Sportland.nrw

Schwimmen

Hendrik Feldwehr

Hendrik Feldwehr

Sportart: Schwimmen, 100 Meter Brust, 4 x 100 Meter Lagen
Verein: SG Essen
Größte Erfolge: Silber: WM, EM (Kurzbahn); Bronze: WM, 2 x EM (Kurzbahn)

Wettkampftage: 28.07. + 29.07., 03.08. + 04.08.

Beinahe wäre es schiefgegangen: Beim Krafttraining zieht sich der 25-jährige Essener im April eine Muskelverletzung an der Hüfte zu. Schnell ist klar, dass er an den Deutschen Meisterschaften Anfang Mai nicht teilnehmen kann und die Qualifikationsläufe für London damit ins Wasser fallen. Bei den British Open war er noch deutsche Jahresbestzeit über 100 Meter Brust geschwommen, nur vier Hundertstel über der Olympianorm. Jetzt ist höchstens leichtes Training und umso mehr Therapie angesagt. Die Schwimmnation bangt, als der Europarekordhalter (4 x 100 Meter Lagen, 50 Meter Brust) auch zur EM in Ungarn noch nicht genesen ist. Danach bereitet er sich wochenlang auf die Spiele "so vor, als wäre ich sicher dabei", und erfährt - nichts. Im Juli endlich gibt der DOSB grünes Licht. Auch weil sich keine zwei anderen Athleten für den Brustsprint qualifiziert haben. "Ich habe immer gehofft, dass ich die Chance bekomme", sagt der 1,92-Meter-Mann. Er ist entschlossen, sie zu nutzen.

Sarah Poewe

Sarah Poewe

Sportart: Schwimmen, 100 Meter Brust
Trainingsort: Wuppertal
Verein: SG Bayer Wuppertal
Größte Erfolge: Olympia: Bronze 2004, 4. Platz 2000; Gold: 2 x EM; Silber: EM; Bronze: 2 x WM, 2 x EM

Wettkampftage: 29.07. + 30.07.

Vor ihrer vierten Olympiateilnahme zeigt sich die 29-jährige Sprint-Spezialistin in Bestform. Wieder einmal. Denn seit sie 1993 mit dem Leistungsschwimmen begann, gab es auch miese Momente. Wie zuletzt bei den Deutschen Meisterschaften, als Poewe unter der Olympianorm bleibt und bitterlich weint. Doch die Tochter einer Südafrikanerin und eines Deutschen lässt sich nicht "döppen". Trainiert eisenhart - während ihres Studiums in den USA und im Vereins-Leistungszentrum der SG Bayer Wuppertal. Fährt nicht nur Medaillen ein, sondern erhält auch Bestätigung: "Seitdem ich in Wuppertal schwimme, habe ich gelernt, es wieder zu genießen." So ist die älteste Schwimmerin des deutschen Olympiateams bei der EM im Mai nicht zu stoppen. Sie siegt auf der 100-Meter-Strecke, wird Dritte über 200 Meter. Und ist heiß auf London: "Dieses Gold ist so eine tolle Erfahrung. Man muss einfach immer an sich glauben."

Christoph Fildebrandt

Christoph Fildebrandt

Sportart: Schwimmen, 4 x 100 Meter Freistil
Verein: TSV Bayer Dormagen
Größte Erfolge: EM-Silber (Kurzbahn), DM (100 Meter Freistil)

Wettkampftag: 29.07.

So recht hat ihn keiner auf dem Zettel bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft in Berlin. Aber der 1,93 Meter große Blonde vom Rhein verfügt über eine bestechende Form und die optimale Taktik: auf der ersten Bahn "rutschen zu lassen und auf der zweiten Hälfte alles zu geben". Mit langem Arm schlägt er im 100-Meter-Freistil-Finale als Erster an. Persönliche Bestzeit, Olympiaticket gelöst. Der 23-jährige Kommissaranwärter bei der Polizei NRW ist ein Motivationskünstler, der sich beherzt in jedes Rennen stürzt. Der Athlet und sein Trainer Jürgen Schmitz sind ein eingespieltes Team, das auf Beständigkeit setzt und Leistungen zeigt, die von Jahr zu Jahr immer noch ein bisschen besser werden. Darum soll London auch nicht "Fildes" letzter Wettkampf unter der Olympiaflagge sein. Sein Fernziel ist eine "Einzelfinalteilnahme bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro". Clevere Taktik.

