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Sportland
Nordrhein-Westfalen - Landessportfest der Schulen
Handball
Freitag, 01. August 2014
Grefrath

ISF Handballweltmeisterschaft der Schulmannschaften

Baum pflanzen im Olympischen Dorf

Eröffnungsfeier

Das Mädchenteam der Liebfrauenschule Mülhausen

ISF Handballweltmeisterschaften der Schulmannschaften 2014

Anweisungen vom Coach

Dank an die Zuschauer

Sumela Monastry, eine griechisch-orthodoxe Klosteranlage aus dem 4. Jahrhundert n.Chr

ISF Handballweltmeisterschaften der Schulmannschaften 2014

Reisebericht von Coach Horst Simons

Zum Team gehörten wie in Berlin die Aldekerkerinnen Jessica Jochims und Katharina Hufschmidt, die Leverkusenerin Annika Ingenpaß, die Grefratherinnen Anne und Katrin Ellerwald, Antonia Schlimgen und Lena Spettmann, sowie die Lobbericherinnen Katharina Weiss und Nele Rottwinkel. Zusätzlich hatte ich die Lobbericherin Carolin Baaken für die ebenfalls in Aldekerk spielende Birga van Neerven in die Mannschaft geholt. Birga war in Berlin aktiv dabei, durfte allerdings in Trabzon nicht antreten, weil sie zu jung ist. Sie begleitete uns aber als Fotografin nach Trabzon. Vervollständigt wurde das Team durch den Physiotherapeuten Felix Ehren und die Betreuerin Lilo Simons, die als Englischlehrerin die Kommunikation mit den Organisatoren übernahm.

Unterstützt wurden wir in Tabzon von den Müttern Kerstin Jochims und Michaela Hufschmidt, die sich schon im Vorfeld überaus engagiert und erfolgreich um Sponsoren bemüht hatten und dankenswerterweise die Buchung der Flüge übernommen hatten. Zur Fangemeinde gehörten noch Bärbel Mäurers-Ellerwald mit Pauline, Claudia van Neerven, sowie Britta und Lars Schlimgen mit Charlotte, Henriette und Cornelius, die alle in einem Hotel am Strand Quartier bezogen hatten.

Wir waren im olympischen Dorf, einem Studentenwohnheim der Universität von Trabzon, untergebracht. Es handelt sich dabei um eine sehr schöne Anlage, hoch über Trabzon gelegen mit herrlichem Blick auf das Schwarze Meer. Die parkähnliche Anlage, das große Restaurant, die Cafeteria mit Außenterrasse und die großzügige Lobby im Hauptgebäude boten reichlich Gelegenheiten für internationale Begegnungen unter den Jugendlichen und Begleitern. Die 3-Bett-Zimmer waren komfortabel. Das Essen war zwar nicht abwechslungsreich, aber schmackhaft und in der Auswahl breit gefächert, so dass wir gut gestärkt zu den Spielen antreten konnten.

Für die Fahrt zu den Hallen bekamen wir einen eigenen Bus nebst Fahrer und Guide, der uns betreute. Zu den Spielen fuhren wir immer im Konvoi aus Polizei, Schiedsrichtern mit Offiziellen und beiden Mannschaftsbussen. Der hohe Sicherheitsaufwand hat uns überrascht. Wir hatten zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, geschützt werden zu müssen. Vielmehr haben wir die Gastfreundschaft der Türken u.a. auch durch die zahlreichen Helfer im olympischen Dorf und in den Hallen zu schätzen gelernt.

Bei der offiziellen Eröffnungsfeier erlebten wir in einer riesigen, sehr modernen Arena einen beeindruckenden Auftakt für die Wettkampfwoche. Die Türken lieben laute Musik und drücken zu traditionellen und modernen Klängen liebend gern tanzend pure Lebensfreude aus.

Die Besichtigung der Altstadt gehörte eigentlich zum kulturellen Pflichtprogramm am Dienstagnachmittag. Wegen des Regenwetters wurde stattdessen ein neues, sehr großes  Einkaufszentrum besucht. Die Mannschaften nahmen die Planänderung dankbar an und gingen mit Begeisterung shoppen.

