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Sportland
Nordrhein-Westfalen - Landessportfest der Schulen
Basketball
Montag, 08. April 2013
Bad Honnef/Aiya Napa ( Zypern)

Mädchen vom "Schloss Hagerhof" sind Weltklasse !!

Die Teilnahme an der ISF-Basketball-Weltmeisterschaft der Schulen  in Zypern werden die Schülerinnen vom Gymnasium aus Bad Honnef niemals in ihrem Leben wieder vergessen. Unter der Teilnahme von insgesamt 24 Nationen belegten sie abschließend einen fantastischen 4. Platz.

Die Auslosung des in acht verschiedenen Spielhallen ausgetragenen Turniers bescherte Brasilien als ersten Gegner. Das Spiel wurde unter großer Anspannung erwartet. Nach einem Superstart unserer Mädels mit einer 13:0-Führung fanden die Südamerikanerinnen dann allerdings zu ihrem Spiel, während die deutsche Mannschaft verstärkt Probleme hatte, den Ball im Korb zu versenken. Bei zusätzlicher eigener Reboundschwäche stand es zur Halbzeitpause nur noch 27:21. Die Nerven lagen blank. Eine Standpauke von Lehrer und Trainer Martin Otto zeigte dann nach Wiederbeginn sofort ihre Wirkung. Um ihre Stärken wissend, trat die Mannschaft wesentlich selbstbewusster und souveräner auf und konnte den Vorsprung bereits nach sechs Minuten auf 17 Punkte ausbauen. 17 Spielereltern, die eigens aus Deutschland zur WM angereist waren, ließen ihrer Freude freien Lauf und waren nach Spielende total aus dem Häuschen.

68:44 hieß der Endstand aus deutscher Sicht und der erste Schritt zum erfolgreichen Abschneiden bei dem Turnier der besten Schulmannschaften der Welt war getan.

Nächster Gegner war einen Tag später die sehr starke Mannschaf aus Israel, die schnell mit ihrer Treffsicherheit aus der Weitdistanz beeindruckte. Mehrere Dreier führten so zu einem 20:37 Rückstand der deutschen Mannschaft zur Halbzeit, der kaum mehr aufzuholen schien. In einem Kraftakt ohnegleichen drehten die Mädels vom Hagerhof den Spieß dann allerdings um.

Während die beiden ersten Viertel mit 20:13 und 17:7 noch deutlich an das Team aus Israel gingen, gehörten die beiden Schlussviertel den Mädchen des amtierenden JTFO-Bundessiegers. Nach 13:9 Punkten im dritten Viertel gelang ein unglaublicher 20:4 Lauf im Schlussviertel. Die total demoralisierten Israelis mussten so kurz vor Schluss das Punkte-Überholmanöver der Deutschen mitansehen und sich beim Abpfiff mit einem Endstand von 53:50 geschlagen geben. Die Freudentränen flossen bei den Spielerinnen und den Fans auf der Tribüne gleichermaßen und die bis zur Heiserkeit rausgeschrienen "Kämpfen"- und "Defense"-Anfeuerungsrufe waren immer noch im Ohr. Das schier Unglaubliche war gelungen. Damit standen der Gruppensieg und die Teilnahme an der Finalrunde der besten 6 Teams bereits vorzeitig fest. Die Freude kannte den ganzen restlichen Tag über keine Grenzen.

Der dritte Sieg am Folgetag gegen eine sehr schwache Mannschaft aus Schweden (123:12) war fast nur noch Formsache.

Der Ostermontag war als Ruhetag für alle Mannschaften eingerichtet, so war auch Gelegenheit gegeben, sich mit der Kultur des Landes zu beschäftigen. Nach dem Frühstück ging es mit Omnibussen nach Larnaca. Dort bestand Gelegenheit zur Stadtbesichtigung und zum Besuch eines großen Umzugs im Rahmen der Feierlichkeiten zum griechisch-zyprischen Nationalfeiertag.

Am Abend kam es im Außenbereich der Hotelanlage zum "International Get Together". Alle Nationen konnten sich dort an den "Ländertischen" wie auf einer kleinen Messe präsentieren. Einige Mannschaften trumpften sogar mit einer ganzen Palette von kulinarischen Spezialitäten ihres Landes auf.

