Sportland.nrw

Leichtathletik

Linda Stahl

Linda Stahl

Sportart: Leichtathletik, Speerwurf
Verein: TSV Bayer 04 Leverkusen
Größte Erfolge: EM-Gold, EM-Bronze

Wettkampftage: 07.08. + 09.08.

Es ist ihr Jahr der Entscheidung und die Leverkusenerin hat nun buchstäblich den Rücken frei. "Ich möchte mal sehen, wie gut man werden kann, wenn man nur Sportlerin ist", sagt die Bronzemedaillengewinnerin von Helsinki, die seit 2006 Medizin studiert und dank eines Sporthilfe-Stipendiums ihr praktisches Jahr jetzt auf die Zeit nach den Olympischen Spielen verschoben hat. Trotz Doppelbelastung - "oft genug habe ich nachts nur vier Stunden geschlafen" - ist ihre Leistungskurve beeindruckend. Zwischen 2005 und 2010 verbessert sie ihre Spitzenweite um sagenhafte 12,87 Meter. Doch vor Peking wirft die angehende Ärztin ein Bandscheibenvorfall aus der Bahn, während der Qualifikationswettbewerbe fehlen ihr ganze zwei Zentimeter, um den Olympiatraum zu erfüllen. Drei Tage nach der Quali übertrifft sie die Norm um vier Meter und steht in der Weltrangliste auf Platz drei: "Da wusste ich: Trotz aller Widrigkeiten, des Stresses an der Uni und der vielen Verletzungen habe ich's drauf." Seitdem treibt sie ihr Projekt London 2012 voran.

Katharina Molitor

Katharina Molitor

Sportart: Leichtathletik, Speerwurf
Verein: TSV Bayer 04 Leverkusen
Größte Erfolge: 8. Platz Olympia 2008,5. Platz WM + EM, DM

Wettkampftage: 07.08. + 09.08.

Es ist ein unwiderstehliches Angebot. Als Helge Zöllkau, der schon Steffi Nerius zum Star gemacht hat, die junge Sportlerin aus Bedburg einlädt, bei ihm zu trainieren, denkt sie nicht lange nach: "Ich konnte schon immer einigermaßen werfen. Und so bin ich nach Leverkusen gewechselt und habe mich auf Speerwurf konzentriert." Unter seiner Anleitung verbessert sie sich stetig, erreicht ihre persönliche Bestmarke von 64,67 Metern und steigt in die nationale Elite auf. Einmal noch gerät sie in Versuchung, einer anderen großen Liebe zu folgen. Nach dem Abitur will ein Hamburger Volleyball-Club das 1,83 Meter große Block-Talent abwerben, "nur hatten die dort keinen Studienplatz für mich". Also bleibt sie, denn am Rhein geht beides: Molitor ist vermutlich die einzige Weltklasse-Werferin, die gleichzeitig mit ihrem Verein auch in der Volleyball-Bundesliga spielt - und dazu tägliches Training sowie Trainingslager, Lehramtsstudium (Geografie und Sport), Wettkämpfe und die spezielle Olympia-Vorbereitung organisiert. Die anspruchsvolle Technik reizt sie im Umgang mit dem spitzen Stab: "Nach dem Abwurf finde ich es super, dem Speer beim Fliegen zuzuschauen." Auf chinesischem Boden hat sie 2008 den achten Platz errungen. In London soll das Ding noch länger und weiter fliegen.

Sabine Krantz

Sabine Krantz

Sportart: Leichtathletik, Gehen, 20 Kilometer
Verein: SC Wattenscheid 01
Größte Erfolge: 16. Platz Olympia 2004,15. Platz Olympia 2008, 8. Platz WM,6. Platz EM, 16 x DM

Wettkampftag: 11.08.