Als 2. Punkt des Kulturprogramms besichtigten wir am folgenden Nachmittag – leider auch bei Regen, wer hätte das in der Türkei erwartet – in den Bergen östlich von Trabzon die Sumela Monastry, eine griechisch-orthodoxe Klosteranlage aus dem 4. Jahrhundert n.Chr. Wir waren beeindruckt zu erfahren, dass über so viele Jahrhunderte türkische Regenten dieses Kloster immer wieder neu unterstützten, den Aus- und Neuaufbau nach diversen Zerstörungen finanzierten und diese Anlage heute immerhin als touristische Attraktion erhalten.

Ein sehr schönes Erlebnis war der Tag der Nationen. Jede Nation war eingeladen, im Olympischen Dorf zur Erinnerung an diese Schul-WM einen Baum zu pflanzen. Bei der Abendveranstaltung gestaltete jedes Land einen Gabentisch mit kleinen Geschenken für die anderen Nationen. Anschließend präsentierte sich jedes Land auf der Bühne tanzend oder singend dem internationalen Publikum. Katrin Ellerwald, unterstützt durch den Hintergrundchor der Mädels und die Phalanx der Berliner Füchse, erntete tosenden Applaus und Standing Ovations für ihre Interpretation von Helene Fischers „Atemlos“. Gemeinsamer Tanz aller Teams auf der Bühne und um sie herum, sowie ein kleines Feuerwerk beendeten diesen bunten, launigen  Abend.

Die Vorbereitung auf die Wettkämpfe war nicht optimal verlaufen. Wegen der unterschiedlichen Trainingszeiten in den Vereinen und der Vorbereitung auf das Abitur gab es keine Möglichkeit, gemeinsam zu trainieren. Es waren nur 2 Trainingsspiele gegen die 1. Damenmannschaft von Grefrath und die 2. Damenmannschaft von Aldekerk möglich.

Unser großes Problem bei unserer dünnen Personaldecke war unser Verletzungspech. Katrin war nach einem Kreuzbandriss erst 3 Wochen im Handballtraining. Schwester Anne, ebenfalls Kreuzbandriss, hatte nur Lauftraining absolviert. Im Spiel gegen Aldekerk zog Carolin sich eine Bänderdehnung am Fuß zu. In der letzten Sportstunde vor der Abfahrt erlitt Katharina Weiss beim Weitsprung eine Oberschenkelzerrung.

Samstag, den 21.06.2014

Für das erste Spiel gegen Israel kam erschwerend hinzu, dass Annika wegen eines DHB Lehrgangs noch nicht anwesend war. Die offensive Deckung der israelischen  Mannschaft kam unseren dribbelstarken Spielerinnen Katharina Hufschmidt und Nele Rottwinkel entgegen. Besonders Katharina, die ihr bestes Spiel in der Schulmannschaft absolvierte, gelang es immer wieder, sich mit schnellem Antritt durchzusetzen. Am Ende gewannen wir klar mit 21:10. Ein bitterer Wermutstropfen: Nele erlitt eine Oberschenkelprellung.

Sonntag, den 22.06.2014 (morgens)

Vor dem 2. Spiel die nächsten Hiobsbotschaften: Carolines Fußverletzung hatte sich wieder deutlicher bemerkbar gemacht, und Anne hatte Schmerzen im nicht operierten Bein, viel Arbeit für Felix. Gegen die spielstarken Schwedinnen gerieten wir zunächst in Rückstand. Doch dann gelang es wieder den schnellen Spielerinnen, besonders Katharina Hufschmidt, sich durchzusetzen und selbst zum Tor zu gehen oder Annika anzuspielen. Wir konnten lange das Spiel bestimmen und lagen zeitweise mit 4 Toren in Führung. Doch je länger das Spiel dauerte und unsere Kräfte nachließen, desto häufiger gelang es der 1,90m großen, kräftigen schwedischen Kreisläuferin, sich durchzusetzen. Lena, die gelernte Torhüterin, löste ihren Part auf der rechten Außenbahn hervorragend. Zu unserer großen Erleichterung erzielte sie 30 Sekunden vor dem Ende das 17:15.

