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Rudern

Achter mit Steuerfrau

Sportart: Rudern, Achter mit Steuerfrau

Sportart: Rudern, Achter mit Steuerfrau

Wettkampftage: ab 29.07.

Laura Schwensen

Trainingsort: Dortmund
Größte Erfolge: EM-Bronze (Achter)

Sie ist die Kleinste, aber die Lauteste im Boot. Das 50-Kilo-Leichtgewicht hat im Frauenachter die Steuerseile in der Hand und das Team im Griff. Im Frühjahr 2009 stößt der sommersprossige Blondschopf erstmals zu den Mannschaftskameradinnen und ist überrascht: "Sie haben tatsächlich gemacht, was ich gesagt habe." Damit fahren sie gut - bei der WM auf Platz vier, bei der EM 2010 gibt es Bronze. Ein Jahr darauf der Schock: Das Großboot verpasst die Olympia-Qualifikation. Der neue Trainer stellt das Team neu zusammen. Außer Schwensen setzt sich nur eine Ruderin durch. Bis zum Weltcup-Rennen auf dem Luzerner Rotsee im Mai 2012 bleibt nicht viel Zeit: "Wir wussten, wir haben nur noch diese eine Chance, nach London zu kommen." Unter der Regie der 20-Jährigen rudert die Crew um alles oder nichts. Und kommt als Zweite ins Ziel - der Start bei den Spielen ist gesichert.

Constanze Siering

Verein: RV Emscher-Wanne-Eickel-Herten
Größte Erfolge: EM-Bronze (Achter)

Die Jüngste an Bord fährt mit der ihr eigenen Mischung aus Unbekümmertheit und stahlhartem Kampfgeist schon im Juniorenbereich Erfolge ein. Bereits mit 17 und 18 Jahren kommt sie von Weltmeisterschaften im Achter mit Bronzemedaillen zurück, mit 19 setzt sie die Drittplatzierten-Serie im Frauenachter bei der EM fort und kann sich kurz darauf bei der WM in Neuseeland mit den Besten der Welt messen. Das Wimpernschlag- Finale auf dem Rotsee in diesem Mai, das die Olympia-Qualifikation beschert, erlebt die Studentin der Wirtschaftswissenschaften am Schlag. "Das war ein hartes Rennen", bilanziert sie, "geglaubt haben wir zwar immer an uns, aber erst auf den letzten 500 Metern konnten wir uns sicher sein, dass wir es auch packen."

Kathrin Marchand

Verein: RTHC Leverkusen
Größte Erfolge: Gold: U23-WM (Vierer)

Die Leverkusenerin ist ein Motivationsmotor, im Boot stets auf der Jagd nach dem Optimum. Und das nicht erst, seit sie im Achter fährt. Im vergangenen Jahr holte die 21-jährige Medizinstudentin als Schlagfrau Gold im Vierer ohne bei der U-23-Weltmeisterschaft in Amsterdam. Nach überzeugenden Vorläufen hatte der Trainer des Quartetts noch vorsichtig von einer erfreulichen Entwicklung gesprochen. Man dürfe positiv in Richtung Finale blicken, eine Medaille sei im Rahmen des Möglichen. Marchand und ihre Mitstreiterinnen überraschten ihn dann nicht nur mit einem furiosen Start-Ziel-Sieg, sie stellten auch eine neue Weltbestzeit auf. Mit der 1,82 Meter großen, schlanken Athletin hat der Achter einen Ausbund an Entschlossenheit an Bord, der ihn ganz weit nach vorne bringen kann.