Höhepunkt und Abschluss des Tages war allerdings ein von den Mannschaften selbst gestaltetes Bühnenprogramm. Das deutsche Team hatte bereits zu Hause ein spektakuläres Schwarzlichtheater vorbereitet. Neben den Kostümen und zahlreichen Neon-Accessoires wurde per Sondergepäck auch die komplette technische Ausstattung für diesen Auftritt einschließlich eines schwarzen Bühnenvorhangs mit nach Zypern genommen. Sogar mit floureszierender Spezialfarbe orange angestrichene Basketbälle kamen bei der Performance zum Einsatz. Dafür gab es vom Publikum lang anhaltenden Applaus.

Der Spielmodus wollte, dass die Hagerhof-Mannschaft, als Sieger der E-Gruppe, nun gegen die Sieger der D-Gruppe (Frankreich) und der F-Gruppe (Türkei) antreten musste.

Vom verlorenen Spiel gegen die Türken am Vormittag nach müde, mussten die Französinnen gegen die deutschen Mädels um 15h prompt wieder über die volle Spieldistanz von 4x10 Min gehen. Viel stand auf dem Spiel. Würde Frankreich ein zweites Mal verlieren, blieb dieser Mannschaft automatisch nur das Spiel um Platz 5. Bei einem Sieg der deutschen Mannschaft allerdings wäre ein Spiel der Hagerhofgirls um die Bronzemedaille bereits sicher. Das Spiel gegen Frankreich war damit automatisch von höchster Motivation und Kampfeinsatz auf beiden Seiten geprägt. Dementsprechend stand es nach 7 Spielminuten erst 6:6 und nach Ablauf des ersten Viertels 10:10.

Trainer Martin Otto hatte den Gegner bereits beim Vormittagsspiel gegen die Türkinnen gescoutet und das Spielverhalten ausführlich studiert. So war eine optimale taktische Einstellung der Mannschaft möglich. Während das zweite Viertel mit 16:13 an Deutschland ging, war die Korbausbeute im dritten Viertel wieder gleich (10:10). Im Schlussviertel kam es damit zum erwarteten Showdown. Mehrfach ergaben sich für die Franzosen Chancen zum Ausgleich, aber der Bundesieger vom Rhein beendete das Match schließlich mit 50:48 zu seinen Gunsten. Eine unglaubliche Kaftleistung der 12 Mädchen und damit eine sichere Teilnahme am Spiel um den dritten Platz.

Bereits um 7:45h am nächsten Morgen wurde das Team gemeinsam mit den Türkinnen abgeholt. Nach einem nervösen Start und einer schlechten Wurfausbeute stand des zum Ende des ersten Viertels 23:11, für die mit mehreren Jugend-Nationalspielerinnen besetzte Schulmannschaft aus der Türkei. Das zweite Spielviertel war ebenfalls von fehlender Wurfsicherheit und noch größerer Nervosität bei den deutschen Mädels geprägt, während die Türkinnen weiterhin ihre Punkte machten. So war das zweite Viertelergebnis mit 17:4 die logische Konsequenz. Pünktlich mit Beginn der 2. Halbzeit sah dann alles nach dem Beginn der großen Aufholjagd aus. Innerhalb der ersten 90 Sekunden gelangen dem Hagerhof-Team 7 Punkte. Trotzdem war die Türkei bei einem Spielstand von 42:22 immer noch weit weg. Deren Spielerinnen ließen sich von dem Zwischenhoch der Deutschen allerdings nicht beeindrucken und trafen sogar weiterhin sicher von der Dreipunktelinie. Mit einem Endergebnis von 79:41 fiel der verdiente Sieg für die sehr stark aufspielende Türkei auch sehr deutlich aus und die deutsche Mannschaft musste somit in ihrem fünften Spiel die erste Niederlage in diesem Turnier einstecken.

Dies tat der Stimmung auf der Rückfahrt allerdings überhaupt keinen Abbruch. Die Türkinnen freuten sich über den Einzug ins Finale und die Hagerhofgirls über die am folgenden Abschlusstag ausstehende Chance zum Gewinn der Bronzemedaille. So wurde noch ein gemeinsames Foto gemacht und zur Erinnerung freundschaftlich die Trikots getauscht. Eine große Geste der beiden Mannschaften !