Die Briten haben das treffendere Wort für diese Disziplin, dort heißt sie Racewalk. Wer sieht, in welchem Tempo Deutschlands schnellste Geherin auf der Tartanbahn oder auf Asphalt unterwegs ist, gerät allein beim Zuschauen schon außer Atem. Die 31-jährige Polizeihauptmeisterin hält die nationalen Rekorde über 5 000 Meter (20:11 Minuten) und 20 Kilometer (1:27:56 Stunden) und rennt doch nicht. Eine hohe Kunst, die sie erst auf Umwegen erlernt hat. Die 4-Jährige wird bei einer Sichtung fürs Kunstturnen entdeckt und gefördert. Da aber der Besuch einer weit entfernten Sportschule in der dritten Klasse "nicht in Frage" kommt, wechselt sie zur Rhythmischen Sportgymnastik. Der Vater einer Klassenkameradin, der Geher trainiert, bietet ihr eine "Schnupperstunde" an. Da ist sie zehn und es ist der erste Schritt zu einer langen, erfolgreichen Laufbahn, die auch eine Standortveränderung mit sich bringt: Im Höhentrainingslager in Flagstaff lernt sie ihren späteren Mann kennen, den Wattenscheider Marathonläufer Bastian Krantz. Sie siedelt nach Bochum über und startet seit 2008 für den Verein, in dem auch er aktiv ist. Den dritten Start seiner Gattin bei Olympischen Spielen wird Bastian Krantz mit dem kleinen Sohn als Zuschauer verfolgen. Es soll nicht ihr letzter sein: Nach dem 20-Kilometer- Racewalk über Londons Straßen beginnt die Vorbereitung auf Rio 2016.

Sabrina Mockenhaupt

Sabrina Mockenhaupt

Sportart: Leichtathletik, 10 000 Meter
Verein: SG Sieg
Größte Erfolge: EM: Gold, Silber, Bronze (alle Mannschaft), 36 x DM (7 x 10 000 Meter, 11 x 5 000 Meter, 8 x Cross)

Wettkampftag: 03.08.

Unkenrufe wegen des Fehlens eines internationalen Einzeltitels schrecken Deutschlands beste Langstreckenläuferin nicht mehr. Platz fünf über 10 000 Meter bei der EM in Helsinki? "Jetzt heißt es abhaken und nach vorne schauen!" Das "kleine Häschen" (O-Ton Mockenhaupt) hat sich nach einem Fußbruch seit Februar neu aufgestellt, kombiniert nun mehr als ein Jahrzehnt Wettkampferfahrung, Siegeswillen und Nervenstärke mit innovativem Training. Resultat: ein "neues Laufgefühl", mit dem sie nicht nur die Olympianorm um fast zehn Sekunden unterbot, sondern auch wieder "Spaß am Kampf ohne Krampf" gefunden hat. Die Siegerländerin weiß, wie es ist, "um mein Leben zum Sieg" zu spurten. In London wird sie es den Unken zeigen.

Jennifer Oeser

Jennifer Oeser

Sportart: Leichtathletik, Siebenkampf
Verein: TSV Bayer 04 Leverkusen
Größte Erfolge: Silber: WM;Bronze: WM + EM

Wettkampftage: 03.08. + 04.08.

Ob ihr das "Schwein vom Rhein" geholfen hat? Im Mai hat es endlich geklappt mit der Qualifikation für ihre zweiten Olympischen Spiele und Jennifer Oesers rosa Plüsch- Glücksbringer war natürlich dabei. Seit Beginn der Saison quälen die Leverkusenerin hartnäckige Wadenschmerzen, die sie ebenso stur zu bekämpfen versucht: "Man schwimmt so sehr auf dieser olympischen Welle, trainiert und trainiert - und realisiert dann, dass es auch ganz schnell vorbei sein kann." Doch dass Aufgeben keine Option für die Kämpfernatur ist, hat sie schon bei der Heim-WM in Berlin vor drei Jahren bewiesen. Nach guten Resultaten über 100 Meter Hürden sowie im Hochsprung, Kugelstoßen und 200-Meter-Sprint kann sie auch im Weitsprung und Speerwurf punkten, bis beim 800-Meter-Lauf beinahe alles zunichte ist: Oeser startet, rennt - und stürzt. Noch bevor sich das Publikum von dem Schreck erholt hat, ist sie wieder auf den Beinen und schneller als zuvor. Unter tosendem Beifall rollt sie das Feld von hinten auf und gewinnt Silber. Erstmals ist die Polizeihauptmeisterin und diplomierte Sportmanagerin 2006 bei den Europameisterschaften in Göteborg aufgefallen, als sie um Haaresbreite (44 Punkte) den dritten Platz verpasst hat: "Ich nehme die Holzmedaille gern", versichert die heute 28-Jährige strahlend, "es ist in allen Disziplinen noch mehr drin." Ihre Leistung hat sie kontinuierlich gesteigert. Und das "Schwein vom Rhein"? Passt farblich perfekt zum pinken London-Dress der deutschen Olympia- Damen, fährt mit - und bringt Glück.