Kathrin Thiem

Trainingsort: Dortmund
Größte Erfolge: EM-Bronze (Achter)

Mit 24 Jahren ist die Biologiestudentin die Älteste im Boot - und die Einzige, die seit 2008 durchgehend ihren Platz im "Maschinenraum" besetzt. Die gebürtige Hannoveranerin hat eine ganz eigene Olympiageschichte: Ihre Eltern lernten sich als Mitglieder der Ruder-Nationalmannschaft bei den Spielen in Los Angeles kennen. Die ersten Schläge auf dem Maschsee tut sie als 9-Jährige gleich allein im Einer unter Anleitung der Mutter. Seit 2005 fährt sie erfolgreich Achter, räumt bei Junioren- und U-23-Weltmeisterschaften je einmal Gold, Silber und Bronze ab und ist auch an der EM-Renaissance des Großbootes 2010 beteiligt. In London kann sich die 1,88 Meter große Athletin auf ihre gute Physis, langjährige Wettkampferfahrung und Sensibilität verlassen: "Man muss sich in das Boot reinfühlen", dann klappt's auch mit dem Einzug ins Finale.

Ronja Schütte

Verein: Essen Werdener RC
Größte Erfolge: DM (Achter)

Rudern bis über die Schmerzgrenze hinaus, Start und Spurt, Ausdauer und Kraft trainieren, all das ist nicht neu für die 22-Jährige aus Velbert, die seit sechs Jahren für den Essener Club startet. Die Gewissheit, tatsächlich bei den Sommerspielen dabei zu sein, ist es schon: "Es ist ein gutes Gefühl. Wir haben unser Ziel erreicht", sagt sie nach der erfolgreichen Qualifikation. Ein Etappenziel ist es auf dem Weg ins Finale, eins von vielen für die Psychologiestudentin, die sich mit Willens- und Nervenstärke in den Achter kämpft. Vor zwei Jahren zieht sie nach Dortmund, um im Leistungszentrum kontinuierlich mit der Mannschaft arbeiten zu können. Durchläuft zahllose Tests, absolviert interne Wettkämpfe und Direktvergleiche - und besteht. Sie ist mit im Boot, auch weil sie mit den anderen sieben an den Riemen und der Steuerfrau so gut harmoniert. Ronja Schütte sagt: "Wir fahren jetzt nicht nach London und sagen, wir stellen uns hinten an."

Achter mit Steuermann

Achter Sportart: Rudern, Achter mit Steuermann
Trainingsort: Bundesleistungszentrum Rudern, Dortmund
Größte Erfolge: WM-Gold 2009, 2010, 2011, EM-Gold 2010, seit drei Jahren bei jeder Wettkampfteilnahme (34 Rennen) gewonnen, zuletzt den Weltcup in Luzern im Mai 2012

Wettkampftage: ab 28. 7.mit Steuermann

Martin Sauer

Steuermann
Der 29-jährige Jurastudent ist mit 1,69 Metern der Kleinste - mit dem größten Mundwerk. Denn er muss nicht nur das Steuer unter dem Heck und so das Boot auf Kurs halten, sondern über ein elektronisches Messgerät, die CoxBox, Schläge und Zusammenspiel des Teams kontrollieren und koordinieren und nicht zuletzt über die Sprechanlage taktische Anweisungen erteilen, welche die Athleten über Lautsprecher hören. "Der Steuermann schließt die Lücke zwischen Trainer und Sportler", sagt der drahtige Berliner, der bei der Rennanalyse stets klar, notfalls auch hart formuliert. Und der weiß, was er in London will: "Gold mit dem Deutschland-Achter im Heimatland des Ruderns gewinnen."

Kristof Wilke

Schlagmann
Als Deutschlands Paradeboot die Pleite von Peking hinlegte (Letzter im B-Finale) saß der heute 27-Jährige hinter dem Schlagmann. Heute gibt er den Rhythmus an - erfolgreich. In wechselnder Besetzung sind die Ruderer seit drei Jahren ungeschlagen. Der 1,90-Meter-Mann, der in Dortmund Sport und Biologie studiert, steht für die Stärken des gesamten Teams: Selbstbewusstsein, Siegeswille und Spaß an der Schinderei. England, die USA und Kanada hält er für die schärfste Konkurrenz bei Olympia. Sie alle hat der Deutschland-Achter noch im Mai locker überholt. Wilke ist sicher: "Das ganze Training wird auf jeden Fall irgendwann Früchte tragen."

