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Tennis

Philipp Kohlschreiber

Philipp Kohlschreiber

Sportart: Tennis, Einzel
Verein: TK Kurhaus Lambertz Aachen
Größte Erfolge: ATP-WM: 1. Platz (Mannschaft), 3 ATP-Turniertitel (Einzel)

Wettkampftage: ab 28.07.

Wohl wissend, dass die goldenen Zeiten des weißen Sports in Deutschland schon länger zurückliegen, hat sich der 28-Jährige 2001 dennoch für die Profilaufbahn entschieden. Es ist eine Ochsentour: Neben ausgezeichneter Physis, starker Psyche und Disziplin brauchen die Akteure im internationalen Feld vor allem Geduld, wenn sie ganz oben mitspielen wollen. Doch gerade die fehlt oft genug den Medien im Umgang mit dem gebürtigen Augsburger. "Gefangen im Mittelmaß" titelt eine Hauptstadtzeitung vor dem diesjährigen Wimbledon-Wettkampf über ihn. Deutschlands bester Tennisspieler gibt seine Antwort auf dem Court, schlägt leicht und locker den Tschechen Lukas Rosol, der kurz zuvor über Rafael Nadal triumphiert hatte, und wird erst im Viertelfinale gestoppt - seine beste Leistung in London bisher und gleichzeitig der Sprung auf Platz 21 der Weltrangliste. Es sei "gut, dass es diese Kritiker gibt, weil sie noch mehr den Ehrgeiz in mir wecken", sagt Kohlschreiber, der auf der ATP-Tour drei Titel auf Sand (München), auf dem Hartplatz (Auckland) und 2011 auf Rasen (Halle) gewonnen hat. Die olympischen Matchs führen ihn wieder aufs Wimbledon-Grün - mit ein bisschen Geduld kann er alle überraschen.

Christopher Kas

Christopher Kas

Sportart: Tennis, Doppel
Trainingsort: TC Blau-Weiss Halle e.V.
Größte Erfolge: ATP-WM: 1. Platz, 3 ATP-Turniertitel (Doppel)

Wettkampftage: ab 28.07.

Im Jahr 2001 macht der 32-Jährige den Sport zum Beruf, stellt aber bald fest, dass er seine Stärken - den mächtigen Aufschlag und solide Returns - besonders erfolgreich ausspielen kann, wenn er mit einem Partner auf dem Platz steht. In wechselnder Besetzung punktet er selbst gegen Größen wie Roger Federer oder Rafael Nadal. Sein erstes Doppelturnier auf der ATP-Tour gewinnt er 2008 mit Philipp Kohlschreiber auf Sand in Stuttgart, das zweite an seinem Trainingsort Halle-Westfalen auf Rasen und schließlich auch 2010 in Bangkok auf hartem Belag. Das Teammitglied des Blau-Weiss Halle mit Wohnort Schwelm ist eine feste Größe in der Bundesliga und kann sich auf dem Rasen des GERRY WEBER STADIONS optimal auf das Olympiaturnier in Wimbledon vorbereiten. Dass sich der Sohn des bayerischen Sportreporters Karl-Heinz Kas auch hinter der Kamera wohlfühlt, belegt sein "Backstage"-Videoblog mit Interviews und Berichten von Turnieren in aller Welt. Seit Jahren spielt der leidenschaftliche Skifahrer und Eishockeyfan in der deutschen Davis-Cup-Mannschaft und trug mit zwei Vorrunden- Siegen zum Erfolg des Teams bei der Mannschafts-WM 2011 in Düsseldorf bei. Aus London will er seiner 5-jährigen Tochter mal ein anderes Souvenir mitbringen: "Sie liebt Pokale" - und hätte bestimmt auch Spaß an einer Medaille.  

