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Sportland.nrw
sportland nordrhein-westfalen - frauen-fußball-wm 2011

20 Jahre Internationaler Workshop "Talentsuche und Talentförderung"

Ein Rückblick zu den Veranstaltungen der Jahre 1985 bis 2005 und den Impulsen für die Entwicklung des Nachwuchsleistungssports in Nordrhein-Westfalen
(Ministerialrat Dietmar Hiersemann)

Mit dem Landesprogramm "Talentsuche und Talentförderun ..." wurde im Jahr 1985 auch der Internationale Workshop "Talentsuche und Talentförderung" ins Leben gerufen.

Die Einrichtung einer jährlichen Plattform, auf der sich Sportpraktiker und Sportwissenschaftler begegnen und Möglichkeiten für einen gemeinsamen Informations-, Kenntnis- und Erfahrungsaustausch finden, war die Idee und Zielsetzung dieser Veranstaltungsreihe. "Workshop" deshalb, weil nicht nur für die Wissenschaft und Praxis relevante Themen vorgestellt werden sollten, sondern in Arbeitskreisen Probleme skizziert, beraten und Lösungen gefunden werden sollten.

Neueste Erkenntnisse der Sportwissenschaft insbesondere auf den Sektoren Trainingswissenschaft, Sportpädagogik, Sportpsychologie, Talentdiagnostik/-prognose sollten praxisnah vorgestellt und diskutiert werden, ebenso wie die Erfahrungen der Trainerinnen und Trainer im täglichen Training und bei der Betreuung der Sporttalente.

Eine wesentliche Idee anlässlich der Geburtsstunde des Internationalen Workshops war es auch, die Ziele und Strukturen der 5 Aktionsfelder des Landesprogramms einer regelmäßigen Überprüfung zu unterziehen und auch aktuelle Themen, Anlässe und Erscheinungen des Leistungssports in NRW und in Deutschland aufzugreifen.

Rückblickend auf 20 Veranstaltungen der Jahre 1985 bis 2005 kann festgestellt werden: die Idee war gut und die Ziele ließen sich realisieren. Beinahe alle Projekte des Nachwuchsleistungssports, die in den zurückliegenden 20 Jahren in NRW initiiert und mit Leben erfüllt wurden, sind in Workshopveranstaltungen diskutiert und weiterentwickelt worden. So war diese Veranstaltungsreihe rückblickend ein "Sieb", durch das neue Ideen und geplante Projekte "geschüttelt" wurden, und das den übrig gebliebenen positiven Elementen zu neuem Leben und/oder neuen Impulsen verhalf.

Diese in Deutschland und auch mit dem Blick in die Nachbarländer einmalige und bedeutende Veranstaltung zum nordrhein-westfälischen und deutschen Nachwuchsleistungssport hat sich bewährt und sollte unserem Land auch zukünftig erhalten bleiben.

Mit der Integration in die Ruhrolympiade Mitte der 90er Jahre erfolgte auch eine gegenseitige Aufwertung: die Ruhrolympiade war von nun an nicht allein eine reine Sportveranstaltung, es wurde auch über das Sporttreiben der Talente auf hohem Niveau diskutiert, beraten und gearbeitet; der Internationale Workshop erhielt noch mehr sportpolitisches Gewicht, denn die Ruhrolympiade - mit rund 10.000 Sporttalenten am Start - ist im Ruhrgebiet auch ein wichtiger Baustein der Sportpolitik.

Nach dieser Einführung sollten Veranstaltungen, Orte und Projekte genannt werden, die wegweisend für Entwicklungen in NRW waren.

Alles begann im Juni 1985 im sportwissenschaftlichen Institut der Universität Paderborn, beim damaligen Institutsleiter Prof. Dr. Günter Hagedorn:

Im Hörsaal versammelten sich rund 40 Trainer/-innen, Lehrkräfte der Schulen, Sportfunktionäre, Behördenvertreter und Sportwissenschaftler.
Die Eröffnung nahm Herr Prof. Hagedorn mit einem Gläschen Sekt für alle Anwesenden vor. Damals noch eintägig, wurden die Talentproblematik unter Wissenschaftsaspekten erörtert und als Anwendungsgebiet erste Talentförderprojekte des Landesprogramms vorgestellt und deren Strukturen problematisiert. Die richtige Auswahl der Talente im Schulsport und deren Überleitung in die Talentprojekte als Unterbau der Leistungsstützpunkte war die Frage auf die Antworten gesucht wurden!

Der 2. Workshop im Jahr 1986 - von der Universität Dortmund sportwissenschaftlich betreut - gab erste Antworten.

Sportmotorische Testverfahren wurden vorgestellt und gemeinsam weiterentwickelt. Die Angst vor einer zu frühzeitigen Spezialisierung der Sporttalente stand Mitte der 80iger Jahre im Mittelpunkt der sportwissenschaftlichen Diskussion um den Kinder- und Jugendleistungssport. Die Workshopveranstaltungen 3, 4 und 5 in den Jahren 1987 bis 1989 stellten die Bedeutung der koordinativen und vielseitigen Ausbildung im Kindes- und Jugendalter ins Zentrum der Beratungen.

