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Judo

Ole Bischof

Ole Bischof

Sportart: Judo, bis 81 Kilogramm
Trainingsort: Köln
Größte Erfolge: Gold: Olympia 2008, EM; Silber: EM; Bronze: WM + EM

Wettkampftag: 31.07.

Mit einem "Fußfeger" hat er den Südkoreaner von den Beinen geholt, jetzt zählt er die Sekunden. Fünf. Er sieht nur die Uhr. Vier. Drei. Die Halle tobt, er ist wie taub. Zwei. Regt der Mann am Boden sich? Eins. Gold! Ole Bischof aus Reutlingen, 28 Jahre alt, ist Olympiasieger im Halbmittelgewicht. Und bald darauf der bekannteste Judoka der Nation. Es folgen das "Silberne Lorbeerblatt" aus der Hand des Bundespräsidenten, Fernsehshows und Galas, Vorträge und Auftritte als Gasttrainer weltweit, bei denen er jedes Mal auf bis zu 200 begeisterte Judoschüler trifft. Kurz nach den Spielen von Peking wird er gefragt, ob er jetzt zurücktreten wolle. Der Sieger ist verdutzt. Und merkt, dass ihm die eine Goldene nicht reicht: "Ich träume vom Finale in London 2012." Dafür schindet sich der VWL-Student erneut mit Kraft- und Konditionstraining in seiner Wahlheimat Köln, bei Läufen und Wettkämpfen. Der Berliner Sven Maresch, 25, pfeilschnell und entschlossen, ist sein ärgster Konkurrent um das Olympiaticket. Es gibt nur eins für diese Kampfklasse. Am Ende ist Bischof stärker, siegt sich bis auf Rang vier der Weltrangliste. Da stand er auch vor Peking. Seit 20 Jahren macht er Judo und ist immer noch fasziniert: "Zweikampf pur - nicht nur mit dem Körper, vor allem auch mit dem Kopf."

Christophe Lambert

Christophe Lambert

Sportart: Judo, bis 90 Kilogramm
Trainingsort: Olympiastützpunkt Köln
Größte Erfolge: 2 x EM-Bronze (Einzel + Mannschaft)

Wettkampftag: 01.08.

"Mein Weg zu den Olympischen Spielen war sehr steinig und schwer", bekennt der Medizinstudent. Für ihn scheint es nur alles oder nichts zu geben. Im letzten Jahr gewinnt er den Weltcup in Liverpool, katapultiert sich auf der Weltrangliste nach oben und plötzlich rückt der "Lebenstraum" Olympia in greifbare Nähe. Doch der Qualifikationsmarathon verläuft für den 27-jährigen Sohn einer Französin und eines Deutschen nicht nach Plan. Gute Plätze wechseln sich ab mit Niederlagen und Verletzungspech. Lambert kämpft - auch gegen Selbstzweifel, Nervenflattern, sein oft zu geringes Gewicht. Der Europacup in Prag im Juni ist seine letzte Möglichkeit zur Qualifikation. Er siegt, unter anderem gegen den Goldmedaillengewinner von 2004. Es ist das Ticket nach London. Handschriftlich hat er "Motivationssätze" formuliert, die Zettel hängen in seiner Kölner Wohnung. "Ich glaube an mich!", steht darauf. Und: "Liebe den Kampf!"

Andreas Tölzer

Andreas Tölzer

Sportart: Judo, über 100 Kilogramm
Verein: 1. JC Mönchengladbach
Größte Erfolge: Gold: EM; Silber: WM + EM; Bronze: 2 x EM

Wettkampftag: 03.08.

Der amtierende Vize-Weltmeister zeigt seit geraumer Zeit, dass er immer noch "ein Schüppchen drauflegen" kann. Im Februar bezwingt er beim Grand Prix in Düsseldorf mit Leichtigkeit den französischen Europameister Bataille und klettert in der Weltrangliste bis auf Platz zwei. Seinen Spitznamen "Der Bulle von Gladbach" (in Anlehnung an die TV-Serie) trägt der 1,92 Meter große und 145 Kilo schwere Athlet mit Gleichmut, international bekannter ist er sowieso als Namensgeber des Tölzer- Umdrehers. Diese von ihm entwickelte Technik im Bodenrandori muss heute jeder Schwergewichts-Judoka, der um Medaillen kämpft, beherrschen. Der 32-jährige Sportsoldat will seinen Gegnern in London keine Chance lassen: "Ich werde alles für den Olympiasieg geben."

Miryam Roper-Yearwood

Miryam Roper-Yearwood

Sportart: Judo, bis 57 Kilogramm
Verein: TSV Bayer 04 Leverkusen
Größte Erfolge: Silber: WM + EM (Mannschaft), Bronze: 2 x WM (Mannschaft), 2 x EM (Einzel + Mannschaft)

Wettkampftag: 30.07.

Bis 2010 versucht die 1,62 Meter kleine Athletin, BWL-Studium, Leistungssport und Jobben unter einen Hut zu kriegen. Mit mäßigem Erfolg: "Wenn du bis zwei Uhr nachts in der Kneipe arbeitest, bist du am nächsten Morgen natürlich nicht fit fürs Training." Dann verpflichtet sich "Mimi" bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr - und startet durch. Die Tochter eines Panamaers und einer Deutschen holt mit 28 Jahren ihren ersten Weltcupsieg, besiegt bei der WM die Weltranglistenzweite und wird in diesem Jahr EM-Dritte im Einzel und mit der Mannschaft. Sie stellt ihre Ernährung um, bezwingt mentale Blockaden und den inneren Schweinehund beim Konditionstraining. In London geht sie als Außenseiterin an den Start und kann es kaum erwarten, "den Judogi anzuziehen, die Anspannung vor dem ersten Kampf zu spüren, mein Lied zu singen und auf die Matte zu gehen. Denn da fühle ich mich wohl. Da bin ich ich."

Olympischen Spiele London 2012

21 VON UNS

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