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Fechten

Nicolas Limbach

Nicolas Limbach

Sportart: Säbelfechten, Einzel + Mannschaft
Verein: TSV Bayer Dormagen
Größte Erfolge: Gold: WM 2009 (Einzel); Silber: 2 x WM (Einzel + Mannschaft), 2 x EM (Einzel + Mannschaft); Bronze: 2 x EM (Mannschaft); 5 x DM (4 x Einzel, 1 x Mannschaft)

Wettkampftage: 29.07. (E), 03.08. (M)

An dem 26-jährigen Dormagener führt im Säbelfechten kein Weg vorbei. Schon in der Juniorenklasse sammelte er Siege, bei den Herren holte er 15 Jahre nach Felix Becker als zweiter Deutscher den Weltmeistertitel. Aktuell steht der amtierende Vize-Weltmeister im Einzel auf Platz eins der Weltrangliste. "Wenn ich jetzt bei Olympia keine Medaille mache, bin ich der Depp", konstatiert er augenzwinkernd. Die Eltern, ebenfalls Aktive in der linksrheinischen Fechterschmiede, haben ihn mit in die Halle genommen. Seit 1991 steht er auf der Planche und liebt seine Disziplin, bei der (anders als bei Florett und Degen) außer Stich- auch Hiebtreffer zählen: "Da geht es ab, da ist Action." Im Duell brilliert er mit Technik und Tempo, Angriffslust und Eleganz. Das macht ihn beim Publikum so beliebt - und bei den Gegnern gefürchtet. Nicolas Limbach ist Träger der Sportehrenmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.

Imke Duplitzer

Imke Duplitzer

Sportart: Degenfechten, Einzel + Mannschaft
Verein: OFC Bonn
Größte Erfolge: Gold: 3 x EM (2 x Einzel, 1 x Mannschaft); Silber: 6 x WM (1 x Einzel, 5 x Mannschaft); Bronze: 6 x WM, 1 x EM (Mannschaft); 11 x DM (9 x Einzel, 2 x Mannschaft)

Wettkampftage: 30.07. (E), 04.08. (M)

Imposant. Das sind sowohl Imke Duplitzers Erfolge als auch ihre Erscheinung und ihr Auftreten. Die 1,86 Meter große Trägerin der Sportehrenmedaille hat einen Ruf wie Donnerhall in der Fechtwelt - weil sie unerbittlich kämpft und abseits der Planche wortgewaltig ihre Überzeugung vertritt. So tritt sie schon im Alter von elf Jahren zu Beginn ihrer Fechtlaufbahn auf: "Das Wichtigste war ihr Wille", erinnert sich ihr erster Trainer. Sie will gewinnen, unbedingt. 1991 dominiert sie erstmals ihre Altersklasse, erringt einen Weltmeisterund zwei Deutsche Meisterschaftstitel. Ihre Spezialität ist der freie Angriff, wenn sie ein Zucken des Gegenübers wahrnimmt und spürt: Das ist der Moment. Und trifft. Zur Legende taugt die bald 37-Jährige nicht, sie ist viel zu aktiv: als Sportlerin, Vereinspräsidentin, Tauchlehrerin, Publizistin. Die Spiele in London sind ihre fünften. Sie ist gut, sie will Gold, diesmal und vielleicht sogar noch einmal 2016, denn: "Fechten begeistert."

Benjamin Kleibrink

Benjamin Kleibrink

Sportart: Florettfechten, Einzel + Mannschaft
Trainingsort: Bonn
Größte Erfolge: Gold: Olympia 2008, WM 2008 (Mannschaft); Silber 2 x WM (Einzel), 5 x EM (1 x Einzel, 4 x Mannschaft); Bronze: 2 x WM (Einzel + Mannschaft), 3 x EM (1 x Einzel, 2 x Mannschaft)

Wettkampftage: 31.07. (E), 05.08. (M)

Schnell, konzentriert, cool. "Ganz ehrlich, das ist nicht so wichtig für mich", kommentierte der gebürtige Düsseldorfer seinen zweiten Platz bei der diesjährigen EM. Vor gut einem Jahr hatte sich der Florettspezialist bei einem Motorradunfall die linke Schulter verletzt - fatal für den Linkshänder. Motiviert und mit eiserner Entschlossenheit focht er sechs Monate später wieder bei der WM in Catania und gewann Bronze mit der Mannschaft. Kleibrink wird am Tag vor seinem ersten Duell in London 27 Jahre alt und gilt als "Schattenmann", verglichen mit der weitaus bekannteren Britta Heidemann, die wie er 2008 Gold holte. "Ich bin nicht so der Typ für das Rampenlicht und die große Bühne." Pragmatisch auch sein olympisches Ziel: "Erfolgreich sein." Seine Gegner wissen, was das heißt.

