförderung
Im Gegensatz zur Prävention, die sich auf die Vermeidung bzw. Risikominimierung von Krankheiten, also zum Beispiel die Vermeidung von Diabetes durch Normalgewicht, bezieht, steht bei der Gesundheitsförderung die Stärkung von Gesundheitsressourcen der Menschen und damit ihr Maß an Selbstbestimmung und Verantwortung für die eigene Gesundheit im Focus. Mit gesundheitsfördernden Maßnahmen werden Kompetenzen gefördert, um die individuellen Lebens- und Arbeitsbedingungen "gesünder" zu gestalten.

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