Yasmin Kwadwo

Yasmin Kwadwo

Sportart: Leichtathletik, 4 x 100 Meter
Verein: TV Wattenscheid 01
Größte Erfolge: DM (Halle)

Wettkampftage: 09.08. + 10.08.

Vor zwei Jahren holt die Sprinterin ihren ersten Titel und wird Deutsche Meisterin im 60-Meter-Sprint. "Jetzt weiß ich, dass ich zu den Besten gehöre", sagt sie selbstbewusst. "Der Grund dafür sind mein Training und mein konsequenter Glaube." Und die Unfähigkeit, sich mit weniger als dem Maximum zufriedenzugeben, nicht nur auf der Tartanbahn. Als Yasmin Kwadwo zur "Eliteschülerin 2010" gewählt wird, lässt sie die damit verbundene Einladung zu den Olympischen Winterspielen sausen. Wichtiger als Spaß im Schnee sind die Vorbereitungen auf das Abitur, die EM in Barcelona und die WM im darauffolgenden Jahr. Sie genießt es, immer aufs Neue zu testen, wann "mein Körper an seine Grenzen stößt". Das kann sie in London haben - Olympia-Feeling inklusive.

Alexander Kosenkow

Alexander Kosenkow

Sportart: Leichtathletik, 4 x 100 Meter
Verein: TV Wattenscheid 01
Größte Erfolge: Olympia: 5. Platz 2008 (Staffel); Gold: EM (Mannschaft); Silber: EM (Staffel)

Wettkampftage: 09.08. + 10.08.

Das neue Leben beginnt mit einer Enttäuschung: Nachdem der 14-Jährige mit seiner Familie aus Kirgisistan nach Deutschland gezogen ist, gibt es am neuen Wohnort keinen Fußballverein. Horror für den hibbeligen Teenager, dem ein Sportlehrer daraufhin rät, es doch mal mit Leichtathletik zu versuchen. Angesichts von Kosenkows nun dritter Teilnahme bei Olympischen Spielen und seiner mittlerweile 21 Jahre andauernden erfolgreichen Laufbahn gebührt dem Pädagogen von damals eigentlich auch eine Medaille für sein exzellentes Urteilsvermögen. Das Staffelsilber von Helsinki im Juli bestätigt die außergewöhnliche Verfassung des Sportsoldaten, den der Sprint noch immer begeistert.

Julian Reus

Julian Reus

Sportart: Leichtathletik, 4 x 100 Meter
Verein: TV Wattenscheid 01
Größte Erfolge: EM-Silber (Staffel)

Wettkampftage: 10.08. + 11.08.

Schon als 11-Jähriger weiß der sprintstarke Junge aus Hanau, wo die Reise hingehen soll: "Als klar wurde, dass ich ein Talent für die Leichtathletik habe, hat der Familienrat beschlossen, dass ein Sportinternat das Beste für mich ist." In Erfurt stehen bis zum Abitur wöchentlich zehn Trainingseinheiten auf dem Programm. In der Jugendklasse und bei Juniorenmeisterschaften räumt er etliche Medaillen ab. Bis 2008 bleibt er beim Erfurter LAC, wo Trainer Gerhard Jäger lobt: "Bei ihm ist die Symbiose aus Talent und Wettkampfstärke optimal ausgeprägt." Nach seinem Wechsel zum TV Wattenscheid trainiert er erstmals mit Alexander Kosenkow, mit dem er im Juli 2012 Vize-Europameister über 4 x 100 Meter wird. Der Clubkamerad ist auch bei Reus ersten Olympischen Spielen an der Themse dabei.

Björn Otto

Björn Otto

Sportart: Leichtathletik, Stabhochsprung
Verein: LAV Bayer Uerdingen/Dormagen
Größte Erfolge: Gold: EM (Mannschaft); Silber: WM + EM (beide Halle)

Wettkampftage: 08.08. + 10.08.

