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Turnen

Oksana Chusovitina

Oksana Chusovitina

Sportart: Turnen, Mehrkampf Mannschaft, Sprung
Verein: TSV Herkenrath 09
Größte Erfolge (Auszug): Gold: Olympia, 1992 (Mehrkampf Mannschaft), 2 x WM (Mannschaft, Boden, Sprung); Silber: Olympia 2008 (Sprung), 3 x WM (Sprung), 3 x EM (Sprung); Bronze: 2 x WM (Sprung)

Wettkampftage: 31.07. + 02.08. + 05.08.

Am 5. August wird die 37-jährige Turngeschichte schreiben: In ihrem - voraussichtlich - letzten olympischen Einzelwettkampf will sie den doppelten Tsukahara springen. "Den mache ich nur alle vier Jahre: in einem Finale bei den Olympischen Spielen." Versuchen werden ihn wohl auch andere, aber keine hat die Monsterübung so oft im Zeichen der fünf Ringe absolviert wie "Chuso". London 2012 sind ihre sechsten Olympischen Spiele und die Chancen auf eine Medaille stehen gut. Erst vor Kurzem ist sie Vize-Europameisterin in ihrer Paradedisziplin Sprung geworden. Die 1,53 Meter kleine und 43 Kilogramm leichte Athletin ist "biologisch und physiologisch ein Wunder", sagt Bundestrainerin Ulla Koch. Es gibt kein Wort, das die Leistung der Deutsch-Usbekin treffender beschreibt. Als 7-Jährige beginnt sie in Buchara zu turnen, mit 14 wird sie sowjetische Meisterin, mit 15 Doppelweltmeisterin (Boden und Mannschaft), ein Jahr später Olympiasiegerin mit dem Team der GUS. Siege sammelt sie wie andere Menschen Briefmarken - es gibt auch eine mit ihrem Porträt. Erstmals beendet sie ihre Karriere 1998, bekommt einen Sohn. Doch 2000 in Sydney ist sie wieder dabei. Zwischendurch trainiert sie immer wieder am Leistungszentrum in Bergisch-Gladbach. Als ihr Kind 2002 an Leukämie erkrankt, zieht die Familie für die Behandlung nach Köln und bleibt. Jetzt turnt Chusovitina für sein Überleben, nimmt weltweit so viele Wettkämpfe wie möglich mit, um mit den Preisgeldern die Therapie zu finanzieren. Doppelter Erfolg: Der Junge wird gesund, die Mutter besser denn je. Seit 2006 startet sie im deutschen Nationaltrikot, gewinnt 2008 Gold in Peking. Die älteste Turnsiegerin in der Geschichte der Spiele beschert dem Deutschen Turnerbund nach 20 Jahren wieder eine Olympiamedaille. Selbst nach schweren Verletzungen springt sie unaufhaltsam zurück in die Weltspitze. In London will sie "alles zeigen, was ich kann", und sich danach noch mehr um die usbekische Nationalmannschaft kümmern, die sie bereits trainiert. Diese Spiele sind "ein sechster Traum. Aber es wird mein letzter großer Wettkampf." Voraussichtlich.

Nadine Jarosch

Nadine Jarosch

Sportart: Turnen, Mehrkampf Mannschaft
Verein: TV 1860 Detmold
Größte Erfolge: 6. Platz WM (Mannschaft), 8. Platz EM (Mannschaft), 2. Platz DM Mehrkampf (Einzel)

Wettkampftag: 31.07.

Auf diesen letzten Tag im Juli arbeitet die17-jährige Athletin aus Werther seit neun Jahren hin. Dann wird das zierliche, 1,53 Meter kleine Mädchen in der North Greenwich Arena, dem größten Kuppelbau der Welt, springen, fliegen, rotieren und Saltos schlagen. Turnen, bis den Kampfrichtern hoffentlich Hören und Sehen vergeht. Schon mit zehn weiß das Bewegungswunder, dass sie "einmal nach Olympia" will, und um dieses Ziel organisiert sie ihr Leben. Die Elftklässlerin koordiniert Schule und täglich vier bis fünf Stunden Training im Leistungszentrum. Sie ist eine Allrounderin: Die Bodenübungen liegen ihr am meisten, doch auch auf dem Stufenbarren oder dem Schwebebalken und bei schwindelerregenden Sprüngen über den Tisch, der mit 1,25 Meter Höhe kaum kleiner ist als sie selbst, zeigt sie Erstaunliches. Wird mit ausgezeichneten Wettkampfnoten belohnt und ist bald die zehntbeste Turnerin der Welt. Der Preis dafür ist hoch. Mal geht die Schulter kaputt, dann quält sie monatelang ein Ödem am Fuß, es gibt Prellungen, Stauchungen - und der Olympiastart rückt immer näher. Der Trainer lobt, dass sie im Wettkampf ihre "Bestleistungauf den Punkt" abruft. So könnte der letzte Tag im Juli ihrer werden.

Olympischen Spiele London 2012

21 VON UNS

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