Sportland.nrw

Arbeitskreis 5: Koordinative und konditionelle Ausbildung in Individualsportarten

Moderation: Michael Scharf, Olympiastützpunkt Rheinland

Leichtathletik, Lars Knut, TSV Bayer 04 Leverkusen

Turnen, Dieter Koch, TV Hoffnungsthal

Die Referenten/Innen gaben in Vorträgen einen Überblick über die Grundausbildung in den jeweiligen Sportarten. Dabei ist festzustellen, dass alle Referenten/Innen aus der Praxis kommen und sich im täglichen Training mit den aktuellen Problemen beschäftigen. Anschließend wurde über die Trainingspraxis im Grundlagentraining und leistungslimitierende Faktoren im Plenum diskutiert.
Zur Frage des langfristigen Leistungsaufbaus und der vielseitigen, koordinativen und konditionellen Ausbildung wurde eine Definition von HARRE (1979 !!!) als handlungsleitend angesehen:

"Das Training ist immer auf das Erreichen der individuellen möglichen Höchstleistung in einer Sportart oder sportlichen Disziplin ausgerichtet. ... Die Spezialisierung einer Sportart oder sportlichen Disziplin ist nicht mit Einseitigkeit in der Ausbildung gleichzusetzen. Vielmehr sind in Verbindung mit der Wettkampfleistung ausgewählte, spezielle und allgemein entwickelnde Übungen anzuwenden. Diese Übungen müssen jedoch mittelbar oder unmittelbar zur Leistungssteigerung in der ausgewählten Sportart beitragen."

Also:

  1. Vielseitigkeit nicht als Selbstzweck, sondern als sportartgerichtete Vielseitigkeit unter Bezug zur individuell möglichen Höchstleitung in der Disziplin.
  2. Vielseitigkeit als Prävention gegen frühzeitige Leistungsstagnation/Leistungsblockaden wie zum Beispiel durch muskuläre Dysbalancen oder ein zu geringes konditionelles Niveau.
  3. Vielseitigkeit als motivierende, freudvolle Trainingsmethode, die den Spaß am Sport erhält und als Schutz gegen Monotonie im Trainingsprozess dient.

Die Diskussion im Arbeitskreis zeigte, dass immer dann, wenn diese Grundsätze im Grundlagentraining keine Beachtung finden, Probleme im Grundlagentrainingsprozess implizit angelegt sind, die Prozesse begünstigen wie:

  • eine Leistungslimitierung und/oder
  • einen Motivationsverlust, beides oft verbunden mit
  • einem frühzeitigen Drop out

Der beste Schutz gegen diesen Mechanismus sind gut ausgebildete, motivierte und honorierte Trainer, die an der Basis im Grundlagentraining arbeiten. Diese Trainer müssen ein Verständnis vom langfristigen Leistungsaufbau haben und dieses gegenüber kurzfristigen sportlichen Erfolgen in der Trainingspraxis durchsetzen können.

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