Florian Mennigen

Co-Schlagmann
Der 30-jährige studierte Wirtschaftspsychologe bringt die Dominanz des Deutschland- Achters auf eine simple Formel: "Unsere Gruppe ist groß und stark." Die alljährlichen Regatten auf dem Dorney Lake in Eton sind die Lieblingswettkämpfe des Athleten, der die Begeisterung für seinen Sport und die Mannschafts-Königsklasse "quasi mit der Muttermilch" aufgenommen hat. Auch er saß schon in Peking am Ruder, die Schmach ist für ihn Motivation: "Nur dabei sein ist für mich nicht alles. Ich will vorne mit dabei sein."

Lukas Müller

Übernahme
Mit 2,08 Metern ist der angehende Ingenieur, der vom RC Germania Düsseldorf kommt, einer der größten Aktiven im internationalen Feld. Damit er seine Kraft optimal nutzen kann, ist der Ausleger für ihn extra weit ins Heck gebaut. Dass sich das Team trotzdem auch mal überschätzt, hat er zuletzt gemerkt, "als wir versucht haben, einen Tanker zu überholen und dabei durch dessen Wellen gekentert sind". Der besonnene Hüne braucht auf seiner Position exzellente Technik, Zuverlässigkeit und Kampfkraft - dass er darüber verfügt, hat er bei einem EM- und drei WM-Siegen bewiesen.

Richard Schmidt

Co-Übernahme
Kraft und Konstanz in der Ruderarbeit sind die Aufgaben von "Richie" Schmidt, der als einer der Jüngsten der Besatzung eine feste Größe der Erfolgsgeschichte ist: Der 25-Jährige hat in dem Boot noch kein Rennen verloren. Kein Wunder, dass er das 17,65 Meter lange Geschoss mit einer vielseitigen Karosse vergleichen würde: "Ein schnelles, aber auch ein großes Auto. Vielleicht ein Porsche Panamera." Für Ergometer- Einheiten bis zur Erschöpfung, Krafttraining mit 150-Kilo-Hanteln und rund 200 Ruderkilometer pro Woche hat er das Handballspielen aufgegeben. Und für seinen Traum: "Olympia-Gold mit dem Deutschland-Achter."

Maximilian Reinelt

Verbindung
Wenn er nicht gerade trainiert oder mit dem Achter siegt (ein EM-, zwei WM-Titel), studiert der mit 23 Jahren Jüngste des Teams Humanmedizin an der Ruhr-Uni Bochum. Seinen straff organisierten Alltag meistert er mit Ehrgeiz und Leidenschaft für das legendäre Ruderboot: "Alle fahren, bis sie nicht mehr können, ins Ziel. Das Vertrauen wächst und ich bin mir sicher, dass ich mich auf jeden hier verlassen kann." Auf die Olympiateilnahme hat er von Jugend an hingearbeitet, in London soll es sich auszahlen, am liebsten mit der Goldmedaille: "Dafür bin ich jeden Tag am Stützpunkt."

Eric Johannesen

Verbindungsträger
Für die Olympiavorbereitung ist der gebürtige Oberhausener, der kurz vor den Spielen 24 Jahre alt wird, aus Hamburg ins Leistungszentrum nach Dortmund gezogen. An seiner Position in Bugnähe sorgt er dafür, dass sich der Rhythmus des Schlagmanns gleichmäßig fortsetzt - obwohl er hier kaum noch zu spüren ist. Der Sportsoldat braucht dafür hohe Konzentration, saubere Technik und viel Kraft. Beides trainiert er auch mit Laufen und Fußball. Das "Projekt Gold" im Blick, freut er sich auch auf die Stimmung an der Strecke: "Die Fans in England sind sehr kompetent und werden die Leistungen daher besonders zu schätzen wissen."