Christian vom Lehn

Christian vom Lehn

Sportart: Schwimmen, 100 Meter Brust, 200 Meter Brust, 4 x 100 Meter Lagen
Verein: SG Bayer Wuppertal
Größte Erfolge: EM-Silber (Staffel), WM-Bronze

Wettkampftage: 28.07. + 29.07., 31.07. + 01.08., 03.08. + 04.08.

Sein Bronze-Rennen bei der WM in Schanghai 2011 ist legendär. Wider Erwarten kommt der 19-jährige Wuppertaler ins Finale des 100-Meter-Brust-Wettbewerbs. Die TV-Kommentatoren schmunzeln: Netter Kerl, der auch was kann, aber wohl eher die "Großen ärgern" will. Als vom Lehn auf der letzten Bahn nach vorne zieht, überschlagen sich die Stimmen am Mikrofon: "Ist das irre? Ist das irre!" Beim Interview kriegt der Abiturient kaum Luft und strahlt übers ganze Gesicht. Die Elite dümpelt fassungslos im Becken. Weniger überraschend kommt die Sensation für Experten in der Heimat. Schon als Schüler macht der Bayer- Schwimmer von sich reden, als er seine persönlichen Bestzeiten über 200 Meter Brust 2008 um acht und 2009 noch einmal um fünf Sekunden verbessert. "Zu verdanken habe ich das alles meinem Trainer Farshid Shami", freut er sich und kündigt für London an: "Ich werde alles daransetzen, mir diesen Traum zu erfüllen." Die Marschroute hat Shami - dessen Promotionsthema "Einfluss des mentalen Trainings auf die Wettkampfleistung im Schwimmsport" war - da längst ausgearbeitet. Behutsam baut er seinen talentierten Athleten auf und spornt ihn an, verarbeitet mit ihm auch Niederlagen und Verletzungen. Medaillendruck weist der Übungsleiter kategorisch ab: "Alles, was jetzt Stress verursacht, schadet." Auch dabei scheint er erfolgreich zu sein, vom Lehn geht seine Wettkämpfe mental stark und doch unbekümmert an: "Ich schwimm dann einfach und hoffe, dass was Gutes dabei rauskommt."

Lisa Vitting

Lisa Vitting

Sportart: Schwimmen, 4 x 100 Meter Freistil
Verein: SG Essen
Größte Erfolge: Gold: 2 x EM (Staffel); Silber: 2 x EM (Kurzbahn, Staffel); Bronze: WM, 2 x EM (Kurzbahn, Staffel)

Wettkampftag: 28.07.

Mit sieben Jahren im Schwimmverein, mit 14 deutsche Jugendmeisterin, mit 15 nimmt sie sich die Olympiateilnahme 2012 vor - und ist schon in Peking, zwar ohne Einsatz, aber als Ersatzathletin, dabei: "Lisa ist extrem zuverlässig und konsequent", erklärt Bundestrainer Henning Lambertz. Die 1,85 Meter große Studentin der Wirtschaftspsychologie ist ein Freistil-Talent und ihre Staffel-Bestzeit liegt eine volle Sekunde unter ihrer Einzel-Bestmarke. Mit Britta Steffen, Silke Lippok und Daniela Schreiber hat die Essenerin bei der EM im Mai Gold gewonnen. Gewohnt zuverlässig konzentriert sie sich auf London: "Die Staffelrennen sind meine Olympischen Spiele."

Caroline Ruhnau

Caroline Ruhnau

Sportart: Schwimmen, 100 Meter Brust, 4 x 100 Meter Lagen
Verein: SG Essen
Größte Erfolge: Gold: 2 x EM (Kurzbahn, Staffel); Bronze: 2 x EM (Staffel, Einzel)

Wettkampftage: 29.07. + 30.07., 03.08. + 04.08.

Sie bringt Großes zustande, zuletzt bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin: Im "Rennen meines Lebens" holte sich die 27-jährige Diplom-Sportmanagerin die Titel über 50 und 100 Meter Brust - und hält mit 1:04,78 Minuten den nationalen Rekord über 100 Meter. Dass es bei der EM in Ungarn nur für Bronze und eine "halbe" Goldmedaille reichte (für Ruhnaus Staffelstart im Vorlauf, im Finale wurde sie ersetzt), "hat ein bisschen was mit dem Kopf zu tun": Im Wettkampf ist die Essenerin schon mal nervös. Eine zusätzliche Motivation für London: "Jetzt will ich erst recht zeigen, dass mit mir noch zu rechnen ist."

Olympischen Spiele London 2012

21 VON UNS

21 VON UNS

NRWs schönste Arenen und Stadien präsentiert durch NRW-Sportstars.
Broschüre (43 Seiten PDF, 10 MB)
Leitet Herunterladen der Datei einDownload