Aus vier Kilometern Höhe betrachtet ist eine Stabhochsprunganlage winzig klein. Und verglichen mit einer 140 Kilometer langen Gleitschirmtour über die Alpen wird ein Wettkampf zum Wimpernschlag. Björn Otto kennt beide Perspektiven: den "Tunnel", durch den er im Finale der EM in Helsinki im Juli geht und Silber gewinnt, ebenso wie den Langstreckenflug übers Gebirge. Mag sein, dass der 34-Jährige sich deshalb von Rückschlägen in seiner Sportkarriere nicht in die Knie zwingen lässt. Für Athen 2004 kann er sich nicht qualifizieren, vor Peking 2008 ist er verletzt, für die WM 2011 erkennt der DLV seine Qualifikation nicht an, weil die Sprunganlage nicht regelgerecht vermessen gewesen sein soll. Die Olympischen Spiele in diesem Jahr sind seine ersten. Wie viele seiner Kontrahenten hofft er, dort einen Paukenschlag zu landen: "Sechs Meter sind das Ziel, ja klar." Selbst wenn es mit der magischen Marke in London nicht klappen sollte, will der gebürtige Frechener sie vor dem Ende seiner Laufbahn noch überwinden. Und anschließend weitaus höher hinaus - als Pilot. Es ist eben alles eine Frage der Perspektive.

Maral Feizbakhsh

Maral Feizbakhsh

Sportart: Leichtathletik, 4 x 400 Meter
Verein: TV Wattenscheid 01
Größte Erfolge: 3. Platz DM (Halle), 3. Platz U20-EM (Staffel)

Wettkampftage: 09.08. + 10.08.

Bei der Deutschen Meisterschaft Mitte Juni im heimischen Stadion legt sie im Finale über ihre Lieblingsdistanz einen Fehlstart hin. Zwei Wochen später unterbietet sie ihre persönliche Bestzeit um mehr als eine Sekunde - Qualifikation im Sack, die gebürtige Iranerin ergattert einen Platz in der Staffel. Die 22-Jährige studiert in Gelsenkirchen Journalismus und Public Relations, Anfang des Jahres taucht ihr Bild in einem FH-Newsletter auf. Zum Thema "gute Vorsätze" steht da: "Abwarten. Ehrlich gesagt weiß ich noch gar nicht, was ich mir für 2012 vornehmen will. Ich nehme einfach das, was kommt, und bin gespannt, was mich erwartet." Passt doch prima zum ersten Start bei Olympischen Spielen.

Tatjana Pinto

Tatjana Pinto

Sportart: Leichtathletik, 100 Meter
Verein: LG Ratio Münster
Größte Erfolge: EM-Gold (Staffel)

Wettkampftage: 03.08. + 04.08.

Nie mehr Schule - auch das taugt offenbar als Motivation und ist nur eine von vielen möglichen Erklärungen, wie die Abiturientin aus Münster ihre persönliche Bestzeit über 100 Meter um 27 Hundertstel verbessern kann. Einen Tag nach ihrer letzten Klausur läuft die 19-Jährige bei einem Meeting in Weinheim wie entfesselt. "Zuerst habe ich gedacht, die Uhr ist kaputt", sagt sie immer noch ungläubig nach dem Zieleinlauf. Ist sie nicht - und die 11,19 Sekunden bedeuten gleichzeitig, dass die Ausnahme-Sprinterin die Olympianorm erfüllt hat. Dass auch sie zur neuen Generation Fräuleinwunder des DLV gehört, untermauert sie bei den Deutschen Meisterschaften im Juni, als sie die Silbermedaille holt. Und erst recht mit der Goldstaffel in Helsinki, wo sie am Tag vor ihrem 20. Geburtstag mit Leena Günther, Verena Sailer und Anne Cibis-Möllinger mit einer Fabelzeit von 42,51 Sekunden die europäische Elite deklassiert. Zuletzt war ein deutsches Frauenquartett 2002 so schnell unterwegs.

Malte Mohr

Malte Mohr

Sportart: Leichtathletik, Stabhochsprung
Verein: TV Wattenscheid 01
Größte Erfolge: Gold: EM (Mannschaft); Silber: WM + EM (beide Halle)

Wettkampftage: 08.08. + 10.08.

