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Sportland
Nordrhein-Westfalen - Landessportfest der Schulen
Donnerstag, 22. September 2016
Berlin

Herbstfinale 2016: JTFP-Mannschaften überragend

Kaiserwetter über der Hauptstadt ... bei besten äußeren Bedingungen sorgten vor allem die paralympischen NRW-Teams für den Goldregen beim Bundesfinale JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA / JUGEND TRAINIERT FÜR PARALYMPICS 2016 in Berlin.

Nachdem viele Landesfinalentscheidungen unter dem schlechten Wetter der ersten Jahreshälfte gelitten hatten, zeigt sich der Spätsommer 2016 beim Herbstfinale von seiner besten Seite, was vor allem für die Outdoor-Sportarten wichtig war und sich leistungsfördernd auswirken sollte.

So strahlten dann auch insbesondere die Leichtathleten, die in früheren Jahren oft im windigen und nass-kalten Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ihre Wettbewerbe austragen mussten. Leider konnten die NRW-Teams diese Top-Voraussetzungen nicht nutzen und belegten in der Wettkampfklasse II nur hintere Plätze. Für Platzierungen im Mittelfeld sorgten die Mädchen des Gymnasiums Wilnsdorf mit einem siebten Platz und die Jungen des Landrat-Lucas-Gymnasiums aus Leverkusen mit einem achten Platz in der WK III.

Auch in der zweiten Kernsportart, im Schwimmen, sah die Bilanz für NRW ähnlich dürftig aus wie die Bilanz von Deutschland bei der Olympiade in Rio einige Wochen zuvor. Mit einem zwölften (Luisenschule Mülheim) und zwei 10. Plätzen (Helmholtz-Gymnasium Essen und Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Remscheid) reihte man sich in der Länderwertung im hinteren Teil der Tabelle ein. Für die beste Platzierung im Schwimmen sorgten die WK IV Mädchen des Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasiums aus Ratingen mit einem achten Platz.

Auch im Judo konnte der sensationelle Bundessieg aus dem letztjährigen Finale nicht wiederholt werden. So belegten die Jungen des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums aus Münster den 12. Platz und das Mädchen-Team des Gymnasiums Rheindahlen aus Mönchengladbach den 6. Platz.

Im Fußball waren die Ergebnisse der NRW-Teams durchaus unterschiedlich. Während der 12. Platz der WK III Jungen von der Gesamtschule Berger Feld, immerhin Eliteschule des Fußballs, sehr enttäuschend war, konnte der 8. Platz der WK II Mädchen vom Gymnasium Nepomucenum aus Rietberg und der 7. Platz der WK II Jungen vom Apostelgymnasium aus Köln als durchaus zufriedenstellend bezeichnet werden. Für ein sensationelles Ergebnis sorgten die WK III Mädchen vom Öffnet externen Link in neuem FensterFürstenberg-Gymnasium aus Recke mit einem tollen 5. Platz ... für eine "Dorfschule" (nicht depektierlich gemeint, ganz im Gegenteil) ein Riesenerfolg hinter den ganzen Sportgymnasien und Eliteschulen ... Respekt!

Als Pechvogel-Mannschaft war das Triathlon-Team vom Goethe-Gymnasium aus Dortmund zu bezeichnen. Am ersten Tag kamen die Schwimmer mit großem Vorsprung aus dem Wasser, jedoch sprang dem ersten Dortmunder Radfahrer nach wenigen Metern die Kette ab, was schließlich zu einem mehrminütigen Rückstand führte. Dies konnte auch im Verlauf des Wettbewerbs nicht wieder aufgeholt werden, sodass letztlich ein 13. Platz zu Buche stand.

Weit draußen in Gatow und fernab der anderen Wettkampfstätten erspielte sich das Golf-Team des Gymnasiums aus Rodenkirchen einen beachtlichen 7. Platz.

Ganz knapp scheiterten die Beach-Volleyballer des Carl-Humann-Gymnasiums aus Essen an einer Top-Three-Platzierung. Nach einer ungeschlagenen Vorrunde unterlagen die Essener im Viertelfinale denkbar knapp der Mannschaft aus Thüringen, verpassten so den Einzug in das Halbfinale und damit die Chance auf eine Medaille. Am Ende verließen die Humänner die Beach-Arena in Berlin-Mitte mit einem guten 5. Platz.