Philipp Petzschner

Philipp Petzschner

Sportart: Tennis, Doppel
Verein: TK Kurhaus Lambertz Aachen
Größte Erfolge: ATP-WM: 1. Platz (Mannschaft), 3 ATP-Turniertitel (1 x Einzel, 2 x Doppel)

Wettkampftage: ab 28.07.

"Picasso" ist das Enfant terrible im deutschen Herrentennis und er kultiviert genüsslich sein Image "immer zwischen Genie und Wahnsinn". Als Kind faszinierten den Sohn eines Tennislehrers zwei ganz unterschiedliche Idole. Goran Ivanisevic mochte er wegen dessen "Verrücktheit, man wusste nie, was auf dem Court passieren würde", Stefan Edberg beeindruckte ihn mit "seinem geschmeidigen Spiel". Der drahtige, 1,83 Meter große Wahl-Kölner startete seine Profilaufbahn 2001 und steht aktuell auf Platz 91 des ATPRankings, im Doppel sogar auf Platz 17, nachdem er 2010 mit seinem österreichischen Partner Jürgen Melzer in Wimbledon und ein Jahr später bei den US-Open als Sieger vom Platz gegangen ist. Im Juli mussten sich die beiden bei den All England Championships im Halbfinale geschlagen geben. Der passionierte Golfer mit Handicap 14 ist stolzer Vater eines kleinen Jungen und bekennt augenzwinkernd, wenn es mit der Racket-Karriere nichts geworden wäre, hätte er es vielleicht als Rockstar probiert. Das Publikum begeistert er oft mit kreativen Schlägen, die in der Spitze bis zu 230 Stundenkilometer schnell werden können. In London ist er beim Doppeleinsatz mit Christopher Kas ganz bestimmt für spannende Matchs, vielleicht sogar für eine Überraschung gut, denn "es ist ja kein Geheimnis, dass Rasen mein Lieblingsbelag ist".

Angelique Kerber

Angelique Kerber

Sportart: Tennis, Einzel + Doppel
Verein: Ratinger TC Grün-Weiß 1911 e.V.
Größte Erfolge: 2 WTA-Turniertitel

Wettkampftage: ab 28.07.  

"Fräulein Furchtlos" ist bei Tennisfans 2012 in aller Munde. Staunend verfolgen Experten und Publikum, wie die 24-Jährige seit Saisonstart ein Match nach dem anderen gewinnt - 45 Spiele, so viele wie keine andere Starterin auf der WTA-Tour. Dabei hätte sie das Racket nach ihrem Erstrunden- Aus von Wimbledon im vergangenen Jahr beinahe in die Ecke gefeuert: "Ich hatte keinen Bock mehr." Stattdessen erweist sich die Niederlage als Initialzündung. Die Federations-Cup-Kollegin Andrea Petkovic gibt ihr den Tipp, sich eine Zeit lang in der Tennisakademie von Rainer Schüttler und Alexander Waske betreuen zu lassen. Kerber absolviert ein "mörderisches Programm" und ist danach nicht mehr wiederzuerkennen. In New York erreicht sie das Halbfinale, unterliegt der späteren Turnier-Championesse Samantha Stosur. Beim französischen WTA-Premier-Wettbewerb im Februar holt sie den ersten, im April beim WTA International in Kopenhagen den zweiten Titel ihrer Laufbahn. Deklassiert ihr früheres Vorbild Kim Clijsters im Wimbledon- Achtelfinale in nur 49 Minuten, kämpft und siegt anschließend gegen Sabine Lisicki und muss sich erst im Halbfinale ihrer polnischen Freundin Agnieszka Radwanska geschlagen geben. Innerhalb eines Jahres verbessert sie sich um 90 Plätze in der Weltrangliste und steht jetzt auf Position sieben. Es scheint, als hätte sie ihre härteste Gegnerin endlich geschlagen: sich selbst. Jetzt kann Olympia kommen. "Ich bin dabei, und das als beste deutsche Tennisspielerin. Unglaublich!"  