Von allen Leichtathleten kommen diese in ihrer Disziplin dem Himmel am nächsten. Und fallen am tiefsten. Wie im Anlauf aufgestautes Adrenalin bei einem Fehlversuch sekundenschnell blanker Wut weicht, hat der 25-Jährige zuletzt bei der EM in Helsinki gezeigt. Doch Mohr, dessen Vater und Großvater sich früher schon am Stab in die Höhe geschraubt haben, kann so was verdauen: "Wir Stabhochspringer sind eine hartgesottene Truppe." Zu Beginn der Saison am Knie verletzt, schafft er dennoch Anfang Juni die Olympianorm und überspringt drei Wochen später 5,91 Meter - Weltjahresbestleistung. In Finnland wird er überflügelt, doch die Begeisterung für seine erste Olympiateilnahme trübt das nicht. Der gebürtige Bochumer gilt als beständiger Athlet, eine Einzelmedaille bei den Spielen könnte seine Laufbahn krönen. In London will er danach greifen: "Vor ausverkauftem Haus wird das eine riesige Sache." 

Silke Spiegelburg

Silke Spiegelburg

Sportart: Leichtathletik, Stabhochsprung
Verein: TSV 04 Bayer Leverkusen
Größte Erfolge: Olympia: 13. Platz 2004,8. Platz 2008; Gold: EM (Mannschaft); Silber: 4 x EM (1 x Mannschaft, 1 x Einzel,2 x Einzel Halle); Bronze: EM (Mannschaft)

Wettkampftage: 04.08. + 06.08.

Das Nesthäkchen hebt ab: Die 26-Jährige, "mit Abstand die Jüngste" in der Familie, steht schon als Mini neben der Matte, wenn ihre drei Brüder sich am Stab aufrollen und die Latte überqueren. Seit 2005 trainiert die Studentin der Gesundheitsökonomie bei Leszek Klima in Leverkusen, der von ihren Möglichkeiten überzeugt ist: "Auch Silke kann jetzt schon 4,80 Meter springen", erklärt der Coach, als sie im Januar einen neuen deutschen Hallenrekord (4,77 Meter) aufstellt und ihre persönliche Bestleistung um einen Zentimeter steigert. Die versierte Technikerin ist mit Ehrgeiz und Leidenschaft bei der Sache. Dass die Russin Issenbajewa schon die 5-Meter-Marke geknackt hat, während Spiegelburg selbst mit Krämpfen kämpfte, macht die 1,72 Meter große Sportlerin vor London nicht bange. Sie ist ein Wettkampftyp: "Im Stabhochsprung kann so viel passieren, ich denke, da ist noch nichts gesetzt."

Alyn Camara

Alyn Camara

Sportart: Leichtathletik, Weitsprung
Verein: TSV 04 Bayer Leverkusen
Größte Erfolge: 3 x 3. Platz DM (1 x Halle)

Wettkampftage: 03.08. + 04.08.

Mit einem Satz über 8,20 Meter erfüllt der Bayer-Athlet am Pfingstwochenende die deutsche Norm für London auf den Punkt. Dabei hat er seinen ersten Start bei Sommerspielen eigentlich eher für 2016 angepeilt: "Mein größter Wunsch war bisher immer die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Wenn ich dieses Ziel dieses Jahr erreicht habe, muss ich mir ein neues suchen." Diese Aufgabe ist für den 23-jährigen Kommissaranwärter indes nicht neu. Als Junge spielt er Fußball und Basketball, probiert dann verschiedene Leichtathletik-Disziplinen, "bis ich im Weitsprung angekommen bin". Ihn fasziniert das Zusammenspiel aus Anlauf, Sprungkraft und Flugphase, mit der Zielsicherheit am Brett haut es nicht immer hin. Aber "das ist alles eine Riesenherausforderung und es macht mir großen Spaß, sie anzunehmen". Seit sieben Jahren trainiert der Sohn einer Deutschen und eines Senegalesen in Leverkusen bei Hans-Jörg Thomaskampf, der ihm den Spaß lässt und dazu seinen Ehrgeiz geweckt hat. In London könnte es für Camara noch weiter gehen, er freut sich darauf, "dieses Ereignis live mitzuerleben und Erinnerungen fürs Leben mitzunehmen". Und wenn es ihm gefällt, könnte Rio ein Ziel sein, für das es sich immer weiter zu trainieren lohnt.

Sosthene Moguenara

Sosthene Moguenara

Sportart: Leichtathletik, Weitsprung
Verein: TV Wattenscheid 01
Größte Erfolge: 4. Platz EM, 2 x DM (Halle)

Wettkampftage: 07.08. + 08.08.

