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Hockey

Benjamin Weß

Benjamin Weß

Sportart: Hockey
Verein: RW Köln
Größte Erfolge: Gold: Olympia 2008, 2 x EM (Halle + Feld); Silber: WM + EM

Wettkampftage: ab 30.07.

Vor zwei Jahren steckt Benny Weß mitten im Studium der Volkswirtschaftslehre und in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Neu-Delhi. Die letzte Klausur schreibt er am Vorabend des Abflugs zum ersten großen Turnier, das er im Nationalmannschaftstrikot ohne seinen älteren Bruder bestreitet: "Klar fehlt da was. Aber so ist nun mal der Lauf der Dinge und das Team ist nicht schlechter." Seit Peking hat er sich zum Leistungsträger entwickelt, der im Mittelfeld und in der Abwehr nun nahezu gleich stark ist: "Ich möchte heute mehr zum Teamerfolg beitragen, ich habe diesen Anspruch an mich selbst." Und dann zeigt er fast prophetischen Weitblick auf Olympia 2012, sein nächstes großes Ziel: "Ich hoffe nach der WM auf die Rückkehr der beiden Zeller-Brüder. Mit ihnen sind wir noch stärker." Sein Wunsch wird Wirklichkeit, auch die Zellers gehören zum London-Team. Dass sein eigener Bruder Timo auch noch einmal aufläuft, hätte Benjamin Weß sich wohl nicht träumen lassen. Stattdessen gerät seine eigene Teilnahme in Gefahr. Bei einem Zweikampf in der Bundesliga bricht sich der 26-Jährige das Schlüsselbein. Es geht gut, weil er, wie sein Bruder sagt, "in allem extrem" ist: Mit der gleichen Leidenschaft wie auf dem Feld tut er alles für seine Genesung. Die Goldjungs gehen wieder auf Medaillenjagd.

Max Weinhold

Max Weinhold

Sportart: Hockey
Verein: RW Köln
Größte Erfolge: Gold: Olympia 2008, WM (Halle), EM (Feld); Silber: WM (Feld)

Wettkampftage: ab 30.07.

Als das Olympiateam für Peking 2008 steht, rauscht es im Blätterwald: Weinhold - kann der das? Wieso der? Und wieso nur er? Ein Ersatzmann ist dabei, falls sich der damals 26-Jährige während des Turniers verletzt, ansonsten ist er für alle Spiele gesetzt. Der Student der Sport-, Medien- und Kommunikationswissenschaft hält den Schlagzeilen stand und kontert auf dem Feld. Hält im Halbfinale drei Siebenmeter, ist im Endspiel unüberwindlich. Als er mit den Goldjungs zurückkehrt, ist der Medien-Hype noch größer und Weinhold der Held. Nicht nur wegen dieser Erfahrung gilt der 1,96 Meter große Goalie als fester Rückhalt in der Mannschaft. Angst vor Nahschüssen kennt er nicht, die verbreitet der 99-Kilo-Mann eher beim Gegner: "In die Augen schaue ich meistens nur vor einem Siebenmeter, das geht auch mit Maske - sieht noch eindringlicher aus." Mit der Erfahrung aus 90 Länderspielen fährt Weinhold, der auch begeistert Fußball und Golf spielt, nach London. Wenn er da doch mal einen Treffer kassiert, hat er ein wirksames Rezept: "Abhaken. Wichtig ist nicht, dass du jeden Ball erwischst, wichtig ist nur, die entscheidenden zu halten."

Timo Weß

Timo Weß

Sportart: Hockey
Verein: RW Köln
Größte Erfolge: Gold: Olympia 2008, 3 x WM (1 x Halle, 2 x Feld), 2 x EM (Halle + Feld); Bronze: Olympia 2004, EM

Wettkampftage: ab 30.07.

