Ein Rückblick auf die 1. Frauen-Fußball-WM 2011 in Deutschland

Vom 26. Juni bis 17. Juli war Deutschland Gastgeber der Fifa Frauen-Fußball-WM. Die teilnehmenden 15 Nationen wurden herzlich empfangen und die deutsche Nationalmannschaft erlebte ein bisher unbekanntes Interesse. Nach der WM gab es viel Lob für die Organisation.

Viele Spielerinnen waren begeistert von den Kulissen, die in den neun WM-Stadien  geboten wurden. Und auch die englische Presse äußerte sich sehr positiv. Schwedens Trainer Thomas Dennerby brachte es auf den Punkt: "Das ist die beste WM aller Zeiten, von den Zuschauern her, der Stimmung und der Organisation. Ein fantastisches Turnier." *

Neben den neuen Weltmeisterinnen aus Japan war der Frauenfußball insgesamt der Gewinner dieser WM. Noch nie waren alle Spiele von den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF übertragen worden. Und die Einschaltquoten bewiesen, dass nicht nur viele Zuschauer die Spiele live sehen wollten, sondern auch viele die einzelnen Partien vor dem Fernseher verfolgten. Besonders hoch waren die Einschaltquoten bei deutschen Spielen. Aber auch das Endspiel zwischen Japan und den USA zog im Schnitt 15,34 Mio. vor den Bildschirm.

Das fachkundige Publikum
Frauenfußball zieht ganze Familien an und so war es auch bei dieser WM. Die Stimmung war stets gut und das Publikum zeigte sich fachkundig und feinfühlig. Bei den einzelnen Nationalhymnen gab es freundlichen Applaus, und Pfiffe bei Fehlentscheidungen der Schiedsrichterinnen.

Aber auch die Brasilianerin Marta, die mehr polarisierte als jede andere Spielerin, bekam wegen ihres Verhaltens auf dem Spielfeld Pfiffe zu hören. Und dies, obwohl die Zuschauer ihre Ballkunst staunend verfolgten.

Die Zuschauerzahlen in den Stadien waren beeindruckend. Lediglich das Spiel der Nordkoreanerinnen gegen Kolumbien in Bochum, in dem es um nichts mehr ging, war mit unter 10.000 Zuschauern schlecht besucht. Das bestbesuchteste Spiel in Europa war mit 73.680 Besuchern das Eröffnungsspiel in Berlin zwischen Deutschland und Kanada. Jeweils 48.817 Zuschauer sahen in Frankfurt die Vorrundenpartie Deutschland - Nigeria und das Finale Japan - USA. In Mönchengladbach sahen 45.867 Besucher das deutsche Team gegen die Französinnen und 27.258 Brasilien gegen Australien. In Leverkusen kamen 26.395 zu der Partie der Engländerinnen gegen die Französinnen. Damit gehören die beiden NRW-WM-Stadien zu den Top 10 der Zuschauerzahlen.

Die deutsche Nationalmannschaft
Das DFB-Team hatte sich viel vorgenommen und stand so stark im Fokus, wie noch nie. Kerstin Garefrekes und Célia Okoyino da Mbabi, die beide in Nordrhein-Westfalen geboren wurden, haben bei dieser WM auf sich aufmerksam gemacht. Die Duisburgerinnen Alexandra Popp und Inka Grings zeigten wieder ihre Stürmerqualitäten. Die Auslosung wollte es, dass das motivierte deutsche Team schon im Viertelfinale auf die Japanerinnen traf. Das Spiel, das die Asiatinnen während der gesamten WM zeigten, wird im Frauenfußball neue Maßstäbe setzen.

Das Aus im Viertelfinale war hart und brachte viele Tränen. Das Bild des niedergeschlagenen, weinenden Teams, das sich mit dem Banner "Ein Team - Ein Traum - Millionen Fans - Danke" von den Zuschauern verabschiedete, wird noch lange in Erinnerung bleiben. Ebenso die harte Kritik, die an Trainerin Silvia Neid geübt wurde. Sie wird aber weiterhin als Bundestrainerin tätig sein. Wer außer der langjährigen Kapitänin Birgit Prinz und Ariane Hingst sich von der Nationalmannschaft verabschieden wird, bleibt derzeit noch abzuwarten. Da die Olympiaqualifikation nicht erreicht wurde, liegt der Fokus nun auf der EURO 2013 in Schweden.

Obwohl die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bereits im Viertelfinale ausschied, bleibt sie auf dem zweiten Platz der Fifa-Weltrangliste.

Bibiana Steinhaus
Mit dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft wurde für eine Deutsche ein Traum war. Im Finale der ersten Heim-WM stand Bibiana Steinhaus als Schiedsrichterin. Sie und ihr Team Marina Wozniak und Katrin Rafalski leiteten das Endspiel souverän und erhielten zur Belohnung viel Applaus von den Rängen.

Ein Wiedersehen mit WM-Spielerinnen
Am 21. August startet die Frauen-Bundesliga und es gibt ein Wiedersehen mit den deutschen aber auch mit internationalen WM-Teilnehmerinnen. Auch wenn viele Spielerinnen weder beim FCR 2001 Duisburg, Bayer 04 Leverkusen und SG Essen-Schönebeck unter Vertrag stehen, kann man sie bei den einzelnen Begegnungen auf dem Spielfeld sehen.

Von den Weltmeisterinnen spielt Kozue Ando weiterhin beim FCR 2001 Duisburg und Yuki Nagasato beim 1. FFC Turbine Potsdam. Saki Kumagai, die im Finale den entscheidenden Elfmeter verwandelte, wechselt zur neuen Spielzeit nach Frankfurt. Aber auch die Schwedinnen Jessica Landström, Sara Thunebro (Frankfurt) und Antonia Göransson (Potsdam), die Neuseeländerinnen Rebecca Smith (Wolfsburg) und Amber Hearn (Jena) sowie Genoveva Aonma (Potsdam) aus Äquatorial-Guinea stehen bei deutschen Vereinen unter Vertrag. Neben Saki Kumagai wechselten auch die DFB-Spielerinnen Fatmire Bajramaj (Potsdam) und Kim Kulig (Hamburg) zum 1. FFC Frankfurt. Lena Gößling wechselte von Bad Neuenahr nach Wolfsburg. Vom FCR 2001 Duisburg zur SG Essen-Schönebeck ging Torhüterin Ursula Holl. Und am 5. August konnte der FCR bekannt geben, dass sich Linda Bresonik erneut für Duisburg entschieden und einen weiteren Vertrag über 2 Jahre unterzeichnet hat.

Somit wird die erste deutsche Frauen-Fußball-WM in die Bundesligasaison übergehen. Weitere Aspekte dieser ersten Frauen-Fußball-WM in Deutschland finden Sie Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhier.
 

*Zitat-Quelle: DFB-Journal

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Das war die Frauen-Fußball-WM 2011

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