Max Hartung

Max Hartung

Sportart: Säbelfechten, E + M
Verein: TSV Bayer Dormagen
Größte Erfolge: WM-Silber + WM-Bronze, EM-Bronze (alle Mannschaft)

Wettkampftage: 31.07. (E), 05.08. (M)

Einer für alle und alle fürs Team: Die deutsche Säbelfechtermannschaft, der der Dormagener angehört, punktet in jüngster Zeit ein ums andere Mal und lehrt die Konkurrenz das Fürchten. Hartung, der mit acht Jahren "an den besten Trainer der Welt geraten" ist, gilt als feste Stütze der "Jungen Wilden", die sich mit hartem Training, Teamwork und jeder Menge Kampflust auf Platz drei der Weltrangliste hochgefochten und im Juni selbstbewusst-unbekümmert die Bronzemedaille bei der EM 2012 geschnappt haben. "In der Gruppe ist unheimlich viel Dynamik, wir spornen uns gegenseitig an", erklärt der Sportsoldat, der mit den Teamkameraden auch privat befreundet ist. Bei seinem ersten olympischen Einzelwettkampf kann er sich daher auf deren lautstarke Unterstützung verlassen. Gemeinsam seien sie sowieso stark: "Mannschaft macht immer eine Menge Spaß", sagt der 22-Jährige grinsend. "Und der Erfolg gibt uns ja recht."

Benedikt Wagner

Benedikt Wagner

Sportart: Säbelfechten, E + M
Verein: TSV Bayer Dormagen
Größte Erfolge: EM-Silber + EM-Bronze (Mannschaft)

Wettkampftage: 31.07. (E), 05.08. (M)

Auch der Deutsche Vizemeister (Einzel) in der Disziplin Säbel ist ein gebürtiger Dormagener - und begnadeter Stilist: "Stark" oder auch "makellos fechtend" haben ihn Presse und Publikum zuletzt häufiger erlebt. Mit dem Gardemaß von 1,90 Meter nötigt er Gegnern oft schon Respekt ab, wenn er die Planche betritt. Der 23-Jährige selbst lässt sich dagegen selten beeindrucken und hat im Turnier unter anderem Nicolas Lopez bezwungen, den Olympiazweiten von Peking. Bei den Spielen in London will der ehrgeizige Blondschopf vor allem mit der Mannschaft aufs Treppchen, im Einzel Erfahrung bei einem internationalen Großereignis sammeln und die Stimmung genießen. Manfred Kaspar, Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes, räumt Wagners Team reelle Medaillenchancen ein: "Das ist die erste Generation, der es gelungen ist, aus eigener Kraft in die Phalanx der anderen Mannschaften einzubrechen. Es ist sicherlich, was die Nachwuchsarbeit angeht, die Vorzeigewaffe des Verbands."

Britta Heidemann

Britta Heidemann

Sportart: Degenfechten, Einzel + Mannschaft
Verein: TSV Bayer 04 Leverkusen
Größte Erfolge: Gold: Olympia 2008, WM, EM (alle Einzel); Silber: Olympia 2004 (Mannschaft), 2 x WM (Mannschaft), 2 x EM (Einzel + Mannschaft); Bronze: 5 x WM (Mannschaft), 2 x EM (Einzel + Mannschaft)

Wettkampftage: 30.07. (E), 04.08. (M)

Ende 2000 entscheidet sich Britta Heidemann, Sportehrenpreisträgerin des Sportlandes Nordrhein-Westfalen, fürs Degenfechten. Seitdem zeigt ihre Erfolgskurve nur in eine Richtung: steil bergauf. Mit herausragendem Talent, großer Disziplin, mentaler Stärke und ansteckender Freude sammelt sie Medaillen und Weltcup-Punkte und hält als erste Fechterin der Welt gleichzeitig die drei wichtigsten Titel ihres Sports: Weltmeisterin (2007), Olympiasiegerin (2008) und Europameisterin (2009). Am 10. Oktober letzten Jahres passiert der scheinbar Unbesieg - baren dann das Unerklärliche: Aus in der Vorrunde bei der Einzel-WM in Catania, Absturz auf Platz 126 der Weltrangliste, Olympia-Qualifikation in Gefahr Frustriert, schockiert, fassungslos ist sie... etwa einen Tag lang. Dann kämpft sie, will zurück an die Spitze ihrer Zunft. Lässt sich von einer Handoperation im Winter nicht bremsen. Trainiert geplant und motiviert. "Erfolg ist eine Frage der Haltung", heißt ihr Buch, in dem sie Strategien des Fechtsports auf das Leben überträgt. Als Diplom-Regionalwissenschaftlerin Chinas sind ihr auch asiatische Gelassenheit und Entschlossenheit vertraut. Top-Ten-Turnierplatzierungen erreicht sie schon im Frühjahr nach dem Debakel wieder, für Olympia qualifiziert sie sich spät, dafür sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft. Ihre eigene Haltung? Überzeugend optimistisch: "Ich habe zuletzt wieder befreit aufgefochten und gute Ergebnisse erreicht. Die Formkurve zeigt nach oben, alles ist möglich."