Während der Spiele in Athen paukt er fürs Abitur, bei Olympia in Peking hat er Lektüre aus seinem BWL-Studium dabei. Timo Weß, inzwischen Assistent der Geschäftsleitung in einer Kölner Unternehmensgruppe, hat ein perfektes Zeitmanagement und setzt Prioritäten. Nach zwölf Jahren Hockey auf höchstem Niveau konzentriert sich der Kapitän des Gold-Teams von Peking auf Studium und Job und nimmt seinen Abschied aus der Nationalmannschaft, "weil man von unserem Sport nicht leben kann". Wie gut, dass sein Chef ein Hockeyfan ist. Und ihn in London gern noch einmal auf dem Feld sähe. Bloß - wie lassen sich gut 100 Tage Lehrgänge, Trainingseinheiten und Vorbereitungswettkämpfe auf Olympische Spiele mit dem Beruf vereinbaren? "Das soll nicht das Problem sein", findet der Chef. Nach einem Gespräch mit dem Bundestrainer und gewohnt guten Leistungen in der Qualifikation ist der 30-Jährige jetzt wieder da, wo er als einer der weltbesten Abwehrspieler hingehört: im deutschen Hockey- Aufgebot für die Olympiade 2012. Mission: Titelverteidigung. Nach den Spielen soll das Nationalmannschaftstrikot aber endgültig in den Schrank. Und wenn es doch kein "goldener" Abschied wird? Weß lacht: "Als Sportler denkt man ans Gewinnen, nicht ans Verlieren."

Maike Stöckel

Maike Stöckel

Sportart: Hockey
Trainingsort: Köln
Größte Erfolge: Gold: 4 x EM (1 x Feld, 3 x Halle); Silber: 2 x EM (Feld); Bronze: WM (Halle)

Wettkampftage: ab 29.07.

Als die gebürtige Bielefelderin 2002 ihr Debüt in der Nationalmannschaft gibt, springt gleich ein Titel dabei heraus: Gold bei der Europameisterschaft in der Halle. Es kommt noch einiges an Edelmetall hinzu in den folgenden Jahren. Wann auch immer das Team erfolgreich ist, kommt die entschlossene Stürmerin meist zum unhaltbaren Schuss. Selbst in den dunkelsten Stunden des deutschen Damenhockeys fällt die 1,65 Meter große durchtrainierte Athletin noch auf. 2005 kassiert die Bundesauswahl in einem Match gegen die Niederlande vernichtende acht Treffer. Einziges Gegentor: Maike Stöckel. Seit sie vier Jahre alt ist, hantiert die Medizinstudentin mit dem Schläger, kämpft, rennt und wird zur festen Größe im Damenteam. Das bleibt auch anderswo nicht unbemerkt. Ende 2007 wird sie von Spielerinnen und Trainern der besten Mannschaften im internationalen Wettbewerb zur besten Nachwuchsspielerin der Welt gewählt und nimmt in Kuala Lumpur strahlend den Ehrentitel entgegen. Bei den Spielen in Peking schrammen die Damen nur knapp an der Bronzemedaille vorbei. Ein vierter Platz kann der sicheren Schützin und ihren Teamkolleginnen in London nicht genug sein - auf dem Boden bleibt sie trotzdem: "Man kann nichts planen. Jeder fährt hin, um eine Medaille zu gewinnen. Am Ende gehört auch Glück dazu."

Philipp Zeller

Philipp Zeller

Sportart: Hockey
Verein: RW Köln
Größte Erfolge: Gold: Olympia 2008, WM, 2 x EM (Halle + Feld); Silber: EM

Wettkampftage: ab 30.07.

Vielleicht hat er gemault. Vielleicht war er auch heiß drauf. Eine Ahnung davon, wie sehr der Sport sein Leben prägen wird, hatte der 7-Jährige mit Sicherheit nicht, als sein älterer Bruder ihn erstmals mit in den heimischen Münchner Verein nahm. Aber seit der Steppke zum ersten Mal selbst mit dem Schläger über das Feld gerannt ist, kann er sich "nicht mehr vorstellen, ohne Hockey auszukommen". Daran hat sich auch 22 Jahre später nichts geändert. Nach zahlreichen Titeln und einem eine Saison währenden Ausflug mit dem jüngeren Bruder Christopher (ebenfalls Nationalspieler) als "Legionär" in die niederländische Liga, bereitet sich der Verteidiger nun auf seine zweiten Olympischen Spiele vor. Disziplin, Teamfähigkeit und hohe Belastbarkeit zeichnen den Juristen auch abseits des Trainings aus. Zeitweilig wuppt der passionierte Skifahrer Studium, Einsätze mit der Nationalmannschaft, Bundesliga, Training und den Nebenjob in einer Kanzlei, ohne mit der Wimper zu zucken: "Ich bin eine Kämpfernatur." In London tritt er als Titelverteidiger an und baut auf die Erfahrung, die er im Turnier in Peking gemacht hat: "Andere können sich nicht vorstellen, wie es ist, im olympischen Finale zu stehen, vor Tausenden von Zuschauern, und jeder Fehler könnte das Ende des Projekts Goldmedaille bedeuten." Vor vier Jahren hat er so gut wie keine Fehler gemacht. Er weiß sie immer noch zu vermeiden.