Julia Görges

Julia Görges

Sportart: Tennis, Einzel + Doppel
Verein: Ratinger TC Grün-Weiß 1911 e.V.
Größte Erfolge: 5 WTA-Turniersiege (2 x Einzel, 3 x Doppel)

Wettkampftage: ab 28.07.

Langer Atem, starke Schläge und eine Vorliebe für grünes Gras: Bei ihrem ersten Auftritt in Wimbledon 2008 spielt die 23-Jährige gleich rekordreif, ihr Match gegen Katarina Srebotnik ist mit 3 Stunden und 41 Minuten das zweitlängste, das sich zwei Damen dort jemals geliefert haben. Und die groß gewachsene (1,80 Meter) Athletin verlässt kaputt, aber siegreich den Platz. Görges stammt aus Bad Oldesloe und ist mit Andrea Petkovic befreundet. Doch während "Petko" zeitweilig Siege auch mal mit einem Tänzchen feierte, hält Görges, die in der Bundesliga für Ratingen spielt, den Ball lieber flach: "Natürlich will man immer weiter nach oben. Aber ich will erst mal zeigen, dass ich da hingehöre." Dabei konnten aufmerksame Beobachter das schon mehrfach sehen, zum Beispiel bei ihrem letztjährigen Titelgewinn in Stuttgart, als sie nicht nur Samantha Stosur, sondern im Finale auch die damalige Nummer eins der Welt Caroline Wozniacki in die Knie zwang. Und wenn das Publikum anständig mitgeht, gibt ihr das einen zusätzlichen Schub: Im vergangenen Jahr schlug sich die Rechtshänderin bis auf Platz 16 der Weltrangliste hoch (aktuell Platz 24). In Sachen Olympia hält sich der Biathlon-Fan an die Devise, dass in diesem besonderen Wettbewerb eigene Regeln gelten: "Wir haben unter den Top 20 eine hohe Leistungsdichte, da kann an gewissen Tagen jede Spielerin die andere schlagen." 

Andrea Petkovic

Andrea Petkovic

Sportart: Tennis, Einzel + Doppel
Verein: Ratinger TC Grün-Weiß 1911 e.V.
Größte Erfolge: 2 WTA-Turniertitel
Wettkampftage: ab 28.07.

Bisher ist es ein annus horribilis für die Tennis-Hoffnung mit dem Gardemaß (1,80 Meter). Beim Saisonauftakt in Brisbane bricht ein Knochen im unteren Rückenbereich. Angesichts des möglichen Olympiastarts kuriert Andrea Petkovic ihn drei Monate lang aus, befolgt alle Arztanweisungen und kann im April wieder spielen. Dann der Schock: Im ersten Match des Stuttgarter Turniers knickt sie um, der Knöchel schwillt an - doppelter Bänderriss. Die Nummer 18 der Weltrangliste kommt in der zweiten Zwangspause auch mental ins Straucheln und befürchtet, "dass ich in der Weltspitze nicht mehr mitkomme". Noch im Oktober letzten Jahres ist sie ganz nah dran und belegt Platz 9 auf der globalen Rangliste. Dass sie die Besten ihres Sports bezwingen kann, zeigt sie 2011 mit Siegen über Maria Scharapowa bei den Australian Open oder Caroline Wozniacki in Miami. Damit ist "Petko" die erste Aktive seit Steffi Graf vor 13 Jahren, die sich gegen eine amtierende Nummer eins der Welt durchsetzt. Trost findet die Studentin der Politikwissenschaften und Philosophie ausgerechnet bei Nietzsche: "So kaputt wie der arme Friedrich die Welt gesehen hat - da habe ich mir gesagt: So schlecht kann es dir gar nicht gehen." Sie trainiert inzwischen wieder, die Prognose für London ist vorsichtig optimistisch: "Als Kind habe ich immer von Olympia geträumt. Die Hoffnung ist da."

Olympischen Spiele London 2012

21 VON UNS

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