Die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft der Herren

- Deutschland - ein Farbenmeer. Foto: Peter Liedtke
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 stand unter dem Motto "Zu Gast bei Freunden" und wird für lange Zeit das größte Sportereignis in Deutschland bleiben. Sie ging mit bedeutenden gesellschaftlichen Auswirkungen einher und veränderte das Bild Deutschlands im Ausland nachhaltig. Für Nordrhein-Westfalen war sie eine besondere Herausforderung und Chance zugleich. Als einziges Bundesland hatte NRW drei WM-Städte. Ein Viertel aller WM-Spiele fand in Dortmund, Gelsenkirchen und Köln statt. Insgesamt bezogen acht Nationalverbände ihr Mannschaftsquartier während der WM in NRW.
In jeder Hinsicht war die WM in NRW ein großartiger Erfolg. In punkto Besucherzahlen, Sicherheit, Tourismus, Gastfreundschaft, Infrastruktur, dem gesamten Ablauf, der Organisation und einem großartigen Rahmenprogramm mit vielen musikalischen Darbietungen wurden die hoffnungsvollen Erwartungen weit übertroffen. NRW hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das Bild Deutschlands in der Welt positiv verändert wurde.
Für viele Besucher überraschend, zeigten die Deutschen nicht nur die erwartete Perfektion in der Organisation eines Großereignisses, sondern sie haben Emotionen gezeigt und sich in bisher nicht gekanntem Ausmaß zu ihrem Team und ihrem Land bekannt. Dieser Patriotismus wirkte unverkrampft, selbstverständlich und freundlich und war somit durchweg positiv für Deutschland. Diese neue Welle des unverkrampften Patriotismus, symbolisiert durch die deutsche Nationalflagge und Hymne, zeigte ein Gemeinschaftsgefühl, das über nationale Grenzen hinausgeht: Hier feierten Deutsche getreu dem Motto friedlich mit Menschen aus aller Welt.

- Ganz Deutschland war WM - Foto: Peter Liedtke
Insgesamt haben 810.000 Menschen die 16 Spiele in den jeweils ausverkauften nordrhein-westfälischen WM-Stadien gesehen. Das Bedürfnis, in Gemeinschaft mit anderen Fußball zu sehen und Gefühle zu teilen, hat darüber hinaus zu einem kaum erwarteten Boom der Public Viewing-Veranstaltungen geführt. Das gemeinschaftliche Erleben eines großen Sportereignisses stellte eine neue Kultur dar. Allein an den drei WM-Spielorten in NRW wurden knapp 4,4 Millionen Besucher registriert. Bundesweit haben mehr als 15 Millionen Menschen die Fan-Feste in den zwölf Austragungsorten besucht. Die WM-Städte mussten ihre Fan-Feste gewaltig ausdehnen, um dem Andrang von Fans ohne Eintrittskarte gerecht zu werden. Diese positiven Erfahrungen setzten sich bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 fort.
Von 9. Juni bis zum 9. Juli 2006 fand ein Sommermärchen statt. Und auch sportlich war die WM 2006 ein Erfolg. Deutschland beendete die Weltmeisterschaft nach Frankreich und Weltmeister Italien auf dem dritten Platz. Im Kader der Nationalmannschaft standen mit Marcel Jansen, Oliver Neuville (beide Bor. Mönchengladbach), Christoph Metzelder, Sebastian Kehl, David Odonkor (alle Bor. Dortmund), Jens Nowotny, Bernd Schneider (beide Bayer 04 Leverkusen), Gerald Asamoah (FC Schalke 04) und Lukas Podolski (1. FC Köln) neun Spieler aus NRW-Clubs im Stammkader. (Clubs Stand 2006)


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