Andreas Kuffner

Verzahnung
Die Klitschko-Brüder nennt der 25-Jährige als Vorbilder. Vielleicht weil sie, so wie er, für ihren Erfolg Koordination und innere Ruhe brauchen: Wo Kuffner sich in den 3,77 Meter langen Riemen (damit verfügt der Deutschland- Achter über die längsten Riemen der gesamten Konkurrenz) legt, bewegt sich das Boot stark auf und ab und behindert damit jeden Schlag. Der Student des Wirtschaftsingenieurwesens gleicht die "Hüpfer" aus und muss gleichzeitig dem Bugmann den Anschluss an die Mannschaft ebnen. Seit zehn Jahren betreibt er Rennrudern und ist heiß auf Olympia: "Ich will unbedingt dabei sein und alles selbst miterleben."

Filip Adamski

Bugmann
Immerhin 1,89 Meter Länge und 88 Kilo muss der 29-Jährige mit polnischen Vorfahren an der schmalsten Stelle des Bootes, dem sogenannten Blumenkasten, unterbringen. Regen oder Wind treffen ihn als Ersten - doch Adamski, der als letztes Teammitglied nominiert wurde, schreckt das nicht. Dass er sich aufgrund seiner physischen Form unter anderem gegen seinen Kameraden und Freund Urs Käufer durchsetzte, trübte die Freude des gebürtigen Breslauers ein wenig. Doch er bekräftigt: "Ich werde mein Bestes geben, um die Erfolgsserie des Achters in London zu krönen." Natürlich auch, wenn es im Rennen gegen das starke polnische Boot geht. Nur zu laut triumphieren würde er wohl nicht.

Vierer ohne Steuermann

Sportart: Rudern, Vierer ohne Steuermann

Wettkampftage: ab 30.07.

Sebastian Schmidt

Trainingsort: Dortmund
Größte Erfolge: Gold: WM + EM (beide Achter); Silber: EM (Vierer ohne)

Beim Debakel von Peking sitzt er am Schlag des Achters - und er bleibt dort, als es mit dem Paradeboot wieder aufwärtsgeht, rudert mit dem Team bei der WM 2009 und 2010 zu Gold. Ein Jahr später ist der Traum aus, andere zeigen stärkere Leistungen. "Sebbo" steigt auf den Vierer ohne um. Dennoch kann der Medizinstudent sich eines Starts in London nicht sicher sein. Ein Sporthilfe-Stipendium im Rücken, nimmt er zwei Urlaubssemester und will sich in Ruhe mit den Vierer-Kameraden im Trainingslager auf die Spiele vorbereiten. Stattdessen bricht "Chaos" aus: Zwei weitere Aspiranten auf die begehrten Olympiaplätze werden eingeladen. Jetzt ist "dabei sein" wirklich alles. Rückblickend sagt der 27-Jährige, die Strategie der Trainer habe funktioniert: "Der Stress hat unsere Gruppe zusammengeschweißt."

Toni Seifert

Verein: RTHC Bayer Leverkusen
Größte Erfolge: Gold: 2 x WM, EM (alle Achter); Silber: WM (Vierer ohne); Bronze: WM (Vierer mit)

Das schmächtige Kerlchen, das der 31-Jährige früher einmal gewesen sein muss, ist auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Als der Vater ihn zum Rudern bringt, soll Toni nur ein bisschen Sport an der frischen Luft machen. Hätte ihm damals jemand erzählt, dass aus dem Jungen mal ein Top-Athlet von 1,90 Meter Länge und 90 Kilogramm Gewicht erwächst, er hätte sich wohl kaputtgelacht. Doch der Rollsitz entpuppt sich als perfekter Platz für das Talent. Ob im Zweier, im Vierer mit und ohne Steuermann oder schließlich in der Königsklasse, dem Deutschland-Achter: Toni fährt von Titel zu Titel. Ausgerechnet bei seinem ersten Olympiastart in Peking erwischt ihn, wie Teamkameraden Adamski, nach erfolgreichem Vorlauf die Grippe: Fieber statt Finale im Vierer. Der Sportsoldat und diplomierte Sportmarketing-Manager ist entschlossen, die damals verpasste Chance nun in London wahrzunehmen: "Unser Team trainiert hart, um bei Olympia eine Medaille zu gewinnen. Und das ist auch möglich."