Sebastian Bachmann

Sebastian Bachmann

Sportart: Florettfechten, Einzel + Mannschaft
Verein: Olympischer Fechtclub Bonn
Größte Erfolge: WM-Silber + WM-Bronze,EM-Bronze (alle Mannschaft)

Wettkampftage: 31.07. (Einzel), 05.08. (Mannschaft)

Der gebürtige Tauberbischofsheimer fällt früh mit erstaunlichen Leistungen und großer Konstanz in der leichtesten Blankwaffengattung auf. So gewinnt er als knapp 18-Jähriger die Junioren-EM und wird im Jahr darauf Junioren-Vizeweltmeister. Seit er im Sommer 2008 zum OFC gewechselt ist, trainiert er mit der "Bonner Gruppe" von Bundestrainer Uli Schreck am Leistungsstützpunkt - und wird Teil des eingespielten Teams, mit dem sich der 25-Jährige am Ende die erste Olympiateilnahme sichert.

Alexandra Bujdoso

Alexandra Bujdoso

Sportart: Säbelfechten, Einzel
Trainingsort: Bonn
Größte Erfolge: 4 x DM (Einzel),6. Platz WM + EM 2012 (Mannschaft)

Wettkampftag: 01.08.

Mit konstant guter Leistung und Nervenstärke hat sich die 22-jährige Deutsch-Ungarin für ihre zweiten Olympischen Spiele nach Peking (30. Platz) qualifiziert. Bereits seit 2005 gehört sie zum Bundeskader und bereitet sich derzeit in Bonn als Einzige ihrer Disziplin auf den Wettbewerb in London vor, wo die Damen-Mannschaftskämpfe im Zuge der Rotation pausieren werden. Die amtierende Deutsche Vizemeisterin ist eine "Natural born"-Säbelfechterin: Die Waffe führt sie seit dem fünften Lebensjahr, der Trainer in ihrem Heimatverein ist ihr Vater Imre Bujdoso.

Peter Joppich

Peter Joppich

Sportart: Florettfechten, Einzel + Mannschaft
Trainingsort: Bonn
Größte Erfolge: Gold: 5 x WM (4 x Einzel, 1 x Mannschaft), EM (Mannschaft); Silber: 4 x WM (Mannschaft); Bronze: 4 x WM (1 x Einzel, 3 x Mannschaft), EM (Mannschaft); 4 x DM (Einzel)

Wettkampftage: 31.07. (Einzel), 05.08. (Mannschaft)

Seit seiner Juniorenzeit ist der heute 29-jährige BWL-Student verlässlich in der Weltspitze der Florettfechter vertreten. Ein Quäntchen Schuld daran trägt Anja Fichtel: Die hatte er bei der Olympiade 1988 im Fernsehen fechten sehen und seine Eltern mit kindlicher Überzeugungskraft dazu bewegt, ihn im Verein anzumelden. Inzwischen hat er selbst zweimal an den Spielen teilgenommen, belegte in Athen zwei sechste Ränge (Einzel und Mannschaft) und in Peking den fünften Platz (Einzel). In diesem Jahr will er Edelmetall holen und zählt dabei – neben hartem Training und Topform – auf eine besondere Gabe: "Wenn es ganz eng wird und andere nervös werden, dann werde ich plötzlich ganz ruhig." Nervenflattern sei tödlich für einen Fechter. Wie gut, dass es meistens seine Gegner trifft.

André Weßels

André Weßels

Sportart: Florettfechten, Mannschaft (Ersatz)
Verein: Olympischer Fechtclub Bonn
Größte Erfolge: WM-Gold, WM-Silber (Einzel), WM-Bronze (Mannschaft), EM-Bronze (Einzel)

Wettkampftag: 05.08.

Große Erfahrung und ansteigende Form: André Weßels komplettiert das Florett- Quartett. Der 31-jährige Recklinghäuser bedankte sich für sein London-Ticket mit bemerkenswerten Leistungen, wie zwei ersten Plätzen mit der Mannschaft bei Weltcup-Turnieren sowie dem achten Rang im Einzel bei der EM 2012. Und er freut sich auf seine zweite Olympiade nach Athen 2004.

Olympischen Spiele London 2012

21 VON UNS

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