Für die erste Medaille sorgten schließlich die kleinen Tennis-Mädchen des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums aus Bonn. Ein Großteil des WK III-Teams war bereits im letzten Jahr beim Herbstfinale dabei und konnte hierdurch wertvolle Erfahrungen bei einem Wettkampf auf höchster Ebene sammeln. Diese Erfahrungen, gepaart mit viel Energie, Willen und einem gehörigen Schuss Technik und Taktik führte schließlich zur Silbermedaille. Im „Angelique-Kerber-Jahr“ eine weitere grandiose Leistung für den Tennissport in Nordrhein-Westfalen. Abgerundet wurde der Erfolg durch einen 9. Platz der Jungen vom Marie-Curie-Gymnasiums aus Düsseldorf.

Alle weiteren Hoffnungen auf Edelmetall lagen nun auf den Mannschaften, die üblicherweise zu den Medaillenkandidaten zählen. Die Ruder-Armada aus Minden, verstärkt mit einem Boot aus Neuss und einem aus Gelsenkirchen, sowie die starken Hockey-Teams aus Krefeld und Mülheim/Ruhr, beide Bundessieger 2015, sollten es am letzten Wettkampftag richten.

Unglücklicherweise kamen die in Vor- und Zwischenrunde so souverän aufspielenden Mädchen vom Gymnasium am Moltkeplatz aus Krefeld in ihrem Halbfinale nicht richtig auf Betriebstemperatur und mussten nach Unentschieden in der regulären Spielzeit in das Siebenmeterschießen. Dieses konnte die gegnerische Mannschaft aus Niedersachsen für sich entscheiden. So blieb „nur“ das Spiel um Platz 3. Nachdem die Mädchen die erste Enttäuschung abgelegt hatten, konnte als Lohn für ein tolles Turnier die Bronzemedaille in Empfang genommen werden. Spätestens in diesem Moment zeigte sich auch wieder ein Lächeln bei den Krefelderinnen.

Einen ähnlichen Verlauf nahm das Hockey-Turnier bei den Jungen. Nach einem schwierigen ersten Spiel in der Vorrunde kamen die Mülheimer Jungen vom Gymnasium Broich immer besser in Fahrt und gelangten so schließlich in das Finale, wo es gegen die Hamburger Vertretung um Silber oder Gold ging. Nach einer frühen Führung der Mülheimer sorgte ein Doppelschlag der Hamburger für den schon fast sicher geglaubten Sieg. Wenige Momente vor Schluss konnte das NRW-Team jedoch ausgleichen, sodass es auch hier in ein Siebenmeterschießen ging. Dieses wurde erst im „Sudden Death“ entschieden. Leider zuungunsten der Mülheimer Jungen. Dennoch blieb am Ende ein toller zweiter Platz und eine mehr als verdiente Silbermedaille für das Team vom Gymnasium Broich.

Auf der anderen Seite von Berlin waren die Ruderer im Rennen um die Medaillen auf dem Wasser gefordert. Nordrhein-Westfalen war durch Boote des Bessel-Gymnasiums und des Herder-Gymnasiums aus Minden, des Quirinus-Gymnasiums aus Neuss und der Gesamtschule Berger Feld aus Gelsenkirchen am Start. Unter dem Strich wurden ein siebter, ein sechster, vier fünfte und ein vierter Platz eingefahren. Für das „Happy End“ aus NRW-Sicht sorgte der starke Gig-Vierer mit Steuermann des Besselgymnasiums aus Minden. Die Jungen fuhren mit einer Zeit von 3:24,08 und einem Vorsprung von über vier Sekunden einen souveränen Sieg auf der Regattastrecke Grünau ein und sorgten somit für die erste und einzige Goldmedaille für Nordrhein-Westfalen bei den JTFO-Wettbewerben.

Für die Aufbesserung der doch recht mageren Medaillenbilanz sorgten schließlich die paralympischen NRW-Teams. Die St. Laurentius-Schule aus Attendorn im Fußball und die Paul-Klee-Schule aus Leichlingen in der Leichtathletik konnten sich den Bundessieg sichern. Die Hugo-Kükelhaus-Schule aus Wiehl kam knapp sich hinter den starken Teams der östlichen Bundesländer in´s Ziel. Mit zwei Goldmedaillen und einem vierten Platz war die Quote der JTFP-Teams sensationell und bescherte Nordrhein-Westfalen schließlich noch einen sechsten Platz in der Länderwertung.