Thilo Stralkowski

Thilo Stralkowski

Sportart: Hockey
Verein: HTC Uhlenhorst Mülheim
Größte Erfolge: Gold: 3 x EM (1 x Feld, 2 x Halle)

Wettkampftage: ab 30.07.

Ein Überflieger, der weit davon entfernt ist, abzuheben: Seit dem Kindergartenalter spielt Thilo Stralkowski für seinen Mülheimer Club, das Elternhaus steht nur ein paar Straßen weiter. Und wenn dort im Garten 1989 nicht versehentlich zwei Fallschirmspringer hängengeblieben wären, die eigentlich im Waldstadion landen wollten, wo damals der Hockey-Europapokal ausgespielt wurde, wer weiß, ob "Tille" nicht doch eher den Fußball getreten als zum Hockeyschläger gegriffen hätte. Mit 15 spielt er in der 2. Bundesliga und gilt in den folgenden Jahren als Riesentalent. Statt aber die Hockey- Karriere auszubauen, beginnt er nach dem Abitur eine Pilotenausbildung, der Sport läuft nebenher. Irgendwann wurmt es ihn dann aber doch, noch nie im Nationaltrikot gespielt zu haben. Bei einem eigens engagierten Trainer macht sich der 1,90 Meter lange Stürmer fit - und wird Anfang 2011 in den Kader berufen. "Er hat ein bisschen länger gebraucht, um zu erkennen, wie viel man investieren muss, um international spielen zu können", erklärt Bundestrainer Markus Weise. Mittlerweile macht der 90-Kilo-Mann ("Mich schiebt so schnell kein Verteidiger weg") auf dem Feld eine so gute Figur, dass er laut Weise einer sein kann, "der nicht nur mitspielt, sondern auch Akzente setzt". Zum Beispiel mit unorthodoxen Spielzügen, die den Gegner aus dem Konzept bringen, und traumschönen Toren.

Christopher Zeller

Christopher Zeller

Sportart: Hockey
Verein: RW Köln
Größte Erfolge: Gold: Olympia 2008, 2 x WM (Halle + Feld), EM (Feld); Silber: EM (Feld); Bronze: Olympia 2004, EM (Feld)

Wettkampftage: ab 30.07.

Als "jung, besonnen, verspielt" beschreibt sich der Stürmer vor Jahren in einem Fragebogen. Er darf nur drei Wörter wählen. Es passen noch viele andere, zum Beispiel abgebrüht: So schießt der damals 19-Jährige mit dem entscheidenden Siebenmeter Deutschland 2003 zum EM-Titel, nachdem er sich freiwillig als Schütze gemeldet hat. Eiskalt sichert er im Olympiafinale von Peking gegen Spanien mit dem 1:0 Gold für Deutschland. Passen würde aber auch hochbegabt: Denn der heute 27-Jährige gilt als einer der weltbesten Stürmer, der sowohl in Standardsituationen als auch im Spielverlauf mit Übersicht, Teamfähigkeit und Torgefährlichkeit glänzt. Die letzte Frage auf dem Bogen war, was er in zehn Jahren gern täte: Er wolle sagen können, "damals in Peking haben wir alles weggehauen, was kam". Inzwischen würde er den Satz wohl gern um drei Wörter ergänzen: "... und in London."

Oskar Deecke

Oskar Deecke

Sportart: Hockey
Verein: Crefelder HTC
Größte Erfolge: Gold: WM (Halle), 3 x EM (1 x Feld, 2 x Halle); Silber: 2 x EM (Halle + Feld)

Wettkampftage: ab 30.07.