Die Idee der Vielseitigkeitswettkämpfe im Schulsport und im Vereins/Verbandssport wurde geboren.

Erste Umsetzungsergebnisse wurden dann beim 6. Workshop im Oktober 1990 in Dortmund vorgestellt:

Die Geburtsstunde der NRW-Rahmentrainingspläne und der Vielseitigkeitswettkämpfe bei JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA und auch bei Wettbewerben der Fachverbände - wie für Hockey, Tennis, Volleyball und Turnen - war gekommen.

Nordrhein-Westfalen war Schrittmacher für das Ziel "Vielseitigkeit statt Spezialisierung im Jugendleistungssport".

Während der nachfolgenden Veranstaltungen 1991 bis 1996 standen der langfristige Leistungsaufbau im Leistungssport und die soziale und pädagogische Betreuung jugendlicher Leistungssportler/-innen im Zentrum.

Das Projekt "Sportinternat als Tagesinternat" erhielt neue Impulse. Die Standorte der Zusammenarbeit von Schulen und Leistungssport mit einem Teilinternat wurden auf 19 Standorte "Partnerschule des Leistungssports" erweitert. Ebenso wuchs die Anzahl der Talentförderprojekte an den Leistungsstützpunkten der Verbände sehr dynamisch auf 161.

Der 12. Workshop im Mai 1997 in Herne war wiederum ein Meilenstein des Nachwuchsleistungssports in NRW:

die Einrichtung von Sportklassen - wie in den östlichen Ländern auch in NRW - wurde heftig diskutiert. Das "Für" und "Wider" war gleichermaßen vertreten. Die Trainer forcierten die Idee, die Schulpädagogen begegneten ihr zurückhaltend.

Der damalige Staatssekretär des Sportministeriums Dr. Hans-Jürgen Baedeker - jetzt Vorstandsvorsitzender der Sportstiftung NRW - schlug während der Podiumsdiskussion den Knoten durch und gab dem Referatsleiter Leistungssport des Sportministeriums, Herrn Ministerialrat Dietmar Hiersemann, die Rückendeckung für die Einrichtung der ersten Sportklasse in NRW am Helmholtz-Gymnasium in Essen.

Die Differenzierung im Verbundsystem Schule und Leistungssport in NRW

  • Partnerschule des Leistungssports (ohne Sportklasse)
  • sportbetonte Schule (mit Sportklasse)

nahm seinen Anfang.

Sie prägte auch die Themen der folgenden Workshopveranstaltungen Nr. 13 bis 15 der Jahre 1998 bis 2000.

Die neue Sportstiftung NRW und die Olympiabewerbung 2012/ Düsseldorf Rhein-Ruhr waren Gegenstand der Diskussionen der Workshopgespräche 2001 und 2002.

Die Nutzung des Internets auch für die Trainerqualifikation prägte den Workshop Nr. 17 in Bochum.

Ein engagiertes Team der Sporthochschule präsentierte das Projekt "Trainer Net-eLearning und neue Medien in der Traineraus- und -fortbildung". Ein neuer Weg zur Qualitätsverbesserung unserer Trainerinnen und Trainer wurde gefunden und in der Kooperation von Sporthochschule, Landessportbund und Sportstiftung NRW beschritten.

Auch der 20ste Workshop im Mai 2005 im Hotel Maritim in Gelsenkirchen wird wieder ein Wegbereiter sein:

Die Problematik der dualen Ausbildung Spitzensport und Studium wird erstmals gemeinsam mit Hochschulvertretern, Laufbahnberatern der Olympiastützpunkte, Trainerinnen und Trainern, Behördenvertretern sowie Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern diskutiert.

Rahmenvorgaben auf dem Papier durch Entschließungen und Verlautbarungen der Ministerien, der Universitäten/Hochschulen und des Sports gibt es bereits. Es gilt nun in NRW einzelne Universitäten/Hochschulen für Pilotvorhaben zu gewinnen.

Nach 15 Jahren Zusammenarbeit von Schule und Leistungssport sind für Schülerinnen und Schüler, die sich im Leistungssport engagieren, gute Möglichkeiten gefunden worden, Schulausbildung und Engagement im Leistungssport zu verbinden. Die Eliteschulen des Sports, die Sportbetonten Schulen und Partnerschulen des Leistungssports sind gute Partner der Sportverbände geworden.

Wir müssen es schaffen, dass auch ausgewählte Hochschulen in unserem Land das Qualitätsmerkmal "Partnerhochschule des Spitzensports" anstreben und studierende Spitzensportlerinnen und Spitzensportler die gleiche Rücksichtnahme und Unterstützung durch die Universitäten und Hochschulen sowie deren Professoren erfahren, wie unsere zur Schule gehenden Sporttalente durch Schulleitung und Lehrkräfte.

Der Weg, der eingeschlagen werden muss, wird steinig sein. Es lohnt sich jedoch ihn zu beschreiten und die Steine aus dem Weg zu räumen - zum Wohle unserer Spitzensportlerinnen und Spitzensportler, die Studium und Spitzensport parallel bewältigen möchten.

Nachwuchsfoerderung und Schule

Programm zum Download

Abbildung des Programms

 

 

Liste der bisher erschienenen Workshopreader

Liste der bisherigen Workshopreader