Als 9-Jährige kommt sie aus dem Tschad nach Essen, um ihre Tante zu besuchen. Als 19-Jährige erhält sie die deutsche Staatsbürgerschaft. Von 2006 bis 2008 ist sie dreimal Teil der siegreichen 4 x 100-Meter-Staffel bei den deutschen Jugendmeisterschaften, 2008 sichert sie sich dort auch den Titel im Weitsprung. Und wird in dieser Disziplin in den folgenden zwei Jahren deutsche Hallenmeisterin. Doch die Wattenscheiderin ist keine Medaillen-Maschine. Nach guten Leistungen im letzten Jahr kommt sie bei der WM mit 6,02 Meter nicht ins Finale. Dafür scheint das Olympiajahr ihres zu werden. Im Mai erfüllt sie die Norm locker mit 6,76 Meter, ein paar Wochen später landet sie noch mal zwölf Zentimeter weiter - persönliche und nationale Jahresbestleistung. Das Geheimnis liegt im längeren Anlauf und in einer umgestellten Sprungtechnik: "Nun ist mein Körper in der Luft viel stabiler." Und fliegt besser - vielleicht sogar schon bald bis zu ihrem nächsten Ziel, der 7-Meter-Marke: "Wenn das in London klappen würde, wäre es umso schöner!"

Leena Günther

Leena Günther

Sportart: Leichtathletik, 4 x 100 Meter
Verein: LT DSHS Köln
Größte Erfolge: EM-Gold (Staffel), EM-Silber (Mannschaft)

Wettkampftage: 09.08. + 10.08.

Voilà, hier kommt die nächste Generation Sprinterin - und sie kommt so schnell daher, dass sie bei der EM in Helsinki alle anderen 4 x 100-Meter-Staffeln überrennt. Die erst 21-jährige Kölnerin und ihre Teamkameradinnen Verena Sailer, Anne Cibis-Möllinger und Tatjana Pinto bescheren dem DLV damit das erste Gold in dieser Disziplin seit 18 Jahren. Für Günthers Verein, das Leichtathletik- Team der Deutschen Sporthochschule Köln, ist es der erste Frauen-EM-Titel überhaupt. Die Medizinstudentin war in Finnland flotter als jede Medaillengewinnerin in diesem Wettkampf bei der WM 2009. Jetzt stehen die Chancen gut, dass sie auch in London in den Startblock steigt: "Die Position hat den Vorteil, dass man als Erste fertig ist und entspannt zuschauen kann." Über Medaillenchancen macht sie sich keinen Kopf, in erster Linie ist ihr Sport Ausgleich zum Studium, das Training ein Treffpunkt mit Freundinnen. Bisher läuft sie "ja für sich, für die eigenen Erfolge". Im Londoner Sommer dann auch für Deutschland.

Esther Cremer

Esther Cremer

Sportart: Leichtathletik, 4 x 400 Meter
Verein: TV Wattenscheid 01
Größte Erfolge: Silber: 2 x EM (Mannschaft+ Staffel); Bronze (Mannschaft)

Wettkampftage: 10.08. + 11.08.

Nur ein ganz kurzes Lächeln kann sich die 24-jährige Lang-Sprinterin abringen, wenn der Stadionsprecher sie vorstellt. Früher war sie "vor einem Rennen gar nicht mehr ansprechbar, und das hat sich auch auf die Leistung ausgewirkt". Die Nervosität hat die gebürtige Kölnerin mit Hilfe einer Psychologin in den Griff bekommen, inzwischen ist sie viel "cooler“ - und wird immer schneller. Über 400 Meter hat sie erst in diesem Jahr mit 51,76 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt. Die Studentin der Ruhr- Uni Bochum (Umwelttechnik und Ressourcenmanagement) verfügt über einen attraktiven Laufstil. Erst mit 16 kommt sie zur Leichtathletik, davor ist sie auf der Planche zu Hause: "Ich finde Fechten vom Bewegungsablauf her recht elegant. Daher wollte ich es unbedingt einmal erlernen." Die Staffel-Silbermedaillengewinnerin von Barcelona ist auch in London Teil des 4 x 400-Meter-Quartetts. Ihre ersten Olympischen Spiele peilt sie seit zwei Jahren an, als "logische Konsequenz" guter Leistungen.

Olympischen Spiele London 2012

21 VON UNS

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