Urs Käufer

Trainingsort: Dortmund
Größte Erfolge: 6. Platz Olympia 2008 (Vierer ohne); Gold: 2 x WM (Vierer ohne + Achter); Silber: WM (Vierer ohne)

Alle Mann an Bord: Schon die Eltern des 27-Jährigen sind erfolgreiche Wettkämpfer, nehmen an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teil. Irgendwann lässt auch der Sohn das Eishockeyspielen sein und legt sich in die Riemen. Nach diversen Medaillen bei internationalen Regatten im Junioren- und Jugendbereich fährt der Student der Wirtschaftspsychologie zunächst erfolgreich im Vierer für Deutschland, holt 2009 Gold mit dem Achter und im Jahr darauf erneut in der kleineren Bootsklasse. Beim regelmäßigen Fußballtraining der Rudermannschaft ist er als Torjäger gefürchtet. Seine Stärken, zu Wasser wie zu Lande, sind Stil, Taktik und Teamgeist. Darum würde er sich auch nach dem Finale in London "über eine Medaille im Vierer, egal welche Farbe sie hat, genauso freuen wie über Gold im Achter".

Gregor Hauffe

Verein: RTHC Bayer Leverkusen
Größte Erfolge: 6. Platz Olympia 2006 (Vierer ohne); Gold: 3 x WM, EM (alle Achter); Silber: WM (Vierer ohne)

Erst muss er aus dem Achter aussteigen, dann heuert er im Vierer gleich wieder an. Für den 30-Jährigen verläuft die Vorbereitung auf seine zweiten Spiele turbulent. Mit dem Großboot war er schon in Peking gestartet und gehörte anschließend zu der Besatzung, die es nach dem damaligen schlechten Abschneiden wieder in die Weltspitze führte. Doch Achter-Trainer Holtmeyer lässt sein Team, zu dem 20 Männer gehören, auch immer wieder in anderen Klassen antreten, sodass jeder seiner Top- Athleten fähig ist, auch Zweier oder Vierer in Bestzeit ins Ziel zu bringen. Hauffe ist dem Sport verbunden, seit er denken kann, sein Vater war zunächst selbst Aktiver, später Trainer. "Dem Achter wünsche ich natürlich Gold", sagt der Leverkusener, der nach London seine Ruderkarriere beenden will. In dem "Hauffe-Vierer" wird er alles dafür tun, dass auch sein neues Boot als erstes den Zielstrich überquert.

Lena Müller

Lena Müller

Sportart: Rudern, Leichtgewichts-Doppelzweier
Trainingsort: Duisburg
Größte Erfolge: Gold: 2 x WM (Leichtgewichts-Doppelvierer); Bronze: WM (Leichtgewichts-Einer)

Wettkampftage: ab 29.07.

Sie will. Sie kann. Sie wird im einzigen Damenboot des Deutschen Ruderverbands in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm bei ihren ersten Olympischen Spielen starten. Denn keine der Aspirantinnen auf die beiden Rollsitze ist seit Beginn des Auswahlverfahrens dauerhaft so fit wie die gebürtige Duisburgerin. Unaufhörlich pumpt sie im Kraftraum, unterzieht sich Leistungstests am Ergometer und im Einer. Und ist stets die Schnellste, ganz gleich, wen ihr die Trainer zuteilen. Die Saarbrückerin Anja Noske ist am Ende die beste Wahl, gemeinsam schaffen sie souverän die Olympia-Qualifikation in der Schweiz. Beim Weltcup in München gewinnt das Duo Bronze, euphorisch wird Bugfrau Müller deswegen nicht: "Wir wissen jetzt, dass wir in der Spitze dabei sind, obwohl das Rennen nicht unser bestes war." Natürlich nicht. Das Beste kommt auf dem Dorney Lake in Eton.

Carina Bär

Carina Bär

Sportart: Rudern, Doppelvierer
Trainingsort: Dortmund
Größte Erfolge: WM-Bronze, EM-Silber

Wettkampftage: ab 28.07.