Der gebürtige Hamburger spielt seit gut sechs Jahren für den Krefelder Club, mit dem er gleich in der ersten Saison Deutscher Hallenmeister wurde. Im Nationalteam agiert der 26-jährige Stürmer als Allroundtalent und findet sich immer da, wo er gerade gebraucht wird. Er sei eher "ein Indianer, kein Häuptling", konstatiert der diplomierte Sportwissenschaftler, der weit über 100 Länderspiele bestritten hat und neben dem schnellen Spiel mit dem Schläger auch bei der Jagd und beim Fußballspielen Konzentration und Reaktionsgeschwindigkeit trainiert. An internationalen Spielen hat "Osch" vor allem Spaß, wenn das Publikum richtig Stimmung macht. Auch darum fiebert er seinen ersten Olympischen Spielen entgegen: "Das spornt mich bestimmt noch mehr an, wenn man sein eigenes Wort vor lauter Fangesängen nicht mehr versteht."

Linus Butt

Linus Butt

Sportart: Hockey (Ersatzspieler)
Verein: Crefelder HTC
Größte Erfolge: Gold: WM (Halle), EM; Silber: WM

Wettkampftage: ab 30.07.

Er wird am Rande des Feldes Stimmung machen - und er ist nicht allein: Bei Familie Butt ist die Hockey-Begeisterung ungebrochen, seit sie vor 23 Jahren den Tag der offenen Tür im Heimatclub des Nationalspielers besucht hat. Sein älterer Bruder wird gleich in der Kinderabteilung angemeldet, Linus folgt ihm nicht viel später. Beide lernen den Sport von der Pike auf und spielen für Krefeld in der Bundesliga. Dass der Medizinstudent als Reservist zu seinen ersten Olympischen Spielen fährt, liegt an einem Luxusproblem des Bundestrainers. Der hatte für die Position in der zentralen Abwehr so viele hochkarätige Kandidaten, dass ihm die Auswahl Kopfzerbrechen bereitete. Der 25-Jährige wird eingesetzt, falls sich ein deutscher Spieler verletzt. Und er wird die Warteposition damit ausfüllen, das Team lautstark anzufeuern und jeden Sieg auf dem Weg ins Finale kräftig mitzufeiern. Die Goldmedaillenparty von Peking endete seinerzeit im Pool des Deutschen Hauses. Sollte sich die Geschichte in London wiederholen, wird auch Linus Butt nicht trockenen Fußes davonkommen.

Jan Philipp Rabente

Jan Philipp Rabente

Sportart: Hockey
Verein: HTC Uhlenhorst Mülheim
Größte Erfolge: 2 x WM-Silber

Wettkampftage: ab 30.07.

Auch der zweite "Uhle" im Olympia-Aufgebot spielt schon seit Kindertagen in dem Mülheimer Club - und träumt schon genauso lange von einer Olympiateilnahme. "Für einen Hockeyspieler sind die Olympischen Spiele noch bedeutender als eine Weltmeisterschaft", schwärmt der 25-jährige Mittelfeldakteur. "Dieses Fernziel hat man schon in der Jugend im Kopf." Dem Traum ein Stück näher kommt der Student der Wirtschaftswissenschaften erstmals kurz vor Peking mit der Einladung in den A-Kader der Nationalmannschaft, für eine Qualifikation ist es da aber schon zu spät. Dass er den Bundestrainer überzeugt hat und nun nicht zu den vier Unglücklichen gehört, die zu Hause bleiben müssen, erfährt er erst Ende Juni nach einem Vierländerturnier in Düsseldorf. "Mulmig" sei es ihm vor der Eröffnung der endgültigen Setzliste gewesen, bekennt "Rabbi", aber "als ich meinen Namen las, hatte ich ein absolutes Glücksgefühl". Die Gegner an den sechs Turniertagen vor dem Finale seien nicht zu unterschätzen, warnt er. Den Schneid lässt er sich im Vorhinein aber nicht abkaufen: "Wir wissen um unsere Stärke und unsere Qualität, und darauf setzen wir dann auch."

Olympischen Spiele London 2012

21 VON UNS

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