Im Hotel zurückgekehrt durften sich die Mädels von der eigens mitgereisten Krankengymnastin behandeln und pflegen lassen, während für den Trainer bereits das Scouting der beiden potentiellen Gegner für das Spiel um Platz 3 anstand .

Im sechsten und letzten eigenen Spiel dieser WM gegen Ungarn ging es für die Mannschaft vom Internat "Schloss Hagerhof" nun um alles. Bronze-Medaille oder 4. Platz stand auf dem Spiel.

Unmittelbar nach Spielbeginn war sofort klar, dass sich hier zwei gleichwertige Mannschaften gegenüberstanden. Ende des zweiten Spielviertels glichen die Ungarinnen bei einem Spielstand von 27:29 auf 29:29 aus, beim Spielstand von 29:31 auf 31:31 und beim Spielstand von 33:33 ging es in die Halbzeitpause. Spannung pur.

Aus den Kabinen zurückgekehrt gelang dem Gegner dann der erste Korb der zweiten Halbzeit, was gleichzeitig auch die erste Führung für die Ungarinnen in diesem Spiel bedeutete. Nach katastrophaler Wurfausbeute der deutschen Mannschaft, auch aus der Nahdistanz, konnte dieser Vorsprung bis auf 10 Punkte ausgebaut werden. Somit ging das dritte Viertel verdient mit 15:5 an den Kontrahenten.

Bei einem Spielstand von 48:38 begann nun ein regelrechter Schlagabtausch und die unglaubliche Aufholjagd der deutschen Mannschaft führte bis zu einem Spielstand von 52:51. Das schier Unmögliche erschien erneut greifbar, allerdings waren nur noch 7 Sekunden zu spielen. Durch einen gegnerischen Freiwurf kam ein weiterer Punkt hinzu und bei Ertönen der Schlusssirene war das Spiel leider mit 53:51 verloren. Entsprechend groß war die Enttäuschung bei den Spielerinnen, die sich so sehr die Bronzemedaille dieser Weltmeisterschaft gewünscht hatten. Bei der nächsten Schul-WM im Jahre 2015 werden sie nicht mehr auf der Schule sein. So blieben fantastische Eindrücke und das Bewusstsein, die viertbeste Schulmannschaft der Welt zu sein.

Das WM-Endspiel der Mädchen konnte die Türkei sehr souverän mit 83:43 gegen Serbien gewinnen. Das Finalspiel der Jungen hatte absoluten Proficharakter. Überragende Leistungen aller Spieler auf dem Feld führten zu Beifallstürmen von der mit ca. 2000 Zuschauern besetzten Tribüne. Superschnelle Angriffe, fantastische Assists, sichere Dreierwürfe, Dunks usw. hatte dieses Spiel zu bieten. Da die Türken auch in diesem Spiel vertreten waren, geriet die gegnerische Mannschaft aus Slowenien schnell zum Publikumsliebling. Das hochklassige und sehr sehenswerte Spiel endete schließlich mit 96:92 für die Türkei, die sich nun Doppelweltmeister der Schulen 2013 nennen darf.

Bei der abendlichen Abschlusszeremonie mit Siegerehrung erhielten die Mannschaften die wohlverdienten Medaillen und Pokale. Auch der MVP des Finalspiels und die wertvollsten fünf Spielerinnen und Spieler des gesamten WM-Turniers wurden geehrt.

Nach Einholen der ISF-Fahne wurde diese an den Vertreter aus Frankreich übergeben. Dort findet in Limoges dann das nächste "WorldSchoolChampionchip" statt.

Auf dem Rückflug nach Deutschland war eine Durchsage mit Gratulation aus dem Cockpit der Lufthansa-Maschine, verbunden mit lautstarkem Applaus aller Fluggäste, der krönende Abschluss einer unvergesslichen Weltmeisterschaftsteilnahme. Der Pilot war der Onkel einer Spielerin.

 

 

Video von der WM demnächst hier.Mehr Fotos in Kürze.


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