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Kernbotschaften

Bewegung und Ernährung - Was empfiehlt die Wissenschaft?

Im Rahmen der fünf Regionalen Fachkonferenzen im Zeitraum 2010 bis 2012 wurden aus den wissenschaftlichen Beiträgen Kernbotschaften zu 'Bewegung und Ernährung' generiert. Aus den Vorträgen der Sportmediziner, Sportpsychologen, Ernährungswissenschaftler und Ernährungspsychologinnen finden Sie nachfolgend die relevanten Aussagen zusammengefasst.

KERNBOTSCHAFTEN aus den 'Fünf Regionalen Fachkonferenzen'

  1. "Übergewicht und Adipositas sind in Zeiten mit Nahrungsüberfluss und Bewegungsmangel als 'Normalzustand' anzusehen, wenn nicht bewusst gegengesteuert wird." (Helmut Heseker, 2010)
  2. Bewegung und Ernährung sowie Entspannung müssen unbedingt zusammengeführt und zusammen gedacht werden. Mit Hilfe einer vernetzen Präventionsstrategie können Menschen vor Ort hierüber informiert, sensibilisiert und begleitet werden (alle, 2010, 2011, 2012).
  3. Für bewegungsferne Menschen wird empfohlen, fünf Mal pro Woche mit einer Belastung von 40 Prozent der Leistungsfähigkeit aktiv zu sein. Schon eine niederschwellige und moderate sportliche Aktivität hat einen gesundheitlichen Effekt. Niederschwellige körperliche Aktivität erhöht die Motivation kontinuierlich bewegungsaktiv zu bleiben, um Zivilisationskrankheiten vorzubeugen - Wenn schon fett dann fit, Bauchfett ist besonders gesundheitsschädlich - (Winfried Banzer 2010, Klaus Völker 2011, Wildor Hollmann 2011, Ingo Froböse, Arno Schimpf 2012)
  4. Zu langes Sitzen und zu langes Unbeweglichsein sollte vermieden werden! Hohe Zeiten der Inaktivität und der damit verbundenen geringeren Stimulanz für unseren Organismus stellt einen neuen Risikofaktor, gerade auch für die Gruppe der Akademiker/innen dar. (Winfried Banzer 2010, Helmut Heseker, 2010, Klaus Völker 2011, Ingo Froböse 2011 und 2012)
  5. 180 Treppenstufen pro Tag gemütlich zu gehen, entspricht einer Belastung, welche den durchschnittlichen Leistungszustand von Herz, Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel unverändert beibehält. Alles was über 180 Treppenstufen hinaus geht, ist bereits ein Gewinn für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. (Wildor Hollmann, 2011)
  6. Die Rahmenbedingungen, die jeweilige Umwelt, das soziale Umfeld determinieren Gesundheitsverhalten. Dringend angeraten werden die Schaffung attraktiver Bewegungs- und Sporträume sowie die Aufwertung der Nahmobilität im Alltag von Menschen. Der Zugang zu moderater Bewegung muss Teil des Alltags werden und bleiben. Die Chancen, damit mehr Menschen zu erreichen, die sich bewegen, sind höher. (Winfried Banzer 2010, Christoph Klotter 2011, Ingo Froböse, Arno Schimpf, Franz Linder, 2012)
  7. Wir brauchen eine neue motivierende Kampagne für Bewegung, die auffordernd und begeisternd ist und nicht anmahnend. (Wildor Hollmann 2011, Ingo Froböse, Arno Schimpf, 2012)
  8. Zur Aktivierung von ausreichender Bewegung als auch gesunder Ernährung gilt sowohl der Verhaltens- als auch der Verhältnispräventionsansatz. Begeisterung zu entwickeln ist der erste Schritt zur Veränderung des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens. Dazu ist die Unterstützung der Politik und Wirtschaft durch entsprechende Gesetze in der Stadt- und Verkehrsplanung (mehr Platz für Bürgersteige, Radwege, alternative Straßenplanung, Gestaltung von bewegungsfreundlichen Quartieren...,) im Verbraucherschutz (Gesetze zur Limitierung von Verwendung von bestimmten Fetten, Süßstoffen und Portionsgrößen,...), der Finanzplanung (höhere Besteuerung von ungesunden Inhaltsstoffen,....) vonnöten. (Barbara Methfessel, Franz Linder, 2012)
  9. Individuelle Ernährungsentscheidungen des Menschen sind durch kollektive Rahmenbedingungen der vorherrschenden Esskultur (z.B. Familie, Peers,..) und durch die Lebensmittel des Marktes und ihrer Images eingeschränkt (Christoph Klotter, 2011, Thomas Ellrott 2011, Barbara Methfessel 2012)

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