(abends)

Beim 2.Spiel des Tages mussten wir gegen Belgien antreten. Die Belgierinnen versuchten, durch schnelles Passspiel und Kreuzen ihre wurfgewaltige Spielerin in Position zu bringen. Doch diese scheiterte fast immer an der wie immer hervorragend haltenden Jessica. So gelang es uns, eine Führung von 5 Toren herauszuarbeiten. Trotz der Oberschenkelverletzung gelang es Nele immer wieder, sich gegen die Belgierinnen durchzusetzen. Sie warf nicht nur 2 Tore, sondern holte mehr als zehn 7m-Strafwürfe heraus. Annika verwandelte alle und so gelang ihr das Kunststück, 19 Tore in 50 Minuten zu erzielen. Der Kräfteverschleiß war wieder groß, besonders bei den angeschlagenen Spielerinnen. Der Vorsprung schmolz von Minute zu Minute. Zum Glück gelang Anne, die ich auf der ungewohnten Außenposition eingesetzt hatte, um intensive Zweikämpfe mit dem operierten Knie zu vermeiden, zum richtigen Zeitpunkt ein Tor, so dass wir mit 25: 24 den 3. Sieg feiern konnten.

Montag, den 23.06.2014

Das Spiel gegen Rumänien begann sehr unglücklich. Da die Rumäninnen mit einer 6:0 Deckung agierten, gelangen Katharina Hufschmidt nicht mehr die Anspiele an den Kreis. Die abgefangenen Bälle führten zu Kontern und zu einer 5:1 Führung für die Rumäninnen. Durch konzentrierteres Spiel und eine gute Leistung von Katrin als 2. Kreisläuferin konnten wir den Abstand zwar verringern, aber der Ausgleich gelang nie. Mitentscheidend war auch, dass „Abwehrchefin“ Katharina Weiss wegen der Oberschenkelverletzung fast das ganze Spiel ausfiel. Das Spiel endete 18:21.

Dienstag, den 24.06.2014

Gegen die auf allen Positionen hervorragend besetzten Ungarinnen hatten wir keine Chance. Bis zum 3:6 hielten wir noch gut mit. Dann setzten sich die Ungarinnen deutlich ab. Im Angriff gelang kaum etwas. 10 Minuten vor dem Ende der nächste Schlag: Katharina Hufschmidt musste mit Problemen in der Wade ausscheiden. Die letzten Minuten stimmten dennoch versöhnlich. Plötzlich lief der Ball und es gelangen uns noch 4 Tore. Das machte Mut für die nächsten Partien.

Die Gruppenspiele waren damit abgeschlossen. Denkbar knapp verpassten wir hier den 2. Platz in unserer Gruppe. Wir waren mit Belgien und Rumänien punktgleich. Nur aufgrund der Tordifferenz belegte daher Belgien Platz 2, wir Platz 3 und Rumänien Platz 4. Somit spielte Belgien um die Plätze 1 bis 8 und die Rumäninnen und wir um die Plätze 9 bis 16.

Mittwoch, den 25.06.2014

Im 1. Spiel der Platzierungsphase trafen wir auf Serbien. In einem ausgeglichenen Spiel zeigten die Mädchen einen tollen Kampf, besonders Katharina Weiss, die trotz der Schmerzen im Oberschenkel 4 Tore erzielte, dann beim Stand von 21:23 aber leider die 3. Zeitstrafe kassierte und damit ausscheiden musste. Von diesem Zeitpunkt an gelang uns nichts mehr und wir verloren 21:30.

Donnerstag, 26.06.2014

Wir mussten wieder gegen Rumänien antreten. Anne setzte ich wegen der Knieprobleme nicht mehr ein. Nele, Katharina Weiss und Carolin wollten trotz der Beschwerden spielen. Katharina Hufschmidt war glücklicherweise wieder voll einsatzfähig. Zur Halbzeit führten wir mit 2 Toren. Da wir unsere Tore überwiegend nach kräfteraubenden, erfolgreichen Zweikämpfen direkt oder durch 7m-Strafwürfe erzielten, gelangen uns mit nachlassenden Kräften weniger Tore. Deshalb reichte es auch diesmal nicht zum Sieg, Ergebnis 16:17.

Parallel zu unseren Wettkämpfen liefen die Spiele der männlichen Jugend. An diesem Nachmittag hatten wir zum ersten Mal Gelegenheit, uns ein Spiel der deutschen Jungen aus Berlin anzusehen. Sie qualifizierten sich in diesem Spiel für das Finale. Das war ihrem Coach Bob Hanning Grund genug, uns zum Essen in ein vornehmes Restaurant einzuladen. Ein schöner Abend!