Ein Zufall bringt das Mädchen aus Babstadt aufs Wasser und letztendlich nach London. Denn bis sie 15 Jahre alt ist, hat Carina Bär vom Rudern nicht die geringste Ahnung. Ein aufmerksamer Referendar entdeckt ihr Talent im Sportunterricht auf dem Gymnasium und trainiert mit ihr das Skullen. Im dritten Sommer danach ist sie Junioren-Weltmeisterin im Einer. Dazwischen liegen unendlich viele Boots-Kilometer am Ruderpaar sowie Kraft-, Ausdauerund Ergometer-Einheiten. Solo ist die Medizinstudentin klasse, im Doppelzweier ebenfalls, mit dem Doppelvierer unterbietet sie mit ihren Kameradinnen im Mai auf dem Luzerner Rotsee mit 6:09,38 Minuten die Weltbestzeit über 2 000 Meter um eine Sekunde. Da ist die Taktik der 22-Jährigen für ihre ersten Olympischen Spiele sehr einfach: "Im fittesten Sommer meines Lebens alles zu geben."

Marlene Sinnig

Marlene Sinnig

Sportart: Rudern, Zweier ohne Steuerfrau
Verein: Crefelder RC 1883
Größte Erfolge: 2 x EM-Silber (Achter + Zweier ohne)

Wettkampftage: ab 28.07.

Vor vier Jahren rudert die Krefelderin fast schon im Zeichen der Olympischen Ringe, muss als Kandidatin für den Achter dann aber doch zu Hause bleiben. Sie orientiert sich neu und findet mit Kerstin Hartmann das perfekte Pendant für die Kleinbootklasse. Das Duo rockt die Konkurrenz und lässt, seit seinem ersten gemeinsamen Start 2009 im Zweier ohne Steuerfrau, bei Deutschen Meisterschaften keiner anderen Paarung mehr den Vortritt. "Guten Mutes" geht Sinnig in die Qualifikationsrennen in Luzern - und deklassiert die Boote auf den anderen Bahnen. Vier Sekunden Vorsprung vor den Verfolgern im Vorlauf, noch fast drei im Finale vor den Argentinierinnen. Die zuvor favorisierten Teams aus Kroatien und Kanada ackern noch auf dem See, als Sinnig und Hartmann schon jubeln. "Da fällt viel von einem ab, der Druck ist weg", jauchzt die Sportsoldatin. Auf der Londoner Regattastrecke nimmt sie 2006 und 2007 schon an Weltmeisterschaften teil, belegt mit dem Vierer ohne den sechsten, im Achter den fünften Platz. Jetzt scheint sie im richtigen Boot angekommen zu sein - mit der richtigen Partnerin.

Lisa Schmidla

Lisa Schmidla

Sportart: Rudern, Doppelzweier + Doppelvierer (Ersatzfrau)
Verein: Crefelder RC 1883
Größte Erfolge: Gold: 2 x U23-WM (Doppelzweier + Doppelvierer)

Wettkampftage: ab 28.07.

Die 22-Jährige bereitet sich seit Wochen akribisch auf die Spiele vor, obwohl ihr ein Stammplatz fehlt: Sie wird an der Regattastrecke stehen und einspringen, wenn eine der Ruderinnen im Doppelzweier oder Doppelvierer ausfällt. Und sollte ein Team in die Medaillenränge fahren, wird auch der Jurastudentin nach der Rückkehr in die Heimat eine Ausgabe des Edelmetalls verliehen. Die Krefelderin begann 2003 in einer Schul-AG mit dem Riemenrudern, im Verein stieg sie aufs Skullen um und gewann bei Junioren- Weltmeisterschaften sowohl Gold im Einer als auch Bronze im Achter. Ihr nächstes großes Ziel hat sie schon im Blick: "Wenn ich nicht eingesetzt werde, kann ich aber sicher einiges an Erfahrung für die Olympischen Spiele 2016 mitnehmen."

Olympischen Spiele London 2012

21 VON UNS

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