Freitag, den 27.06.2014

Gegen Frankreich konnte Katharina Weiss nicht mehr spielen. Zu Beginn des Spieles ließen wir einige Chancen aus, weil die Torhüterin ausgerechnet in Annikas Lieblingsecke ihre Stärke hatte. Deshalb humpelte Katharina Weiss aufs Spielfeld, um alle 7m-Strafwürfe – zumeist von der wieder stark spielenden Nele herausgeholt – zu verwandeln. Nachdem Annika ihre Wurfsicherheit wiedergefunden hatte, konnten wir uns eine kleine Führung erarbeiten. Als das Spiel in der kritischen Phase wieder zu kippen drohte, war es Carolin, die immer wieder in die Nahtstelle auf halbrechts stieß und mit entscheidend dazu beitrug, dass wir mit dem 24:22 Sieg den 15. Platz erreichten.

Mit der Bilanz von 4 Siegen und 4 Niederlagen bin ich insgesamt mehr als zufrieden, besonders im Hinblick darauf, dass wir bereits die Deutsche Meisterschaft als krasse Außenseiter gewonnen und nur so das Ticket für die Türkei gelöst hatten. Ohne die Verletzungen wäre sicherlich eine bessere Platzierung möglich gewesen. Jede Spielerin hat sich voll eingebracht. Einige unauffälliger, wie Antonia, die fast ohne Auswechslung durchgespielt und die meisten Wurfgelegenheiten genutzt hat, Lena mit dem besten Rückzugsverhalten, Katharina Weiss und Katrin mit der konsequenten Abwehrarbeit. Andere spektakulärer, wie Katharina Hufschmidt durch gelungene Zweikämpfe oder Nele durch hart errungene 7m.

Am Abend fanden die Finalspiele in der großen Arena statt. Bei den Mädchen schlugen die Türkinnen die Mädchen aus Slowenien. Die Berliner Jungen gewannen souverän gegen Brasilien. Bei der Siegerehrung gab es für mich zunächst eine Enttäuschung. Ich hatte zwar nur 10 der 22 Torhüterinnen gesehen, für mich war von diesen Jessica klar die Beste. Der Sonderpreis für die beste Torhüterin ging aber an die ungarische Torfrau. Dafür gab es keinen Zweifel, wer die erfolgreichste Torschützin war. Annika war mit 73 Toren in nur 7 Spielen klar vorne. Sofort bedankte sie sich bei Nele, unserer zweitbesten Schützin. Denn sie hatte schließlich ungefähr dreißig 7m-Strafwürfe herausgeholt.

Nach den Siegerehrungen endete die Veranstaltung mit einer bunten, fröhlichen und durchaus feierlichen Abschlussveranstaltung. Die ISF-Flagge wurde dem Bürgermeister von Rouen in Frankreich anvertraut, wo 2016 die nächste Schul-WM stattfinden wird.

Zum krönenden Abschluss dieses Abends lud der Delegationsleiter Rolf Riemer, Mitglied des Berliner Senats, uns zum Weltmeisteressen der Berliner Jungen ein. Wir fühlten uns sehr geehrt und genossen den Abend.

Trotz der Anstrengungen und Probleme, die im Laufe der Spiele auftraten, war das Turnier für alle ein außergewöhnliches Erlebnis. Wir können richtig stolz auf das Erreichte sein.

Ich bedanke mich bei allen Sponsoren, bei den Müttern, die diese Sponsoren akquiriert haben, besonders Kerstin Jochims, Michaela Hufschmidt und Anja Weiss. Mein Dank gilt auch den mitgereisten Fans, hier insbesondere Lars Schlimgen und Bärbel Mäurers-Ellerwald für den Shuttledienst.

Für mich war das der wirklich krönende Abschluss meiner 34-jährigen Tätigkeit als Trainer der Schulmannschaften der Liebfrauenschule Mülhausen mit unzähligen Kreismeisterschaften, sehr vielen Bezirksmeisterschaften, einer NRW-Meisterschaft und einer deutschen Meisterschaft. Ich bedanke mich bei allen Spielerinnen und Spielern für ihren Einsatz, ebenso bei allen Schulleitern nebst Kolleginnen und Kollegen, die die Kinder stets vom Unterricht befreit haben und bei allen Eltern sowie Kolleginnen und Kollegen für die Unterstützung und Fahrdienste.


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